Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Realistische Perspektive: MRT in der Kariesdiagnostik

01.02.2011
Professor Volker Rasche, Physiker in der Inneren Medizin des Universitätsklinikums Ulm, wird beim „Dies academicus“ der Universität am Freitag mit dem Kooperationspreis Wissenschaft-Wirtschaft der Uni ausgezeichnet.

Die mit 4000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt seine Zusammenarbeit mit dem Bensheimer Unternehmen Sirona Dental Systems GmbH bei der Untersuchung der klinischen Relevanz der Magnetresonanztomographie (MRT) für dentale Anwendungen, besonders die Detektion von kariösen Läsionen.

Die Technologie eignet sich aber auch zur Differenzierung von akuten und chronischen Entzündungen sowie zur Analyse von Kiefergelenksbewegungen. Ein großer Vorteil für die Patienten: Die verglichen mit der Röntgendiagnostik deutlich reduzierte Strahlenbelastung.

„Mittelfristiges Ziel ist nun die Entwicklung eines Prototyps für dentale Anwendungen“, sagt der 47-jährige Wissenschaftler, im klinischen Alltag eigentlich spezialisiert auf Forschungsaufgaben im Zusammenhang mit der Koronar- und Herzbildgebung. Insofern sei der Ausflug in die Zahnmedizin eher dem Zufall geschuldet gewesen. Allerdings: „Die Anforderungen bei der Darstellung von Zähnen, vor allem der hier enthaltenen Mineralien, ist vergleichbar jenen bei kalzifizierten Gefäßen, für die wir eine spezielle Technologie entwickelt haben.“

Unabhängig davon: „Der MRT-Prototyp für die Zahnmedizin wäre ein weltweit einzigartiges Produkt“, erklärt Rasche nicht ohne Stolz, ein bemerkenswerter Erfolg auch für das beteiligte Unternehmen „als Technologieführer der Dentalindustrie“. Immerhin habe Sirona, 1997 aus der Siemens AG hervorgegangen und mit rund 2400 Mitarbeitern Weltmarktführer in der Zahnmedizintechnik, in die 2007 begonnene Kooperation bisher Forschungsmittel im sechsstelligen Bereich investiert.

Die realistische Perspektive für den Dental-MRT basiert Professor Rasche zufolge auf einer klinischen Studie mit 50 Patienten, vor Ort durchgeführt in Zusammenarbeit mit Professor Bernd Haller, Ärztlicher Direktor der Uni-Klinik für Zahnerhaltungskunde und Paradontologie. „Wir konnten dabei zeigen, dass die Detektion von kariösen Veränderungen in den Zähnen mittels der MRT mit hoher Sensitivität erfolgen kann“, berichtet Volker Rasche. Insbesondere sei belegt worden, dass in vielen Fällen problematische Diagnosen wie zum Beispiel Sekundärkaries, das heißt kariöse Schädigungen unter Füllungen, mit dem neuen Verfahren besser diagnostizierbar seien als mit den herkömmlichen klinischen Methoden. Gleiches gelte für okkulte Karies, Schäden ohne Einbruch des Zahnschmelzes also. Und nicht zuletzt könne die Dimension der Läsion mit MRT präziser bestimmt werden.

„Weitere diagnostische Anwendungen in der Kieferorthopädie sind durchaus denkbar“, so der auch international renommierte Experte, seit 2005 Professor für kardiovaskuläre MRT in Ulm, zuvor neben Lehraufgaben an verschiedenen Universitäten mit Leitungsfunktionen in der Industrieforschung betraut, zuletzt überdies am Massachusetts General Hospital in Boston/USA. Die Vorteile der dentalen MRT-Technologie, inzwischen auch auf internationalen Konferenzen vorgestellt, in namhaften Journalen publiziert und durch mehrere internationale Patentanmeldungen geschützt, seien unbestritten, sagt Volker Rasche, „limitierender Faktor sind momentan die Kosten der MRT“.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Volker Rasche, Tel. 0731/500-45014 oder volker.rasche@uniklinik-ulm.de

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de

Weitere Berichte zu: Kariesdiagnostik Läsion MRT Zahnmedizin Zähne

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie