Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter als Katastrophenhelfer – Erfolgreiche Teilnahme des FKIE am europäischen Wettbewerb M-ELROB

02.10.2014

Überzeugende Technik rettet Menschenleben – dies konnte ein Team des Fraunhofer FKIE zeigen und sicherte sich den ersten Platz bei der Aufgabe, einen Verwundeten aus einer gefährlichen Lage zu retten.

Alle zwei Jahre wird die M-ELROB, die militärische Version der „Europäischen Leistungsschau Robotik“ veranstaltet, um zu demonstrieren, wie Roboter im militärischen Umfeld zum Schutz der Soldaten beitragen können. Die diesjährige M-ELROB fand vom 23. bis zum 27. Juni unter polnischer Schirmherrschaft in Warschau statt.


Roboter im Rettungseinsatz

© Fraunhofer FKIE

Langsam bewegt sich der mechanische Arm des Roboters in Richtung der im hohen Gras liegenden Übungspuppe. Im Greifer des Roboterarms befindet sich ein Karabinerhaken. Dieser schiebt sich langsam unter den Schultergurt der Schutzweste und hakt schließlich ein. Jetzt ist der Roboter in der Lage mit dem Schleppseil die Puppe aus dem Gefahrenbereich zu ziehen.

Das „Retten eines Verwundeten aus unsicherer Lage“, ist zum ersten Mal eine Disziplin bei der M-ELROB. In der 8-jährigen Geschichte der ELROB beschäftigten sich die Roboter bisher hauptsächlich mit der Erkundung und Aufklärung von gefährlichen Umgebungen wie z.B. mit der Suche nach versteckten Sprengfallen (IED).

Für alle Teilnehmer war die Aufgabenstellung neu − und Neues hat seine Anziehungskraft: Insgesamt neun Teams versuchten sich an der Rettung von zwei Übungspuppen, die in einem weitläufigen Gelände versteckt wurden. Je nach Leistungsfähigkeit des Roboters konnten „Dummies“ mit einem Gewicht von 10kg, 35kg oder 74kg ausgewählt werden.

So unterschiedlich die Roboter der Teilnehmer waren, so unterschiedlich waren die gewählten Lösungswege. Beispielsweise versuchte ein Team des Gastgebers die Aufgabe mit schierer Kraft zu lösen. Ein ferngelenkter, geländegängiger Gabelstapler sollte die Übungspuppe aufnehmen und zurückbringen. Andere Lösungen waren filigraner. Roboter versuchten mit Greifarmen die Puppen zu fassen und zurück an den Startpunkt zu ziehen.

Das Team FKIE entschied sich für eine kombinierte Lösung: Der Greifarm hakt ein Seil an der Ausrüstung des Verwundeten fest und der leistungsstarke Roboter zieht diesen dann aus dem Gefahrenbereich. Dabei nutzte das FKIE eine eigens entwickelte Steuerung, mit der die Armbewegung des Benutzers auf den Roboterarm übertragen wird.

Diese Steuerung ist insbesondere für Greifaufgaben geeignet, die sich nicht automatisieren lassen. Den ersten Platz sicherte sich das Team FKIE nicht nur damit, dass es in der Lage war, die schwerste Übungspuppe sicher ins Ziel zu bringen, sondern auch durch die Steuerung, mit der viel Zeit gespart werden konnte. Ganze sieben Minuten früher als beim Zweitplatzierten waren die Übungspuppen am Zielpunkt und konnten „versorgt“ werden. 

Der für die neuartige Armsteuerung zusätzlich verliehene Sonderpreis „Best Novel Scientific Solution“ für den besten wissenschaftlichen Beitrag rundete die erfolgreiche Teilnahme des Teams FKIE an der M-ELROB 2014 ab.

Weitere Informationen:

http://www.fkie.fraunhofer.de/de/presse.html

Herrad Schmidt | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen