Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Revolutionäres Desinfektionsverfahren und Referenzmaterial für Genanalysen sind UNIQUE-Sieger

28.06.2017

Im UNIQUE-Ideenwettbewerb gibt es 2017 erstmalig in der Wettbewerbsgeschichte zwei erstplatzierte Teams. In der Kategorie Forschende/Absolventen kürte die Jury das Team „Nebula Labs“ um Dr. Jörn Winter und Dr. Ansgar Schmidt-Bleker vom Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) sowie das Team „RNAREF“ aus Prof. Dr. Andreas W. Kuss und Dr. Lars Riff Jensen vom Interfakultären Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung der Universität Greifswald. Insgesamt sieben Finalistinnen und Finalisten stellten sich am 20. Juni 2017 einer Fachjury vor.

Die Jury wählte die innovativsten Konzepte in zwei Kategorien aus. Diese wurden anschließend im Rahmen der Prämierungsveranstaltung mit Geldpreisen zur Anschubfinanzierung ausgezeichnet. „Auch in diesem Jahr waren die Konzepte ein beeindruckender Mix aus selbsterarbeitetem Wissen und Ideen, die die Studierenden und Forschenden aus den jeweiligen Fächern mitbringen“, sagte Dr. Seiberling, Leiter des Zentrums für Forschungsförderung und Transfer der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.


Dr. Ansgar Schmidt-Bleker (rechts), Dr. Jörn Winter (links), Ideenwettbewerb – Nebula Labs

Foto: Kilian Dorner

Nebula Labs hat sich zum Ziel gesetzt, ein revolutionäres Desinfektionsverfahren auf den Markt zu bringen. Dabei setzen sie nicht auf harte Chemie, sondern auf Plasma – ein ionisiertes Gas – welches sie in Kontakt mit Wasser bringen.

Mittels ihrer Erfindung, eines zum Patent angemeldeten Plasmaverfahrens, erzeugen sie ein starkes Desinfektionsmittel. Dieses wird mittels einer einfach zu fertigenden Vorrichtung vor Ort aus Luft, Wasser und Strom erzeugt. Die wirksamen Komponenten der erzeugten Desinfektionsflüssigkeit zerfallen nach wenigen Minuten wieder in unbedenkliche Bestandteile. Das Verfahren eignet sich für verschiedenste Anwendungen, von der Desinfektion von Fließbändern, Lebensmittelverpackungen bis hin zur Flächendesinfektion im Krankenhausumfeld oder der hygienischen Handdesinfektion.

RNAREF – Das Team möchte Referenzmaterial für Next-Generation-Sequencing (NGS) basierte RNA-Analysen entwickeln. Bei der Verwendung von NGS-Technologien ist die technische Überprüfbarkeit besonders wichtig, um methodenbedingte Einflüsse auf die Qualität der erzielten Ergebnisse erkennen zu können und sichere Ergebnisse zu erzielen.

Dies wird durch Verwendung geeigneter Referenz- bzw. Kontrollmaterialien möglich, die während des gesamten Prozesses mitgeführt bzw. an verschiedenen Stellen im Laufe des Verfahrens direkt eingebracht werden. Standardisierte Referenzmaterialien sind bisher nicht erhältlich, was die Vergleichbarkeit und Überprüfbarkeit entsprechender Ergebnisse deutlich erschwert.

NGS-Anwendungen haben bereits Eingang in den Katalog abrechenbarer Gesundheitsleistungen bei den Krankenkassen gefunden und es gibt Bemühungen, Lösungsansätze für diesen Aspekt der Qualitätsüberwachung zu entwickeln. Ziel des geplanten Projekts ist daher, geeignete marktfähige Produkte für die NGS-Analytik zu entwickeln.

Den dritten Platz errang das Team um Elias Beetz, Absolvent der Universität Greifswald, mit Plain Truth. Die App PlaTr soll Menschen die Möglichkeit geben, schnell, unterhaltsam und anonym Statistiken zu ihnen wichtigen Themen zu erheben. Das kann in der PlaTr-Community unter allen Nutzern geschehen, genauso aber in von Unternehmen bereitgestellten Communities. Dort wären die Themen eher unternehmensspezifisch, der Zugang gegebenenfalls exklusiv und PlaTr wird für die Bereitstellung der App bezahlt.

In der Kategorie der Studierenden wurden in diesem Jahr Daniel Hingst, Niels Gulecke und Xenia Valero Schönhöft mit der Idee Law Clinic Greifswald (studentische pro-bono-Rechtsberatung für Flüchtlinge und andere Hilfsbedürftige) mit dem 1. Preis und Tom Grüneberg und Jennifer Cordes mit der Idee superfamilyfood (Gesundes Essen für Super Babys, Super Kids, Super Mums und Super Dads) mit dem 2. Preis ausgezeichnet.

2006 wurde der Ideenwettbewerb erstmalig ausgerichtet, um Studierende, Forschende sowie Mitarbeitende der Universität Greifswald bei der Entwicklung ihrer Ideen bis zur Gründung eines Unternehmens zu unterstützen. Seit 2013 wird das aus ESF-Mitteln des Landes finanzierte Projekt gemeinsam mit dem INP Greifswald durchgeführt. Die Ideen reichen von Software- und Technologielösungen, über Qualitätssiegel und Dienstleistungen bis hin zu Medizinprodukten. Im November diesen Jahres folgt dann der UNIQUE+ Businessplanwettbewerb.

UNIQUE wird in besonderer Weise von der Sparkasse Vorpommern, der Denkfabrik Stralsund GmbH und der Universitäts- und Hansestadt Greifswald unterstützt. Die Preisgelder für den UNIQUE-Ideenwettbewerb 2017 wurden außerdem von den Unternehmen INCI-experts Hamburg, Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern mbH , MLP Greifswald, BioCon Valley M-V e.V., WITENO GmbH, Hardtke • Svensson & Partner gesponsert. Weitere Förderer des Wettbewerbs sind die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, die Regionale Wirtschaftsinitiative Ost Mecklenburg-Vorpommern e.V. und die ADVITAX Steuerberatungsgesellschaft mbH Niederlassung Greifswald.

Weitere Informationen:

1. Björn Nowack (links); Lars Riff (rechts); Prof. Dr. Andreas W. Kuss (Mitte) – Projekt RNAREF
2. Dr. Ansgar Schmidt-Bleker (rechts), Dr. Jörn Winter (Links), Ideenwettbewerb – Nebula Labs
3. Elias Beetz (rechts) – Projekt Plain Truth

Alle Fotos: Kilian Dorner

Die Fotos können für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dieser Medieninformation kostenlos heruntergeladen und genutzt werden. Dabei ist der Name des Bildautors zu nennen. Download: https://www.uni-greifswald.de/universitaet/information/aktuelles/medienfotos/med...

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Dr. Stefan Seiberling
Zentrum für Forschungsförderung und Transfer
Wollweberstraße 1
17489 Greifswald
Telefon 03834 420 1174
seiberli@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie