Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Radioastronomen punkten im Wettbewerb um EU-Förderung

12.01.2017

RadioNet, ein Konsortium von 28 führenden radioastronomischen Wissenschaftsinstitutionen aus 13 Ländern, ist von der Europäischen Kommission mit 10 Millionen Euro für den Zeitraum von 2017 bis 2020 ausgezeichnet worden. Sprecher des RadioNet-Konsortiums ist Prof. J. Anton Zensus vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn.

Im Rahmen von RadioNet werden unterschiedliche Aspekte der radioastronomischen Forschung in Europa unterstützt: es erlaubt Wissenschaftlern aus aller Welt, die Radioteleskope und Datenarchive der Konsortiumsmitglieder unentgeltlich für ihre Forschung zu nutzen.


Prof. Anton Zensus vom MPI für Radioastronomie ist stolz darauf, dass das RadioNet-Konsortium von Bonn aus koordiniert wird.

Norbert Tacken/MPIfR

Gemeinsam werden Radioempfänger entwickelt, die an vielen europäischen Radioobservatorien eingesetzt werden können. RadioNet soll es ebenfalls ermöglichen, die notwendige Software zu entwickeln, um die immens gesteigerten Datenmengen dieser neuen Instrumente zu verarbeiten und von Störungen zu befreien.

„Mit RadioNet können wir nicht nur einzelne Radioteleskope wie unser 100-m-Radioteleskop in Effelsberg effizienter nutzen, sondern auch im Rahmen des Europäischen VLBI-Netzwerks (EVN) die Daten von Observatorien an verschiedenen Orten der Erde so kombinieren, dass man eine Bildschärfe erreicht, für die man eigentlich ein Teleskop von Tausenden von Kilometern Durchmesser benötigt”, erklärt Prof. J. Anton Zensus, Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) und Sprecher des RadioNet-Konsortiums.

Er ist Leiter der Forschungsabteilung „Radioastronomie/Very Long Baseline Interferometrie (VLBI)“ am Bonner Institut. Das MPIfR stellt eines der wichtigsten Kompetenzzentren für die VLBI-Technik in Europa dar. Mit VLBI lassen sich z.B. die Geschehnisse in unmittelbarer Nähe der Kernregionen aktiver Radiogalaxien beobachten.

Im Rahmen des RadioNet-Programms wird von Partnerinstituten unter der Bezeichnung BRAND (BRoad-bAND) ein neues Empfangssystem entwickelt, das einen ausgedehnten Frequenzbereich zwischen 1,5 und 15,5 GHz komplett abdeckt.

„Der Vorteil für Astronomen und Observatorien bei der Nutzung dieses Empfängers wird darin liegen, dass weniger Einzelsysteme gewartet werden müssen, und mehr Beobachtungszeit dadurch verfügbar wird, dass alle Frequenzbänder zwischen 1,5 und 15 Gigahertz gleichzeitig genutzt werden können“, erklärt Walter Alef vom MPIfR, der das BRAND-Projekt leitet. „Mit dem Einsatz von BRAND wird das europäische Teleskopnetzwerk eine führende Rolle bei VLBI- Beobachtungen übernehmen können.“

Ein erklärtes Ziel der Bonner Astronomen ist es, die Zentralbereiche unserer Milchstraße und anderer Galaxien im Detail zu studieren. Dabei wird angenommen, dass supermassereiche Schwarze Löcher die zentralen Energiequellen in den Galaxien darstellen. Im Rahmen des . sogenannten Event-Horizon-Teleskop-Projekts wird sogar angestrebt, das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße mit kurzen Radiowellen abzubilden.

„Jeder einzelne Partner unseres Konsortiums besitzt Technologie und Spezialwissen von Weltrang. Wir wollen all diese Ressourcen bündeln und so die europäische Führungskompetenz auf dem Gebiet der radioastronomischen Forschung ausbauen” sagt Anton Zensus. „Wir sehen es als ein Zeichen der Anerkennung unserer Arbeit und unserer Kompetenz, dass wir dieses wichtige Projekt von Bonn aus koordinieren dürfen”.

Training und Wissensaustausch von Forschern und Ingenieuren und die gemeinsame Nutzung von Ressourcen sind wichtige Aspekte, des RadioNet-Projekts, damit sichergestellt werden kann, dass europäische Forschung auch weiterhin eine wichtige Rolle in globalen Observatorien, wie dem „Atacama Large Millimeter/submillimeter Array“ (ALMA) oder dem „Square Kilometre Array“ (SKA) spielt. Prof. Zensus ist zuversichtlich, dass die RadioNet-Kooperation sich als so erfolgreich erweist, dass sie nach Ablauf dieser EU-Förderung zum Selbstläufer wird.

Der offizielle Projektstart (Kickoff-Meeting) für die RadioNet-Aktivitäten in den kommenden vier Jahren findet heute, 12. Januar 2017, im Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin statt.


RadioNet ist ein Konsortium von 28 Partnerinstitutionen aus den folgenden 13 Ländern: Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Irland, Lettland, Niederlande, Polen, Schweden, Spanien, Südafrika und Südkorea.

Kontakt:

Prof. Dr. J. Anton Zensus
Direktor und Leiter der Forschungsabteilung „Radioastronomie / VLBI“
RadioNet Koordinator
Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn.
Fon: +49 228 525 378
E-mail: azensus@mpifr-bonn.mpg.de

Dr. Izabela Rottmann,
RadioNet Projektmanager
Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn.
Fon: +49 228 525-281
E-mail: irottmann@mpifr-bonn.mpg.de

Dr. Norbert Junkes,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn.
Fon: +49 228 525-399
E-mail: njunkes@mpifr-bonn.mpg.de

Weitere Informationen:

http://www.mpifr-bonn.mpg.de/pressemeldungen/2017/2

Norbert Junkes | Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie