Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rotierende Schutzzonen gegen Überfischung – Lernwerft Kiel holt den YES! - Award

02.11.2016

Zum zweiten Mal wurde am 31. Oktober 2016 der YES!-Award im Schülerwettbewerb YES! – Young Economic Summit überreicht. Von insgesamt 15 Schulen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und der Türkei überzeugte die „eFISHient-Idee“ der flexiblen Schutzzonen der Kieler Lernwerft in der demokratischen Abstimmung der Schülerinnen und Schüler am meisten. Eine Delegation der Projektgruppe darf nun im Mai 2017 nach Berlin zum Global Economic Symposium reisen.

“Wir haben ein System rotierender Schutzzonen entwickelt, um der Überfischung Einhalt zu gebieten und gleichzeitig den wirtschaftlichen Schaden gering zu halten”, erklärt Julica Schütz von der Lernwerft Kiel. Henrieke Massierer erläutert: „Unser System – genannt eFISHient – sorgt dafür, dass bereits gefährdete Fischarten sich erholen können, weitere Fischarten vor der Überfischung geschützt werden und dadurch eine nachhaltige Verbesserung des marinen Ökosystems herbeigeführt wird.


Lernwerft Kiel gewinnt und überzeugt auf ganzer Linie

Foto: Bettina Ausserhofer; Copyright: ZBW

Gleichzeitig schützt unser System die Klein-Fischerei, bewahrt langfristig die Grundlage für industrielle Fischerei und begrenzt den Schaden an Tourismus- und Freizeitfischerei. Die Anpassungsfähigkeit der Sektionengrenzen, der Zonengrößen und des Wechselrhythmus limitiert den ökonomischen Schaden und verteilt ihn außerdem gleichmäßig.“ Prof. Dr. Martin Visbeck, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, sagte: „Super innovative Idee! Bin stolz auf das Team!“

Mehr als ein halbes Jahr lang hat sich die Projektgruppe auf das Thema vorbereitet, unterstützt durch die Expertinnen und Experten der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, der Joachim Herz Stiftung und des Instituts für Weltwirtschaft. Zum Team der Lernwerft Kiel gehören Julica Schütz, Hanna Hanß, Benjamin Vorbeck, Henrieke Massierer, Lisa Autzen sowie Andrea Görge als betreuende Lehrerin. Sie dürfen nun als „Stimme der nächsten Generation“ zum Global Economic Symposium nach Berlin.

• Link zur Lösungsidee: http://www.young-economic-summit.org/marine-temporarily-protected-zones/
• Präsentation der Lösungsidee: https://www.youtube.com/watch?v=TIH-qnNc5vQ

Den zweiten Platz in der Kategorie „Beste Lösungsidee“ erhielt das Gymnasium Wellingdorf. Das Team überzeugte durch eine sehr praxisbezogene Lösungsidee, die eine Problematik aus dem direkten Schüler-Umfeld anspricht: Mehr Sicherheit im Straßenverkehr für Fahrradfahrer. Den dritten Platz belegte das Helene-Lange-Gymnasium Rendsburg mit einem Kurssystem zur vollständigen Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt. Neben der besten Lösungsidee kürte Brigitte Zypries in Berlin auch die beste Medienarbeit. Hier ging der erste Platz ebenfalls an die Lernwerft Kiel, die damit auf ganzer Linie überzeugte.

Im YES! geht es spannend weiter: Als Perspektive nannte Dr. Willi Scholz, Projektverantwortlicher in der ZBW für das YES!, bundesweite Teilnahmemöglichkeiten bis Ende 2019. 2017 beginnt die regionale Ausweitung in der Region Nord, die dann aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern besteht, und der Region Südwest mit den Bundländern Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland.

Da sich in jeder Region zehn Schulen beteiligen können, aber insgesamt nur 14 Schulen beim YES! im Herbst antreten können, wird es ab dem kommenden Jahr regionale Vorentscheide geben. 2018 kommen Bis 2019 kommen drei weitere Regionen hinzu. Neben dem IfW kommen 2017 als neue wissenschaftliche Partner das GIGA German Institute of Global and Area Studies und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hinzu, die die Schulen bei ihrer Projektarbeit unterstützen.

Über das YES!
Das „YES! – Young Economic Summit“ ist ein Bildungsprojekt und -wettbewerb, in dieser Form einzigartig in Norddeutschland. Schülerinnen und Schüler erarbeiten eigenständig Lösungen für globale ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen und präsentieren diese im Rahmen eines Schülerkongresses, dem „YES! – Young Economic Summit“ in englischer Sprache. Im Diskurs mit Führungspersönlichkeiten und anderen Schülerinnen und Schülern schärfen sie ihren Blick auf globale Zusammenhänge und entwickeln eigene innovative Lösungsvorschläge. Über die besten Lösungen wird demokratisch abgestimmt. Die gewählten Lösungen werden ausgezeichnet und öffentlichkeitswirksam an passende Adressaten zur Umsetzung übergeben und nachverfolgt. Auf dem Weg zum YES! werden alle teilnehmenden Schulen kontinuierlich zu den Themen Recherche, Forschung, Präsentation und Medienarbeit unterstützt und begleitet. Damit nimmt das YES! Empfehlungen der Kultusministerkonferenz auf, Schüler/innen darin zu befähigen Medienanwendungen kritisch einzusetzen. Das „YES! – Young Economic Summit“ steht unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und wird organisiert von der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (www.zbw.eu) in Kooperation mit der Joachim Herz Stiftung (www.joachim-herz-stiftung.de) und dem Institut für Weltwirtschaft (IfW). URL: http://www.young-economic-summit.org

Über die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft:
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft ist das weltweit größte Informationszentrum für wirtschaftswissenschaftliche Literatur. Die Einrichtung beherbergt rund 4 Millionen Bände und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Allein 2015 wurden rund 6 Millionen digitale Volltexte heruntergeladen. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open-Access-Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt aktuell über 124.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Wissenschaftler/innen in über 9 Millionen Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte wissenschaftliche Bibliothek. Drei Professuren und eine internationale Doktorandengruppe beschäftigen sich transdisziplinär mit dem Thema Digitalisierung der Wissenschaft. Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner kommen aus den EU-Großprojekten EEXCESS und MOVING sowie aus dem Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des öffentlichen Rechts. Die ZBW wurde mehrfach für ihre innovative Bibliotheksarbeit mit dem internationalen LIBER Award ausgezeichnet. 2014 wurde die ZBW zur „Bibliothek des Jahres“ gekürt.

Über die Joachim Herz Stiftung:
Die Joachim Herz Stiftung ist eine der zehn größten deutschen Stiftungen mit einem Stiftungsvermögen von ca. 1,3 Milliarden Euro. Als gemeinnützige, wirtschaftlich unabhängige und politisch neutrale Stiftung fördert sie Bildung, Wissenschaft und Forschung in den Natur- und Wirtschaftswissenschaften sowie die Persönlichkeitsbildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Bildung ist die Basis für individuelle und gesellschaftliche Zukunftschancen. Mit ihren operativen Projekten bereitet die Joachim Herz Stiftung Jugendlichen und jungen Erwachsenen Wege in die Bildung, weckt ihr Interesse und ihre Begeisterung an persönlicher und fachlicher Weiterentwicklung und ermutigen sie zur Übernahme von Verantwortung. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in den drei Programmbereichen „Wirtschaft verstehen & gestalten“, „Naturwissenschaften begreifen“ und „Persönlichkeitsbildung stärken“.

Pressekontakt:

DR. DOREEN SIEGFRIED
Pressesprecherin
ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Düsternbrooker Weg 120
24105 Kiel
T: +49 [0] 431. 88 14-455
M: +49 [0]172 251 48 91
F: +49 [0] 431. 88 14-520
E: d.siegfried@zbw.eu
http://www.zbw.eu

Dr. Doreen Siegfried | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Weltwirtschaft Wirtschaft YES ZBW Überfischung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften