Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prostatakrebs - Austrian Life Science Award für klinische Forschung

05.11.2010
PhD-Studentin der Medizinischen Universität Wien mit hochdotiertem Wissenschaftspreis ausgezeichnet

Mariam Anees, eine 26-jährige PhD-Studentin der Medizinischen Universität Wien, wurde gestern Abend mit dem Austrian Life Science Award (ALSA) ausgezeichnet.

Als Hauptpreisträgerin erhielt sie 10.000 Euro Preisgeld für ihren Beitrag zur klinischen Forschung der Arbeitsgruppe Urologische Tumoren. Diese untersucht einen vom TRAIL-Protein initiierten Schutzmechanismus in Prostatakrebszellen.

Mariam Anees hat es geschafft, Anhaltspunkte für genauere Prognosen und innovative Therapien bei fortgeschrittenem Prostatakrebs zu finden. Dieser Erfolg, der zur Verleihung des ALSA führte, gelang der aus Pakistan stammenden Studentin dank ihres engagierten Umfelds in nur zwei Jahren. Ihre Ergebnisse wurden im Fachjournal Cancer publiziert.

Ergebnisse "junger Forschung" aus Österreich zu ehren ist das Ziel des Austrian Life Science Awards (ALSA). Der vom Magazin Chemiereport als Initiator und dem Glücksspielkonzern NOVOMATIC AG als Hauptsponsor vergebene Preis honoriert die Leistung von Nachwuchswissenschaftlern, die exzellent forschen, praxisbezogene Umsetzungen im Blickfeld haben und ihre Forschungsergebnisse anschaulich beschreiben. Der Wissenschaftspreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde gestern Abend verliehen. Hauptpreisträgerin ist die 26-jährige Mariam Anees, eine PhD-Studentin der Arbeitsgruppe Urologische Tumoren an der Medizinischen Universität Wien, die erst vor knapp zwei Jahren aus Islamabad, Pakistan, nach Wien kam.

KARRIEREPFAD: TRAIL
Mariam Anees erhielt 2007 eines der begehrten Stipendien der pakistanischen Higher Education Commission für ein Doktoratsstudium in Österreich. Dieses von der Österreichische Austauschdienst (OeAD)-GmbH verwaltete Programm öffnete ihr den Weg in die Arbeitsgruppe Urologische Tumore unter der Leitung von Prof. Michael Krainer. Dessen Team erweckte bereits wiederholt internationale Aufmerksamkeit mit vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Arbeiten zu einem als TRAIL bezeichneten Schutzprotein des Körpers. Prof. Krainer sagt zum Erfolg von Mariam Anees: "Mariam hat schon in Pakistan ihr Talent gezeigt: Jahrgangsbeste ihres Bachelor-Studiums und ein Stipendium der Quaid-e-Azam University in Islamabad für ihre Master-Studien sprechen für sich. Dass ihre Mitarbeit am TRAIL-Projekt so rasch mit einer Publikation in Cancer und dem Wissenschaftspreis ALSA anerkannt wird, freut mich riesig und ist wohlverdient."

Mit TRAIL erforscht die Gruppe um Prof. Krainer ein Protein, das den so genannten programmierten Zelltod (Apoptose) von Tumorzellen auslösen kann. Damit hat das Protein eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Krebs, wie z. B. Eierstock- und Prostatakrebs. Deren Tumorzellen entwickeln aber immer wieder Mechanismen, um der Wirkung von TRAIL zu entgehen. Genau auf jene Mechanismen beim Prostatakrebs konzentriert sich die Arbeit von Mariam Anees: "Wir verglichen Muster von Prostatakarzinomen mit jenen von gesundem Prostatagewebe. In 99,5 Prozent aller untersuchten Krebsgewebe deuteten die Proteinmuster eine reduzierte Aktivität des TRAIL-Reaktionsweges an", erklärt Mariam Anees. Der Schutz, den TRAIL gegen Tumore bietet, war in diesen Geweben also geschwächt.

WEGWEISENDE TRAIL-ERGEBNISSE
Diese Ergebnisse von Mariam Anees zeigen, welche Rolle TRAIL für die Entwicklung von Prostatakrebs spielt. Zusätzlich stellte sie noch eine weitere Auffälligkeit fest: Mit steigender TRAIL-Konzentration in der direkten Tumorumgebung steigt das rückfallfreie Überleben von Patienten an. Ein Effekt, der unabhängig von anderen prognostischen Markern auftrat. Dazu Mariam Anees: "Damit kann durch Messung der TRAIL-Konzentration eventuell eine Aussage über den weiteren Krankheitsverlauf getroffen werden." Damit und dank der Möglichkeit, TRAIL auch als Therapieansatz zu verwenden, erfüllen die Arbeiten von Mariam Anees ein wichtiges Kriterium, auf das bei der Auswahl zum ALSA besonders Wert gelegt wurde: die Integration der Forschungsergebnisse ins tägliche Leben.

Tatsächlich werden derzeit Therapeutika getestet, die den TRAIL-abhängigen Schutzmechanismus des Körpers aktivieren sollen. Da für deren effizienten Einsatz ein tiefgehendes Verständnis der relevanten Reaktionswege wichtig ist, hat Prof. Krainer diese bereits für den Eierstockkrebs näher erforscht - und nun gemeinsam mit Mariam Anees und seinem Team ebenfalls für Prostatakrebs.

Originalpublikation: Recurrence Free Survival in Prostate Cancer is Related to Increased Stromal TRAIL Expression. M. Anees, P. Horak, A. El-Gazzar, M. Susani, G. Heinze, P. Perco, M. Loda, R. Lis, M. Krainer, and W. K. Oh. CANCER, September 2010

Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Dr. Michael Krainer
Medizinische Universität Wien
1090 Wien
T +43 / 664 / 183 76 77
E michael.krainer@meduniwien.ac.at
Redaktion & Aussendung:
PR&D - Public Relations für Forschung & Bildung Mariannengasse 8 1090 Wien T +43 / 1 / 505 70 44 E contact@prd.at

Raphaela Spadt | PR&D
Weitere Informationen:
http://www.meduniwien.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE