Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Clean Air" auch in Privathaushalten

23.03.2010
Wie bei allen Verbrennungsprozessen entstehen auch bei Kaminöfen Abgase und Rußpartikel. Kaminöfen sind deshalb in Städten und Gemeinden eine beträchtliche Emissionsquelle für gesundheitsgefährdende Feinstpartikel.

Das KIT hat nun einen wartungsfreien Rußabscheider für eine nahezu vollständige Rußentfernung aus Abgasen von Kleinfeuerungsanlagen entwickelt. Diese Entwicklung wurde soeben mit dem Innovationspreis der Technologiefabrik Karlsruhe ausgezeichnet.

Durch die steigenden Kosten für Erdgas und Erdöl, und aus ökologischen Gründen ist die Verbrennung von CO2-neutraler Biomasse, insbesondere Holz, für Privathaushalte in den vergangenen Jahren wieder sehr attraktiv geworden. Wie bei allen Verbrennungsprozessen entstehen aber auch bei Kaminöfen Abgase und Rußpartikel, so dass diese Öfen eine beträchtliche Emissionsquelle für gesundheitsgefährdende Feinstpartikel in Städten und Gemeinden darstellen.

Deutschlandweit emittieren die Kaminöfen und ähnliche Kleinfeuerungsanlagen jährlich rund 24000 Tonnen Feinstaub. Dies ist etwa die gleiche Menge, die in Deutschland durch Dieselfahrzeuge freigesetzt wird. Deshalb trat am 22. März eine Novellierung zur 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BimSchV) in Kraft, die strengere Grenzwerte für solche Partikelemissionen vorschreibt.

Sie gilt zunächst für neue Kaminöfen, aber mit gestaffelten Fristen auch für ältere Anlagen. Um die neuen Grenzwerte einhalten zu können, wird ein beträchtlicher Bedarf am Einbau moderner abgasarmer Feuerungsanlagen und an der Nachrüstung von Altanlagen mit effektiven Rußfiltern entstehen.

"Wir haben nun einen druckverlustfreien elektrostatischen Rußabscheider für eine wartungsfreie und nahezu vollständige Rußentfernung aus Abgasen von Kleinfeuerungsanlagen entwickelt", erklärt Dr. Hanns-Rudolf Paur, der das Projekt im Institut für Technische Chemie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) leitet. "Das ist eine ideale Lösung zur Reinigung der Abgase von Kamin- oder Pelletöfen, aber auch anderen kleinen Feuerungsanlagen, die mit Biomasse betrieben werden."

Die technische Lösung ist eine neuartige so genannte Korona-Entladung, für die das KIT auch ein Patent erhalten hat. Die Rußpartikel werden dabei in einer Ionisationskammer elektrisch aufgeladen und können dann als geladene Partikel problemlos in einem nachgeschalteten geerdeten Kollektor gesammelt werden. Für die Abscheidung der geladenen Partikel im Kollektor ist kein äußeres elektrisches Feld erforderlich. Durch eine Spiralbürste, die sich in Intervallen dreht, wird der Kollektor automatisch gereinigt und der abgeschiedene Ruß in einem Auffangbehälter gesammelt. Durch diese offene Bauweise erzeugt der Rußabscheider praktisch keine Druckverluste und beeinflusst nicht die Kaminfunktion. Daher kann er ohne Zusatzmaßnahmen energieeffizient betrieben werden. Das KIT sucht nun einen Industriepartner, um die technisch ausgereifte Lösung zu einem vermarktbaren Produkt weiter zu entwickeln.

Die Entwicklung "Elektrostatischer Abscheider für Rußpartikel bei der Holzverbrennung" wird am 23. März 2010 mit dem 1. Preis des Innovationswettbewerbs "Innovative Ideen gesucht!" der Technologiefabrik Karlsruhe ausgezeichnet.

In der Energieforschung ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine der europaweit führenden Einrichtungen: Das KIT-Zentrum Energie vereint grundlegende und angewandte Forschung zu allen relevanten Energieformen für Industrie, Haushalt, Dienstleistungen und Mobilität. In die ganzheitliche Betrachtung des Energiekreislaufs sind Umwandlungsprozesse und Energieeffizienz mit einbezogen. Das KIT-Zentrum Energie verbindet exzellente technik- und naturwissenschaftliche Kompetenzen mit wirtschafts-, geistes- und sozialwissenschaftlichem sowie rechtswissenschaftlichem Fachwissen. Die Arbeit des KIT-Zentrums Energie gliedert sich in sieben Topics: Energieumwandlung, erneuerbare Energien, Energiespeicherung und Energieverteilung, effiziente Energienutzung, Fusionstechnologie, Kernenergie und Sicherheit sowie Energiesystemanalyse.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation.

Weiterer Kontakt:

Inge Arnold
Presse, Kommunikation und
Marketing
Tel.: +49 7247 82-2861
Fax: +49 7247 82-5080
E-Mail: inge.arnold@kit.edu

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten