Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter erkunden fremde Planeten um die Wette

08.11.2013
Welcher Roboter kommt mit den widrigen Bedingungen einer außerirdischen Planetenlandschaft am besten zurecht?

Das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt e.V. (DLR) richtet erstmals den deutschen Weltraum-Robotik-Wettbewerb „DLR SpaceBot Cup“ aus. Am Montag und Dienstag, 11. und 12. November, treten in der Supercrosshalle in Rheinbreitbach bei Bonn insgesamt zehn Teams aus ganz Deutschland mit selbst konstruierten Robotersystemen gegeneinander an. Die Universität Bonn beteiligt sich mit dem Team „NimbRo Centauro“. Die Medien und die Öffentlichkeit sind herzlich eingeladen.


Bereiten den Roboter "Explorer" auf den DLR SpaceBot Cup vor: Teamleiter Jörg Stückler (links) und Informatik-Student Max Schwarz vom Team "NimbRo Centauro" der Universität Bonn.
(c) Foto: Sven Behnke/Uni Bonn

Die Aufgabenstellung beim „DLR SpaceBot Cup“ erinnert an ein typisches Explorationsszenario auf einer Planetenoberfläche. Die Roboter müssen in einem schwierigen Gelände teilautonom Objekte auffinden, identifizieren und transportieren, um sie schließlich zu einem Gesamtsystem zu montieren. Hierfür wird die Rheinbreitbacher Supercrosshalle zu einer Art Marslandschaft umgestaltet. „Das Gelände ist für die Roboter eine große Herausforderung: Es geht bergauf und bergab über Sand und Steine. Zudem müssen sie zahlreiche Hindernisse umfahren und Aufgaben lösen“, sagt Prof. Dr. Sven Behnke vom Institut für Informatik VI: Autonome Intelligente Systeme der Universität Bonn.

Ein Laserscanner des Roboters erstellt Geländemodelle

Sein Team „NimbRo Centauro“ tritt am Montag, 11. November, von 13 bis 14 Uhr mit einem flachen Radroboter an, der mit einem Manipulator ausgestattet ist. „Besonders interessant daran ist die umfangreiche Sensorik, die dem Roboter die autonome Bewältigung seiner Aufgaben ermöglichen soll“, berichtet Prof. Behnke. So sitzt auf dem „Explorer“ ein 3D-Laserscanner, der in einem Umkreis von 30 Metern rundum die Umgebung erfasst, sodass der Roboter ein Geländemodell erstellen und damit die Befahrbarkeit einschätzen kann. Weitere acht Sensoren erfassen die Geometrie und Farbe des Untergrundes in alle Richtungen, damit der Roboter auch kleineren Hindernissen ausweichen kann. Die Datenfülle der zahlreichen Sensoren verarbeitet ein besonders schneller Rechner, der sich an Bord des Roboters befindet.

Insgesamt vier Kameras liefern zudem hochaufgelöste Bilder für die Bedienungscrew und zeigen, wie gut sich „Explorer“ in dem schwierigen Gelände schlägt. Der Roboter soll zwar seine Aufgaben weitgehend selbst lösen, doch ist es möglich, über eine Funkverbindung das System neu zu konfigurieren, falls es zu Problemen kommt. Dann ist die Crew an den Bildschirmen gefragt. Außerdem sind zwei Mitarbeiter vor Ort, die dann eingreifen, wenn sich „Explorer“ auf der künstlichen Marsoberfläche festfahren sollte. „Wir verfügen über umfangreiche Erfahrungen bei Fußball- und Haushaltsrobotern und haben in diesen Disziplinen bei zahlreichen Wettbewerben Siege errungen – mit dem DLR SpaceBot Cup wagen wir uns allerdings erstmals in schwieriges Gelände“, sagt Prof. Behnke.

Für Fehler gibt es Strafpunkte

Bei dem Wettbewerb geht es darum, dass die Roboter möglichst schnell auf dem Parcours ihre Aufgaben erfüllen. Für Fehler gibt es Strafpunkte. Eine Jury aus Vertretern der Raumfahrtindustrie, der Robotik-Hersteller und -Anwender sowie der Wissenschaft bewertet die künstlichen Systeme. Die zehn Kandidaten wurden im März ausgewählt. Das DLR förderte jedes Team mit 50.000 Euro.

„In den kommenden Missionen zu anderen Planeten in unserem Sonnensystem werden Roboter eine Hauptrolle spielen. Da muss Deutschland bereit sein und die nötige Technologie in der Schublade haben“, sagt Dr. Gerd Gruppe, für das Raumfahrtmanagement zuständiger Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der SpaceBot Cup sei eine Leistungsschau der Robotik-Wissenschaftsszene und eine Möglichkeit, deutsche Technik für die internationale Bühne vorzubereiten.

Interessierte Medien werden gebeten, sich bis Freitag, 8. November, für den DLR SpaceBot Cup bei der DLR Kommunikation, Martin Fleischmann, E-Mail martin.fleischmann@dlr.de zu registrieren. Besucher werden gebeten, sich auf http://registrierung.cdonline.de/spacebotcup2013/ anzumelden.

Kontakt:

Prof. Dr. Sven Behnke
Institut für Informatik VI: Autonome Intelligente Systeme
der Universität Bonn
Tel. 0228/734116, Mobil: 0176/240 64862
E-Mail: behnke@cs.uni-bonn.de
Martin Fleischmann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Raumfahrtmanagement
Tel. 0228/447-120
E-Mail: Martin.Fleischmann@dlr.de
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de/rd/spacebotcup (inklusive Anfahrtsskizze)
http://www.ais.uni-bonn.de/nimbro/Centauro

Johannes Seiler | idw
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics