Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe

23.06.2017

Die Repairon GmbH, eine Ausgründung aus der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), hat erfolgreich eine Finanzierungsrunde für die Entwicklung künstlicher Herzgewebe aus Stammzellen für die Anwendung bei Herzmuskelschwäche abgeschlossen. Neben dem strategischen Partner Sartorius konnte die Repairon GmbH mit der S Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG (Sparkasse Göttingen) und der 3LC Venture GmbH & Co. KG weitere lokale Investoren für das Projekt gewinnen.

Die Repairon GmbH entwickelt künstliche Gewebe aus Stammzellen für die Reparatur defekter Organe. Dabei nutzt das Unternehmen innovative Verfahren der Gewebeherstellung aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der UMG. Als erstes therapeutisches Produkt sollen sogenannte Engineered Heart Muscle (EHM) als Herzpflaster für die Anwendung bei Herzmuskelschwäche hergestellt werden.

Die Herzmuskelschwäche betrifft weltweit 23 Millionen Patienten, davon etwa 2 Millionen in Deutschland. Zugrundeliegend ist ein Verlust an Herzmuskelgewebe zum Beispiel nach Herzinfarkt. Die Lebensqualität und die Lebenserwartung sind bei vielen Patienten mit Herzmuskelschwäche trotz optimaler Versorgung dramatisch eingeschränkt. Die Herztransplantation bleibt in fortgeschrittenen Stadien die einzige wiederherstellende Behandlungsmaßnahme, steht aber pro Jahr weltweit weniger als 5.000 Patienten zur Verfügung.

Die Repairon GmbH wird gemeinsam mit Sartorius den Zellkultur-Prozess der Herzpflasterherstellung für die personalisierte Anwendung bei der Volkskrankheit Herzmuskelschwäche optimieren. Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann betont: „Wir wollen am Standort Göttingen gemeinsam mit unseren Partnern hoch innovative Zell-basierte Arzneimittel für die Wiederherstellung der Pumpkraft des kranken Herzens entwickeln“.

Damit wird in Göttingen eine seit zehn Jahren eingeschlagene Strategie zur Translation innovativer Erkenntnisse aus dem Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen in die klinische Anwendung konsequent weiter verfolgt. Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Dekan und Vorstandssprecher der UMG: „Wir unterstützen die Überführung von Forschungsergebnissen aus der Universitätsmedizin Göttingen in die klinische Anwendung ausdrücklich und sehen am Standort Göttingen ein hervorragendes Entwicklungspotential für universitäre Ausgründungen“.

Als Partner im Deutschen Zentrum für Herzkreislaufforschung (DZHK) hat sich der Standort Göttingen der Überführung neuartiger Behandlungsmethoden bei Herzmuskelschwäche verschrieben. Prof. Dr. Gerd Hasenfuß, Vorstandsmitglied des DZHK und Vorsitzender des Herzzentrums Göttingen der UMG: „Die erfolgreiche Einführung Zell-basierter Behandlungsmethoden für den Wiederaufbau von Herzmuskelgewebe wäre ein Durchbruch für die Herzmedizin“.

Hintergrundinformationen:

Die Repairon GmbH wurde in 2014 von Prof. W.-H. Zimmermann und Dr. L. Germeroth in Göttingen gegründet. Ein Schwerpunkt ist die Prozessentwicklung für die Herstellung von Herzmuskelgewebe für die Anwendung bei Herzmuskelschwäche. Geschäftssitz ist im Science Park Göttingen in der Rudolf-Wissel-Str. 28A, 37079 Göttingen.

Sartorius ist ein international führender Pharma- und Laborzulieferer. Mit einem breiten Produktportfolio trägt der Konzern dazu bei, dass Biotech-Medikamente und Impfstoffe sicher und effizient entwickelt und hergestellt werden. Das 1870 gegründete Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2016 mit über 7.000 Mitarbeitern einen Umsatz von über 1,3 Milliarden Euro.

S-Unternehmensbeteiligungsgesellschaft Göttingen mbH & Co KG (UBG) ist ein Tochterunternehmen der Sparkasse Göttingen und steht mit Beteiligungsprodukten für die Unternehmensfinanzierung bereit. Damit ergänzt sie die Produktpalette der Sparkasse Göttingen und trägt zur Erfüllung des öffentlichen Auftrages in der Region Göttingen bei.

3LC Venture GmbH &Co.KG ist ein lokaler Investor mit dem Fokus auf zellbasierten Therapien.

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) betreibt Forschung, Lehre und Krankenversorgung unter einem Dach. Sie ist das einzige Klinikum der Maximalversorgung in Südniedersachsen und größter Arbeitgeber der Region. Als Schwerpunktzentrum bündelt das Herzzentrum Göttingen alle klinisch und wissenschaftlich in der Herzmedizin aktiven Institute und Kliniken der UMG. Die „Herz-Kreislaufwissenschaften mit Schwerpunkt Herzinsuffizienz und Regeneration“ sind ein national und international sichtbarer Forschungsschwerpunkt der UMG.

Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) bündelt Experten von sieben Standorten in Deutschland mit dem Ziel, Ergebnisse aus der kardiovaskulären Grundlagenforschung schneller in die klinische Anwendung zu bringen. Der DZHK-Standort Göttingen hat den Schwerpunkt „Prävention und Regeneration bei Herzinsuffizienz“.

Christine Vollgraf | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.dzhk.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Illegal geschlagenes Holz in Alltagsprodukten aufspüren
21.11.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

nachricht DFG-Förderung für weltweit größte Studie zu Einzel-Implantaten im zahnlosen Unterkiefer
21.11.2017 | Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie