Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter und Mensch arbeiten Hand in Hand

06.02.2015

Neues EU-Projekt an der Hochschule Aalen: 15 Partner aus sechs Ländern, darunter Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen, sind an dem vierjährigen Projekt Symplexity beteiligt, das mit rund 7 Millionen Euro gefördert wird. Projektbeteiligt ist auch die Hochschule Aalen.

Symplexity heißt ein neues Verbundprojekt, das seit Beginn des Jahres unter Koordination der Fraunhofer Gesellschaft und Beteiligung der Hochschule Aalen mit EU-Fördermitteln läuft. 15 Partner aus sechs Ländern, darunter Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen, sind an dem vierjährigen Projekt beteiligt, das mit rund 7 Millionen Euro gefördert wird. Projektverantwortlich auf Seiten der Hochschule Aalen sind Prof. Dr. Rainer Börret und Dr. Marco Speich vom Zentrum für Optische Technologien (ZOT).

Für das aktuelle EU-Rahmenprogramm Horizon 2020 stehen zwischen den Jahren 2014 und 2020 rund 80 Milliarden Euro an öffentlichen Fördermitteln zur Verfügung. Programmziel ist die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Europas durch Förderung von Aktivitäten, die zur Entwicklung innovativer Methoden, Verfahren und Produkte beitragen. Genau das ist auch das Ziel des neuen Projektes Symplexity, das sich in der Förderlinie „Fabriken der Zukunft“ durchsetzen konnte.
Bisher mussten Oberflächen von Werkstücken mit komplexer Geometrie am Ende von Produktionsprozessen häufig mit hohem Aufwand manuell nachbearbeitet werden. Dies erfordert nicht nur hohes manuelles Geschick sondern auch jahrzehntelange Erfahrung. Robotergestützte Verfahren sind zwar in der Lage, diese Tätigkeiten mit hoher Reproduzierbarkeit durchzuführen, haben aber den Nachteil, dass sie relativ unflexibel die ihnen zugeteilten Aufgaben abarbeiten. Was also der erfahrene Handpolierer mit viel Gefühl für den Prozess leistet, kann bisher mit dem Roboter nicht so ohne weiteres abgebildet werden.

Symplexity versucht nun die Vorteile der beiden Welten zu verbinden, indem in einem teilautomatisierten Prozess der Roboter von der Erfahrung des Handpolierers lernt und der Handpolierer gleichzeitig durch den Roboter von der körperlichen Arbeit entlastet wird. Darüber hinaus soll der Arbeitsschutz in direkter Roboterumgebung gewährleistet werden.

Das Zentrum für Optische Technologien der Hochschule Aalen übernimmt im Projekt die Aufgabe, den sogenannten Fluid Jet Polierprozess weiterzuentwickeln. Dabei werden Oberflächen mithilfe eines durch den Roboter bewegten feinen Flüssigkeitsstrahl bearbeitet. Eine mögliche Weiterentwicklung wäre zum Beispiel, es dem Handpolierer zu ermöglichen, am gleichen Werkstück parallel zum Fluid Jet Polieren zu arbeiten. Zusätzlich könnte das Fluid Jet Polieren als Folgeprozess für andere im Projekt entwickelte Verfahren verbessert werden.

Professor Börret zeigt sich begeistert: „Vor zwei Jahren haben wir schon einmal ohne Erfolg versucht, EU-Fördermittel einzuwerben. In der Zwischenzeit konnte unser Konzept weiter optimiert werden, sodass wir uns diesmal gegen andere Konkurrenten durchsetzen konnten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus dem In- und Ausland und erhoffe mir dadurch neue Impulse für meine Forschungsaktivitäten am ZOT, die auch in Lehre und die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses eingehen sollen.“ Die Anwendungsmöglichkeiten des neuen Verfahrens sind sehr vielfältig und reichen von der Medizintechnik über die Automobilbranche bis hin zur Weltraumtechnik. Ein Beirat mit Mitgliedern aus weltweit führenden Unternehmen soll sicherstellen, dass die neuen Verfahren und Technologien rasch in den Markt eingeführt werden.

Rektor Prof. Dr. Gerhard Schneider betont: „Im Bereich der Forschung sind wir regional sowie auf Landes- und Bundesebene zwischenzeitlich sehr gut vernetzt. Einen gewissen Nachholbedarf haben wir hingegen auf internationaler Ebene. Daher ist für uns die Teilnahme an EU-Programmen besonders wichtig, die unsere internationalen Kontakte verbessern.“

Weitere Informationen:

http://www.htw-aalen.de/zot

Monika Theiss | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Deutscher Innovationspreis für Klima und Umwelt 2017 ausgeschrieben
23.01.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Personal-Trainer zum Anziehen: Intelligente Trainingskleidung gewinnt Fashion Fusion Award
23.01.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Deutscher Innovationspreis für Klima und Umwelt 2017 ausgeschrieben

23.01.2017 | Förderungen Preise

Aufwind für die Luftfahrt: University of Twente entwickelt leistungsstarke Verbindungsmethode

23.01.2017 | Maschinenbau