Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUB-Student macht „Umfrage“ unter Himmelskörpern: Rotary-Preis für jungen Astronomen

25.01.2011
Studium nach nur acht Semestern mit der Note 1,0 abgeschlossen

Dem kosmischen Puzzle einen weiteren Stein hinzugefügt hat Peter-Christian Zinn mit seiner Masterarbeit am Astronomischen Institut der RUB (AIRUB). Er beobachtete bei einer speziellen Radio-Wellenlänge ein definiertes Stück des südlichen Sternenhimmels und katalogisierte alle seine Funde für die weltweite Gemeinschaft der Astronomen. Seine Aufzeichnungen erlauben es, Aussagen über die Zusammensetzung und Entwicklung der Objekte des Kosmos zu machen, die bis weit in die Vorzeit reichen.

Für seine Arbeit wurde er vom Rotary-Club Bochum-Hellweg mit dem Rotary-Universitätspreis 2010 für herausragende Studienleistungen ausgezeichnet. Der Preis wurde im Rahmen des Semesterkonzerts der RUB Ende Januar verliehen.

Vernetzt beobachten und in Gänze verstehen

Ziel moderner astronomischer Beobachtungskampagnen ist es, das Universum als Ganzes zu verstehen, nicht nur einzelne, eventuell nicht repräsentative Objekte am nächtlichen Himmel zu studieren. Diese koordinierten Survey-Beobachtungen von besonders ausgesuchten Teilstücken des Himmels sollen den Astronomen aber auch dabei helfen, möglichst viele Informationen über den gesamten Bereich des elektromagnetischen Spektrums verteilt zu sammeln. „Schließlich sieht das Universum beispielsweise im Infrarot-Bereich, also wenn man die Wärmestrahlung betrachtet, ganz anders aus als im kleinen Bereich des sichtbaren Lichtes, den wir mit unseren Augen wahrnehmen können“, erklärt Peter-Christian Zinn.

Wissenschaftler in aller Welt profitieren

Für seine Masterarbeit, die von Prof. Dr. Ralf-Jürgen Dettmar und PD Dr. Dominik J. Bomans betreut wurde, beobachtete er ein Stück des südlichen Sternenhimmels bei einer Frequenz von 2,3 GHz, also 13 cm Wellenlänge. Er stellte einen Katalog der gefunden Objekte zusammen und lieferte eine erste Interpretation der Daten. Mit einer Fläche, die ca. 60 Vollmonden am Himmel entspricht, ist dies die tiefste Radiobeobachtung dieser Größenordnung zurzeit. Wissenschaftler in aller Welt können nun mit diesen Daten arbeiten. Die Arbeit erlaubt es z.B. den Wissenschaftlern der ATLAS-Kollaboration, zu der Zinn gehört, statistisch hoch signifikante Aussagen über Zusammensetzung und Entwicklung der Objekte des Kosmos zu machen, und das von einer Zeit an, zu der das Universum nur ein Zehntel seines heutigen Alters hatte. „Man kann die Arbeit gut mit einer Meinungsumfrage zu einer Wahl vergleichen“, erklärt Zinn: „Befragt man nur wenige Personen, so kann das Ergebnis stark schwanken. Zu viele Personen zu befragen, bringt aber auch nichts, da sich die Prognosegüte ab einer bestimmten Anzahl nicht mehr wesentlich verbessert.“ Ergebnisse der Arbeit von Peter-Christian Zinn sollen nun unter Leitung von Dr. Enno Middelberg (AIRUB) weiter validiert werden, unter anderem mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte und dem Herschel Weltraumteleskop, dem derzeit größten und modernsten Auge im All.

Weitere Informationen

Peter-Christian Zinn, Astronomisches Institut Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel.: 0234/32-26085, E-Mail: zinn@astro.rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: AIRUB Astronom Himmelskörper Kosmos Rotary-Preis Sternenhimmel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Pharmakologie - Im Strom der Bläschen

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft

21.07.2017 | Informationstechnologie

Blutstammzellen reagieren selbst auf schwere Infektionen

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie