Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter, mix mir einen Drink!

29.06.2010
Tübinger Doktorand gewinnt internationale Auszeichnung

Gedämpftes Licht, ruhige Musik, Gelächter: Hinter der Bar wirbeln die Flaschen durch die Luft und die Eiswürfel klirren in den Gläsern, während Drink um Drink gemixt wird. Fasziniert schauen die Gäste dem Barkeeper zu. Doch dieser ist kein Mensch, sondern ein intelligenter Roboter. Diese Vision hat Oliver Kroemer: Ein Roboter der ihm Drinks mixt, am besten White Russian.

Der 23-jährige Doktorand vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik bringt Maschinen das Denken bei. Was für einen Menschen ganz einfach ist, bedeutet viel Programmierarbeit bei einem Roboter. Das Glas muss richtig gegriffen werden - nicht zu fest, damit es nicht zerbricht, auch nicht zu locker, sonst fällt es aus der Hand. Zwischen all den Flaschen und Gläsern muss auch noch das Richtige ergriffen werden. Für seine Arbeit bekam Kroemer jetzt auf der einer internationalen Informatik und Automatisierung Konferenz (ICINCO) den Preis für das beste Forschungsergebnis.

Die Konferenz über die Anwendungen der Informationsverarbeitung in der Robotik (INCINO – International Conference on Informatics in Control, Automation and Robotics) findet jährlich in Portugal statt und ist eine der größten Tagungen in diesem Bereich. Etwa tausend Veröffentlichungen werden jedes Jahr eingereicht, von denen die Beste ausgezeichnet wird. Die Auswahl basiert auf der Originalität, der Qualität sowie der Signifikanz und der Relevanz der Arbeit auf die zukünftige Forschung. Der erst 23-jährige Doktorand Oliver Kroemer ist einer der jüngsten Gewinner.

Obwohl er in Deutschland geboren wurde, hat der junge Wissenschaftler einen Großteil seines Lebens im Ausland verbracht. Er wohnte in den Vereinigten Staaten und in Norwegen. Die längste Zeit, die er in einem Land lebte, waren die acht Jahre in England. Dort studierte er an der Universität Cambridge Ingenieurwissenschaften. Für seine Arbeit gewann er viele Preise. Seit Januar 2009 arbeitet er als Doktorand am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen im Roboter-Lern-Labor von Jan Peters. Dort bringt er Robotern bei, was kleine Kinder ganz von alleine lernen: das Hand-Augen-System richtig zu kombinieren und dann ein Objekt fehlerfrei zu greifen. „ Seit meiner Kindheit, habe ich ein großes Interesse an Robotern.“ erzählt Oliver Kroemer. „Meine Eltern hatten eine Sammlung von Spielzeugrobotern und die haben mich schon immer fasziniert Ich finde es schön die Umsetzung meiner Arbeit auf den Roboter zu sehen, und das die Roboter dann in der Lage sind über vorprogrammierte Bewegungen hinaus zu lernen.“

Greifen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten für zukünftige Dienstroboter. Die klassische Robotik entwickelt Maschinen, die auf bestimmte Aufgaben zu geschnitten sind. Der Programmier legt fest, welche Bewegung der Roboter mit wie viel Kraft ausführen soll. Um einen Gegenstand aus mehreren gezielt aufzunehmen, würden traditionelle Robotertechniken einen passenden Punkt bestimmen und dann einen Bewegungsplaner benutzen um das Zielobjekt zu ergreifen. Dieser würde sehr genaue Information über die Umgebung und lange Berechnungszeiten benötigen. Daher werden Methoden benötigt, die mit Information aus Standardtechniken arbeiten können und nur die notwendigsten Annahmen über die Umgebung machen müssen. Oliver Kroemer schlägt in seiner Arbeit Techniken vor, in welchen der Roboter die programmierten und gelernten Bewegungen selbst modifizieren kann um sie der jeweiligen Situation anzupassen.

Publikation:
Kroemer, O., R. Detry, J. Piater and J. Peters: Grasping with Vision Descriptors and Motor Primitives. Proceedings of the 7th International Conference on Informatics in Control, Automation and Robotics (ICINCO 2010), 1-8 (accepted) (06 2010)
Weitere Informationen über Oliver Kroemer:
http://www.robot-learning.de/Member/OliverKroemer
http://www.robot-learning.de/Member/CVOliverKroemer
Kontakt:
Oliver Kroemer
Tel.: 07071 601-585
E-Mail: oliver.kroemer@tuebingen.mpg.de
Jan Peters
Tel.: 07071 601-585
E-Mail: jan.peters@tuebingen.mpg.de
Stephanie Bertenbreiter (Presse- Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: 07071 601-472
E-Mail: Presse@tuebingen.mpg.de
Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik forscht an der Aufklärung von kognitiven Prozessen auf experimentellem, theoretischem und methodischem Gebiet. Es beschäftigt rund 325 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 40 Ländern und hat seinen Sitz auf dem Max-Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für biologische Kybernetik ist eines der 80 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Stephanie Bertenbreiter | idw
Weitere Informationen:
http://kyb.mpg.de
http://tuebingen.mpg.de/
http://tuebingen.mpg.de/startseite/detail/roboter-mix-mir-einen-drink.html

Weitere Berichte zu: Automation ICINCO Kybernetik Max-Planck-Institut Roboter Robotic Robotik drink

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie