Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Red Dot: Best of the Best: Weltweit renommierter Preis für Design-Studenten der Hochschule Osnabrück

11.11.2015

Sie studieren erst im dritten Jahr Design – und gehören jetzt schon zu den Weltbesten ihrer Zunft: Fünf Design-Studenten der Hochschule Osnabrück haben gemeinsam mit ihrem Betreuer, Prof. Thomas Hofmann, in Kooperation mit der DFS Deutschen Flugsicherung GmbH einen „Konzeptionstisch“ für Fluglotsen entwickelt, der jetzt mit einem der begehrtesten Designpreise weltweit ausgezeichnet wurde – dem Red Dot: Best of the Best. Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Gabriele Heinen-Kljajić und der Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram gratulierten dem Team.

Die Red Dot-Jury hat entschieden: Für ihr hervorragendes Projekt „DFS-ConceptDesk“ erhalten die Hochschule Osnabrück und ihr Kooperationspartner, die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH den „Red Dot: Best of the Best“ 2015 – die Anerkennung für höchste Gestaltungsqualität.


5 Design-Studenten der HS Osnabrück haben unter Leitung von Prof. Thomas Hofmann in einem Kooperationsprojekt mit der Deutschen Flugsicherung den „Arbeitsplatz der Zukunft“ für Fluglotsen entwickelt.

Hochschule Osnabrück

In mehrtägigen Sitzungen bewerteten die international zusammengestellten Juroren jede der fast 7.500 Einreichungen aus 53 Ländern live und vor Ort. Nur 82 Arbeiten schafften es unter die „besten der Besten“: Laut der Jury „beeindrucken sie durch ihr kreatives und hochwertiges Design in besonderem Maße“. Zu den frisch Gekürten gehört auch das Team der Hochschule Osnabrück, dem neben dem Professor für Produktdesign Thomas Hofmann auch fünf Design-Studierende angehören.

Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Gabriele Heinen-Kljajić gratulierte dem Team. „Die Auszeichnung zeugt auf beeindruckende Weise von der hervorragenden Qualität der Design-Studiengänge an der Hochschule Osnabrück. Studierende werden hier interdisziplinär, praxisnah und – mit Blick auf menschliche Bedürfnisse und technische Möglichkeiten – umfassend ausgebildet. Der Preis würdigt das Design-Projekt weit über die Landesgrenzen hinaus“, betonte die Ministerin.

Auch der Hochschulpräsident, Prof. Dr. Andreas Bertram, freute sich über die Würdigung des Teams: Sie beweise, dass „das Design-Studium in Osnabrück eine erstklassige Vorbereitung für den Beruf“ sei. Der „Red Dot: Best of the Best“ für die Arbeit des interdisziplinären Teams ist laut Bertram „ein wichtiger Türöffner in die wachsenden Branchen Industrial- und Interaktionsdesign“.

Die Bedeutung dieses Preises unterstrich auch Professor Dr. Peter Zec, ein international etablierter Design-Experte und seit 1991 geschäftsführender Vorstand des Design-Zentrums Nordrhein Westfalen, das den Red Dot-Wettbewerb organisiert: „Reichten Kreativität und ein fundiertes Know-how für den Start einer erfolgreichen Karriere früher aus, so brauchen junge Designer heute die Möglichkeit, sich auf einer internationalen Bühne zu messen und die Qualität ihrer Arbeiten von einer Expertenjury beurteilen zu lassen. Eine Auszeichnung in einem der renommiertesten Kreativwettbewerbe der Welt sichert dem Nachwuchs darüber hinaus die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit.“

In einem Kooperationsprojekt mit der DFS haben die Studenten Tim-Niklas Hachmeister, Robert Schnüll, Daniel Schwalbe, Malte Syndicus und Dennis Timmermann unter der Leitung von Prof. Thomas Hofmann das sogenannte „DFS-ConceptDesk“ entwickelt. Dieser rund zwei Quadratmeter große experimentelle Arbeitsplatz ist die Antwort des Teams auf die Fragen: „Wie werden Fluglotsen in Zukunft arbeiten? Wie werden sie mit der Technik interagieren, wie mit den Piloten, dem Bodenpersonal, untereinander?“

„Unser Entwurf dient als experimenteller Arbeitsplatz, um zukünftige Interaktionsformen zu testen, zu evaluieren und zu diskutieren“, erklärt Projektleiter Prof. Thomas Hofmann. Aus seiner langjährigen Zusammenarbeit mit der Deutschen Flugsicherung ist die Idee entstanden, „den Arbeitsplatz der Zukunft“ für Fluglotsen zu entwickeln. Denn in ihrem verantwortungsvollen Job sind Lotsen auf zahlreiche Informationen angewiesen: Sie müssen gleichzeitig Routen vieler Flugzeuge berücksichtigen, genauso wie Wetter- und Sichtverhältnisse entlang dieser Routen oder auch die aktuelle Situation im Zielflughafen. All diese Informationen werden bislang auf mehreren getrennten Bildschirmen angezeigt, ihre mentale Verarbeitung erfordert somit zusätzliche Anstrengung und Konzentration. Bei der Analyse bestehender Arbeitsplätze der Lotsen stellte Hofmann mit seinen DFS-Partnern fest, dass die Interaktion mit digitalen Hilfsmitteln weiter verbessert werden kann.

„Der Flugverkehr läuft in einem realen dreidimensionalen Raum ab – mit einer neuen technischen Lösung wollten wir es den Fluglotsen ermöglichen, ihn besser zu kontrollieren“, so Prof. Hofmann und seine DFS-Projektpartner, Dr. Jörg Bergner und Thomas Rüggeberg. Für sein Team suchte der Design-Professor sowohl kreative Produktentwickler als auch Fachleute für die Mensch-Computer-Kommunikation. Beides fand der Sprecher des Studiengangs Industrial Design (ID) unter seinen Studierenden und auch im zweiten Designprogramm seiner Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik, Media & Interaction Design (MID). Beide Studiengänge bestehen erst seit sieben bzw. vier Jahren, jedoch sind ihre Absolventinnen und Absolventen stark nachgefragt, und auch auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland sind Studierende mit ihren Projektarbeiten vielfach auf großes Interesse gestoßen.

Für das Projekt mit der DFS hat Hofmann gezielt Studierende angesprochen, die sich in seiner Ergonomie-Vorlesung hervorgetan und auch schon erste erfolgreiche Produktentwürfe entwickelt haben. Die Studenten des Industrial Designs kümmerten sich um Entwürfe der Arbeitsfläche, mit der Lotsen einzelne Ansichten wählen und so benötigte Informationen aufrufen oder miteinander kombinieren können. Einer von ihnen, gelernter Schreiner Malte Syndicus, sorgte für die millimetergenaue Umsetzung des Designs im Prototypenbau. Die MID-Studenten befassten sich mit der Programmierung der Entwürfe für den Arbeitsplatz, dessen Aufbau primär aus zwei Bildschirmen besteht: einem senkrechten 83-Zoll-Monitor, wo abgefragte Informationen angezeigt werden, und einem noch größeren, waagerechten Multitouch-Bildschirm, den Lotsen bequem per Fingersteuerung bedienen können.

„Hard- und Software mussten simultan entwickelt werden“, beschreibt MID-Student Robert Schnüll die besondere Herausforderung des Projekts. In enger Zusammenarbeit mit den Lotsen hat das Team zunächst Anforderungen an den „Arbeitsplatz der Zukunft“ analysiert und unterschiedliche Szenarien durchgespielt, in Design-Konzepte umgesetzt und mit den Nutzern ausprobiert und bewertet. Dann entwickelten die angehenden Designer unterschiedliche Schnittstellen-Varianten und testeten sie nun am funktionstüchtigen Arbeitsplatz.

Nach elf Monaten Entwicklungs- und Umsetzungsarbeit neben dem Studium – mit regelmäßigen Treffen und „einigen Spätschichten, die aber den Zusammenhalt des Teams nur noch gestärkt haben“, so Schnüll – war der DFS-ConceptDesk fertig. Er stellt aufgrund der Integration neuartiger Interaktionsformen ein technisches Setup zur Verfügung, welches zur Konzipierung innovativer Szenarien der Mensch-Computer-Interaktion geeignet ist. Schon heute findet der Konzeptionstisch Anwendung in der Deutschen Flugsicherung: Im Rahmen der EU-Initiative zur Schaffung eines Einheitlichen Europäischen Luftraums (SESAR) werden Anzeigesysteme untersucht, mit denen der Verkehrsfluss in einem Multi-Airport-Nahverkehrsbereich optimiert werden soll. „Außerdem haben wir in Workshops bereits vier weitere denkbare Einsatzfelder identifiziert“, berichtet Dr. Bergner.

Am 6. November hat das Team auf der Red Dot Gala in Berlin seinen Preis entgegengenommen; dabei wurde unter den prämierten Produkten auch der DSF-ConceptDesk ausgestellt. Ab jetzt können diese Exponate auch in einer Online-Ausstellung besichtigt werden: red-dot.de/cd/de/online-exhibition. Außerdem geht das ConceptDesk „made in Osnabrück“ bald auf Welttournee: Im Rahmen der Ausstellung „Red Dot on Tour“ wird ein Film über das Projekt demnächst in den wichtigsten Design-Metropolen zu sehen sein.

Weitere Informationen:

http://red-dot.de/cd/de/online-exhibition
http://www.ecs.hs-osnabrueck.de/2721+M5c0459e56d9.html - Pressemittilung mit weiteren Bildern

Lidia Uffmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften