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"Werner-Bonhoff-Preis wider den §§-Dschungel" 2011 an IHK-Rebell

26.05.2011
Kai Boeddinghaus hat den Aufstand von unten gewagt. Er wollte es nicht hinnehmen, von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel bevormundet zu werden. Sein beharrlicher Einsatz für demokratische Beteiligung der Zwangsmitglieder zeigt, wie einer allein Wandel gestalten kann. Die feierliche Preisverleihung erfolgt am Abend des 26. Mai mit Professor Dr. Kurt Biedenkopf.
Kai Boeddinghaus klagte als Mitglied der Vollversammlung gegen die
Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel, die ohne inhaltliche Auseinandersetzung mit ihrer Vollversammlung allgemeinpolitische Stellungnahmen herausgab. Zunächst wandte er sich gegen die Verbreitung der so genannten "Limburger Erklärung" als angebliche Forderungen "der Wirtschaft". Sie war eigenmächtig von Funktionären der IHK erstellt und publiziert worden. Nachdem seine Beschwerde wirkungslos blieb, beschritt Boeddinghaus den Klageweg.
Im Juni 2010 erklärte das Bundesverwaltungsgericht, dass eine politische Stellungnahme der IHK ohne Mitwirkung der IHK-Vollversammlung unabhängig vom Inhalt rechtswidrig sei. Nach dem zukunftsweisenden Grundsatzurteil darf sich die Kammer nicht mehr wie bisher politisch äußern. Das Urteil stärkt deutschlandweit die Rechte der IHK-Mitglieder. Seine Botschaft erfasst auch ähnliche Organisationen, wie z.B. die Handwerkskammern. Funktionäre dürfen nicht eigenmächtig Erklärungen und Stellungnahmen im Namen ihrer

(zwangsverpflichteten) Mitglieder herausgeben.

Die IHK Kassel hätte demnach vorab eine Meinungsbildung der Vollversammlung herbeiführen und deren Zustimmung einholen müssen. Im Fall Kai Boeddinghaus wird deutlich, wie sich die so genannten verselbständigten Bürokratien ohne Kontrolle von unten von ihrem gesetzlichen Auftrag entfernen können und damit ihre Kompetenzen überschreiten. Kai Boeddinghaus hat in den letzten Monaten bereits Nachahmer gefunden.

"Herr Boeddinghaus hat mit seinem Engagement den Aufstand von unten gewagt und dadurch eine der großen verselbständigten Bürokratien in ihre Schranken verwiesen", erklärt Stiftungsvorstand Till Bartelt die Auswahl des diesjährigen Preisträgers. Von allein passiert eben nichts im Bürokratie-Dschungel. Die Stiftung bietet Praktikern die Infrastruktur, mit ihrer Einzelfallschilderung die Bürokratie-Therapie anzutreiben und dadurch als Change Agents zu wirken.

Hintergrund:

Unter dem Leitmotiv "bureaucratic transparency" verfolgt die Stiftung das Projekt "Unternehmer & bürokratische Hürden". Die Auswahl des Preisträgers erfolgt unter den unternehmerischen Menschen, die sich mit einer eigenen Fallschilderung am Projekt beteiligen. Seit fünf Jahren untersucht die Stiftung Bürokratie-Fälle. Daraus hat sie ihre Bürokratie-Therapie von unten entwickelt. Governance-Experte Professor Dr. Gunnar Folke Schuppert ist Forschungsleiter des Projekts.

In ihrer einzigartigen Online-Fallsammlung stellt die Stiftung authentische Fälle als Lehr- und Anschauungsmaterial zur Verfügung.

Ziel ist das Empowerment des unternehmerischen Nachwuchses und eine Verbesserung der Verwaltung.

Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird 2011 zum sechsten Mal vergeben.

Pressekontakt:
Till Bartelt, Vorstand
Werner Bonhoff Stiftung
c/o Bartelt Konzept GmbH
Wallstraße 15
10179 Berlin
info@werner-bonhoff-stiftung.de
Tel.: 030 258 00 88 55
Fax : 030 258 00 88 50

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.werner-bonhoff-stiftung.de

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