Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rechenleistung der Spitzenklasse an der JGU: 8,7 Millionen Euro für neuen Hochleistungsrechner

11.04.2014

Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist weltweit führend auf dem Gebiet der simulationsgetriebenen Wissenschaften.

Ein neuer leistungsfähiger Großrechner an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) gibt dem Bundesland Rheinland-Pfalz im Bereich des bundesweiten Hochleistungsrechnens weiter Profil. Insgesamt 8,7 Millionen Euro werden im Zeitraum von 2015 bis 2017 der Bund, die Landesregierung und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz in den neuen Hochleistungsrechner investieren, um die rheinland-pfälzischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen der „Allianz im Hochleistungsrechnen Rheinland-Pfalz“ (AHRP) bis 2019 mit Rechenleistung der deutschen Spitzenklasse zu unterstützen.

Der Wissenschaftsrat hat heute den Antrag der JGU auf die Förderung eines neuen Hochleistungsrechners positiv beschieden und die Grundlage für die Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Rechnens in Rheinland-Pfalz gelegt.

„Die Empfehlung des Wissenschaftsrats unterstreicht einmal mehr, dass sich die Johannes Gutenberg-Universität zu einem Standort der nationalen Spitzenforschung entwickelt hat. Schließlich werden für eine Förderung nur Vorhaben von überregionaler Bedeutung vorgeschlagen, die sich durch ein hohes Innovationspotential auszeichnen“, so Wissenschaftsministerin Doris Ahnen.

Klar, so Ahnen weiter, sei aber auch: „Mit herausragender Forschung wachsen die Anforderungen an moderne Arbeitstechnologien. Mogon II ist ein gutes Beispiel dafür, wie Spitzenforschung in Rheinland-Pfalz gezielt unterstützt werden kann. Denn der Großrechner bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch über Mainz hinaus optimale Bedingungen, um mit den wissenschaftlichen Entwicklungen auf dem Gebiet der rechnergestützten Forschung Schritt halten zu können.“

Die Empfehlung des Wissenschaftsrats, so Doris Ahnen weiter, erkläre sich nicht zuletzt aus der unübersehbaren Dynamik, mit der sich die rheinland-pfälzische Wissenschafts- und Forschungslandschaft in den vergangenen Jahren entwickelt habe. Als Erfolgskatalysator habe hierbei die Forschungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz gewirkt, die es den Universitäten und Fachhochschulen ermöglicht hat, ihre Forschungsstärken klar herauszuarbeiten und auszubauen.

Das Zentrum für Datenverarbeitung (ZDV) der JGU wird den neuen Hochleistungsrechner – MOGON II – betreiben, der das aktuelle System MOGON ersetzen wird. MOGON hatte bei der Inbetriebnahme im Jahr 2012 in der Liste der 500 schnellsten Hochleistungsrechner die Position 81 belegt und wird zurzeit immer noch auf Position 181 gelistet. MOGON II soll sich wieder unter den Top 100 der weltweit schnellsten Hochleistungsrechner platzieren.

Hochleistungsrechnen gewinnt an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz immer mehr an Bedeutung, so z.B. in der Physik, insbesondere Kernphysik und Hochenergiephysik, in der Informatik, der theoretischen Chemie und den Materialwissenschaften, aber auch in der Meteorologie oder der Genomforschung. Zusätzlicher Bedarf an Rechenkapazitäten entsteht durch den Exzellenzcluster "Precision Physics, Fundamental Interactions and Structure of Matter" (PRISMA), durch den Bau des neuen Beschleunigers MESA sowie durch den bereits vorbereiteten Einsatz von Next Generation Sequencing-Systemen in der Biologie und den Lebenswissenschaften. Auf der Basis der bisherigen Auslastung des bestehenden Hochleistungsrechners MOGON I erwartet die Universität von 2013 bis 2015 eine Verdreifachung und von 2015 bis 2017 eine zusätzliche Verdoppelung der Rechenzeitanforderungen.

„Der neue Hochleistungsrechner spielt daher eine tragende Rolle in den starken wissen-schaftlichen Bereichen unserer Universität“, erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch. „So hat sich die Computersimulation in den Naturwissenschaften neben der Modellierung und dem Experiment zur dritten Säule des Erkenntnisgewinns entwickelt. Der Zugriff auf aktuelle und ausreichend dimensionierte Hochleistungsrechner ist dabei zu einem Standortfaktor geworden, der die Wettbewerbsfähigkeit unserer Forschung entscheidend mitbestimmt. Die Mainzer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nehmen dabei eine weltweit führende Position auf dem Gebiet der simulationsgetriebenen Wissenschaften ein und belegen dies insbesondere auch durch ihre wissenschaftlichen Erfolge im Exzellenzcluster PRISMA, in der Graduiertenschule der Exzellenz „MAterials science IN mainZ“ (MAINZ) sowie in verschiedenen Sonderforschungsbereiche.“

Über die klassischen Nutzergruppen hinaus ist das Hochleistungsrechnen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz auch für die Geo-, Klima- und Wetterforschung sowie die Lebenswissenschaften Biologie und Medizin von Bedeutung. Diese Nutzergruppen entwickeln zum einen selbst höchstparallele Codes, die in der Lage sind, effizient auf den gesamten zu beschaffenden Hochleistungsrechner zu skalieren; sie bringen aber auch neue Anforderungen an die Zugriffe auf die parallelen Speichersysteme mit, die in den Bereich der massiven Datenanalyse und der Big Data-Anwendungen fallen. Geplant ist hierfür eine Speicherausstattung des neuen Hochleistungsrechners von mehr als sieben Petabyte mit einer Zugriffsgeschwindigkeit von bis zu 100 Gigabyte pro Sekunde (dieses entspricht 1,5 Millionen DVDs, wobei 25 DVDs pro Sekunde beschrieben werden können).

Grundlage der Entscheidung des Wissenschaftsrats ist neben den Bedarfen der Forscher auch die Methoden- und Betriebskompetenz im Bereich des Hochleistungsrechnens an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die zentral am ZDV und dezentral durch den Forschungsschwerpunkt „Rechnergestützte Forschungsmethoden in den Naturwissenschaften“ (SRFN) des Landes Rheinland-Pfalz vorangetrieben wird. Univ.-Prof. Dr. André Brinkmann, Leiter des ZDV, begrüßt in diesem Zusammenhang insbesondere, dass die Johannes Gutenberg-Universität durch ihre Bereitschaft, weitere vier Stellen an der Schnittstelle zwischen der Informatik und den Naturwissenschaften zu schaffen, diese Methodenkompetenz weiter stärkt und somit auch hilft, die Effizienz der Nutzung des neuen Systems weiter zu steigern.

Petra Giegerich | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

nachricht 1,5 Mio. Euro für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten