Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Olympische Spiele" für Kryptografen: Wissenschafter konkurrieren um beste Lösung zur Datensicherheit

20.02.2009
Es hat nichts mit Sport zu tun und die "Bewerbe" dauern über mehrere Jahre. Es geht nicht um Medaillen oder Geld, sondern um den besten Standard für Datenübertragung: Die renommiertesten Kryptografen, also Experten für die Verschlüsselung von Daten, treffen sich zum Auftakt ihrer "Olympischen Spiele" nächste Woche im belgischen Leuven.

Insgesamt 36 Teams aus aller Welt haben sich für die "Cryptographic Hash Algorithm Competition" qualifiziert. Österreich ist durch ein Forscher-Team der TU Graz vertreten, das in Kooperation mit der Technischen Universität Dänemark von 25. bis 28. Februar 2009 um den "Aufstieg" in die nächste Runde kämpft.

"Sicher ist sicher" ist für sie noch lange nicht genug: Die Standards in der Informationssicherheit, nach denen Kryptografen suchen, müssen höheren Ansprüchen genügen. "Zielsetzung des Bewerbs mit Auftakt in Leuven kommende Woche ist in den nächsten drei Jahren einen neuen Sicherheitsstandard für die Welt zu finden", erläutert Christian Rechberger, der am Wochenende für das Institut für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologie der TU Graz nach Belgien reist.

Im Bewerb geht es um so genannte "Hash-Algorithmen", auf denen etwa Passwortschutz oder digitale Unterschriften basieren. Der Sieger-Algorithmus soll "SHA-3" (Secure Hash Algorithm) heißen - er folgt damit "SHA-1" und "SHA-2" - und soll sich weltweit ab 2012 als neuer Standard durchsetzen.

Attacken abwehren

Anlass für den Großwettbewerb für Kryptographen war, dass in den letzten Jahren - auch unter Beteiligung der Forscher der TU Graz - bewährte Sicherheitsstandards "geknackt" wurden. Durch solche "Angriffe" testen Wissenschafter die Systeme, um sie dann weiter zu entwickeln. Weil es also Lösungen für die Datenübertragung und -speicherung braucht, die selbst hartnäckigste Attacken abwehren, rief das National Institute of Standards and Technology, Teil des amerikanischen Wirtschaftsministeriums, zum internationalen "Kryptografie-Olympia". Das Siegerverfahren soll allen Anforderungen in Anwendungen von sandkorngroßen Sensoren bis hin zu Hochgeschwindigkeitsdatennetzen der Zukunft genügen. Die Konkurrenz beim Bewerb in Leuven ist groß: Neben der TU Graz finden sich mit Namen wie Microsoft, Sony oder dem Massachusetts Institute of Technology führende Einrichtungen aus Wirtschaft und Wissenschaft auf der Liste der Teilnehmer.

Rückfragen:
Dipl.-Ing. Dr.techn. Christian Rechberger
Institut für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologie
Email: Christian.Rechberger@iaik.tugraz.at
Tel: +43 (0) 316 873 5534

Alice Senarclens de Grancy | idw
Weitere Informationen:
http://www.nist.gov/hash-competition

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)
20.04.2018 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht Der Herr der Magnetfelder: EU verleiht HZDR-Forscher begehrte Forschungsförderung in Millionenhöhe
12.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics