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Projekt Verovaccines: Weitere Millionenförderung zur Entwicklung neuer Tierimpfstoffe

07.04.2016

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stockt im Rahmen des GO-Bio-Programms die Förderung des Projektes Verovaccines an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) um weitere 1,1 Millionen Euro auf. In dem Projekt entwickeln Wissenschaftler Impfstoffe aus Milchhefe, die gegen virale Tierseuchen gerichtet sind. Mit der Förderung wollen die Forscher diese Technologie weiterentwickeln, um Einzelimpfstoffe in Kombinationsimpfstoffen zu bündeln und um vier neue Impfstoffe gegen wichtige Seuchen bei Nutztieren zu gewinnen. Schließlich soll mit Hilfe der Mittel Anfang 2017 aus der MLU heraus ein veterinärpharmazeutisches Unternehmen gegründet werden.

"Wir freuen uns sehr über die weitere Förderung", sagt der Biochemiker und Virologe Prof. Dr. Sven-Erik Behrens, der zusammen mit der Genetikerin Prof. Dr. Karin Breunig das Projekt an der MLU leitet.

Vor knapp acht Jahren entstand ihre gemeinsame Idee, Virusbestandteile in Hefen einzuschleusen und diese Hefen - nach deren Abtötung - direkt als Impfstoffe einzusetzen.

Dass auf diese einfache Weise tatsächlich ein kompletter Impfschutz gegen eine Virusinfektion erzielt werden kann, konnten die Wissenschaftler mit Hefeimpfstoffen bereits für zwei Viruserkrankungen bei Tieren zeigen.

Die Wissenschaftler im Projekt, das 2014 mit dem Hugo-Junkers-Preis des Landes Sachsen-Anhalt in der Kategorie "Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung" ausgezeichnet wurde, können mit der Fördermittelaufstockung nun auch die Einwerbung von Finanzmitteln für die anstehende Firmengründung vorantreiben.

Der Molekularbiologe und Biotech-Unternehmer Dr. Hanjo Hennemann bereitet die Ausgründung vor und sagt: "Das Feedback nationaler und internationaler Investoren ist sehr gut. Damit stehen auch die Chancen gut, bis Anfang 2017 eine tragfähige Finanzierung unter Beteiligung branchenerfahrener Investoren unter Dach und Fach zu bekommen." Bisher konnte das Projekt in den GO-Bio- und ForMaT-Förderprogrammen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mehr als fünf Millionen Euro einwerben.

Angesichts der Schäden, die durch Tierseuchen in der Nutztierhaltung entstehen, besteht ein Bedarf an wirksamen neuen Impfungen, die Tiere gegen Seuchen, wie Geflügelbursitis oder Vogelgrippe schützen.

Die Impfstoffplattform von Verovaccines basiert auf modifizierten und patentierten Stämmen der Milchhefe, in deren Zellen ungefährliche Virusbestandteile hergestellt werden.

Als Impfstoff wird dem Tier die abgetötete Hefe mit den Virusbestandteilen unter die Haut gespritzt oder mit dem Futter verabreicht. . Das Ergebnis ist eine starke Aktivierung der Immunabwehr, die vollständig vor einer Erregerinfektion schützt.

Weitere Informationen: www.verovaccines.com 

Sarah Huke | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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