Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Qualifikation für eine nachhaltige Verpflegung von Großgruppen – DBU gibt 300.000 Euro

09.09.2014

Aufgetischt: Mehr Bio bei Kinder- und Jugendfreizeiten

Sommerzeit ist Urlaubs- und Ausflugszeit. Viele Verbände und Vereine bieten gerade jetzt Freizeiten und mehrtägige Veranstaltungen an. „Neben dem Ort und Programm muss auch die Verpflegung geplant sein – vor allem bei Großgruppen. Denn werden Rationen falsch kalkuliert, landet ein Teil des Essens statt im Magen oft in der Tonne. Hinzu kommt, dass beim Einkauf noch zu wenig auf regionale oder saisonale Produkte geachtet wird“, sagt Dr. Alexander Bittner von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).


Bei der Verpflegung von Großgruppen kommt es auf eine angemessene Mengenplanung und auf möglichst nachhaltige Produkte an.

Deshalb fördert die DBU ein Bildungs- und Qualifizierungsprogramm der Hochschule Pforzheim für Jugendverbände, das sich mit nachhaltigem Konsumverhalten befasst. Neben einer Schulung, für die Arbeitskreise und ergänzende Online-Module vorgesehen sind, soll ein Internetportal für den Austausch zwischen Jugendverbänden und Handel zur nachhaltigen Verpflegung und Beschaffung erprobt und eingeführt werden. Die DBU unterstützt das Projekt mit rund 300.000 Euro und ihrem Expertenwissen.

Immer häufiger zielten die Programme und Maßnahmen der kirchlichen Akteure auf Fragen eines nachhaltigen Lebensstils und umweltethische Themen, so Bittner. Deshalb liege es nahe, auch bei Ferienfreizeiten, Jugendzeltlagern und Jugendfestivals auf Nachhaltigkeit zu setzen. Eine wichtige Rolle spiele dabei die Verpflegung.

Die Lebensmittel würden meist von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Jugendverbände gekauft und verarbeitet. Da sie häufig keine Erfahrungen mit der Verpflegung von Großgruppen hätten, achteten sie bislang zu wenig auf angemessene Mengenplanungen und auf möglichst nachhaltige Produkte. Statt regionaler und Bio-Lebensmittel würden meist konventionelle Produkte konsumiert und Mengen nicht angemessen abgeschätzt – vieles lande im Müll.

„Um die Entscheider über die Verpflegung bei Ausflügen für ein nachhaltiges Konsumverhalten zu sensibilisieren und zu qualifizieren, konzipieren wir gemeinsam mit der CVJM-Hochschule Kassel Arbeitskreise zur Schulung Ehrenamtlicher und ergänzende Online-Module“, erläutert Prof. Jörg Woidasky von der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim.

Neben rechtlichen Anforderungen würden die Teilnehmer auch praxisbezogen geschult. Dazu gehörten eine optimale Mengenplanung, finanzielle Spielräume beim Gestalten einer nachhaltigen Verpflegung und das Integrieren von Aspekten der Nachhaltigkeit in die inhaltlichen Programme, Aktivitäten und Maßnahmen.

Beim Gestalten von Jugendfreizeiten sollten die Ehrenamtlichen durch ein Internetportal entlastet werden, indem die Bestell- und Lieferprozesse, Kosten- und Mengenkalkulationen sowie Rezepte direkt online verfügbar sind und so die Vorbereitungs- und Beschaffungszeiten stark verkürzen. „Die Plattform soll die Ehrenamtlichen unterstützen und das Kochen bei Freizeiten attraktiver machen.

Hinzu kommt, dass insgesamt das Verständnis für Nachhaltigkeit vertieft und das Beschaffen von Lebensmitteln – insbesondere von möglichst regional erzeugten Bio- und fair gehandelten Produkten – erleichtert wird. Wir sehen zum Beispiel eine Option zur Online-Bestellung und Warenlieferung vor“, so Woidasky. Das Portal werde langfristig von einem unabhängigen Anbieter betreut. „Das Projekt soll durch die Zusammenarbeit von Hochschulen, Jugendverbänden und regionalen Anbietern von Bio-Lebensmitteln auch weitere Jugendverbände zu einer Teilnahme inspirieren“, ergänzt Bittner.

An dem Projekt beteiligt sind der Lebensmittel-Versandhändler Amorebio aus Ubstadt-Weiher, der Gesamtverband des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) in Deutschland aus Kassel, die CVJM-Hochschule aus Kassel, der CVJM Karlsruhe, das Evangelische Jugendwerk Württemberg aus Stuttgart, die Evangelische Jugend in der Pfalz aus Kaiserslautern und das Büro für Umwelt und Energie der Evangelischen Landeskirche in Baden aus Karlsruhe. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass die teilnehmenden Verbände den Anteil einer nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung um mindestens zehn Prozent steigern“, so Woidasky.

Weitere Informationen:

https://www.dbu.de/123artikel35588_335.html

Franz-Georg Elpers | DBU Presseabteilung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

Autonomes Fahren wirft viele Fragen auf

20.09.2017 | Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Molekulare Kraftmesser

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen

20.09.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz