Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Professor Joachim Cuntz erhält "Advanced Grant 2010" des Europäischen Forschungsrates

08.11.2010
Eine prestigeträchtige Ehrung wird Prof. Dr. Dr. h. c. Joachim Cuntz von der Universität Münster zuteil: Der angesehene Mathematiker erhält den "ERC Advanced Investigators Grant 2010" des Europäischen Forschungsrates (ERC).

Der "Advanced Grant" wird an exzellente Forscher vergeben und beinhaltet eine Förderung von bis zu 2,5 Millionen Euro für fünf Jahre. Er ist von der Bedeutung und der Summe her vergleichbar mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, den Joachim Cuntz bereits im Jahr 1999 erhielt.

"Wir freuen uns, dass nach mehreren Leibniz-Preisen für WWU-Mathematiker in den vergangenen Jahren nun erneut ein Mathematiker aus Münster mit einem der angesehensten Forschungspreise in Europa ausgezeichnet wird. Ganz besonders erfreulich ist es, dass wir nun bereits vier Träger eines ERC-Grants an der WWU haben", betonte die Rektorin der WWU, Prof. Dr. Ursula Nelles.

Neben je einem "Starting Grant" für Nachwuchswissenschaftler, mit denen Prof. Dr. Yong Lei (Physik, 2009) und kürzlich Prof. Dr. Frank Glorius (Chemie, 2010) ausgezeichnet wurden, erhielt die Physikerin Prof. Dr. Luisa De Cola bereits im vergangenen Jahr einen "Advanced Grant" für renommierte, erfahrene Forscher. Ein weiterer Münsteraner hat ebenfalls einen "Starting Grant 2010" erhalten: der Nachwuchsforscher Dr. Arndt Siekmann am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin.

Prof. Cuntz erhält die Auszeichnung für ein ambitioniertes Forschungsprojekt auf dem Gebiet der Theoretischen Mathematik. Darin sollen grundlegende Strukturfragen geklärt werden, die Auswirkungen auf verschiedene Bereiche der Mathematik - von der Untersuchung dynamischer Systeme bis zur Zahlentheorie - haben.

"Joachim Cuntz hat die Forschung auf dem Gebiet der C*-Algebren in den vergangenen 30 Jahren maßgeblich vorangetrieben", heißt es unter anderem in der Begründung des ERC. So sei die Analyse der nach dem Preisträger benannten Cuntz-Algebren und Cuntz-Krieger-Algebren die Basis für jede Arbeit auf dem Gebiet der C*-Algebren. Sein vom ERC gefördertes Projekt führe die bisherigen Arbeiten fort, gebe ihnen aber gleichzeitig auch eine neue Ausrichtung, die verschiedene mathematische Theorien vereine. Dadurch werde ein neues Licht auf zahlreiche offene Fragen aus den verschiedensten Bereichen der Mathematik geworfen. Der Preisträger, der momentan mehr als zehn Doktoranden betreut, ist bereits Doktorvater von mehr als 20 Absolventen.

In seiner internationalen Wissenschaftler-Karriere veröffentlichte Joachim Cuntz eine Vielzahl wichtiger Arbeiten und wurde mit angesehenen Preisen und Ehrungen bedacht, darunter 1993 der Max-Planck-Forschungspreis, 1997 die Medaille des Collège de France in Paris, 1999 der Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und 2001 die Ehrendoktorwürde der Universität Kopenhagen.

Joachim Cuntz, geboren am 28. September 1948 in Mannheim, wurde nach einem Studium der Mathematik und Physik in Heidelberg und Paris mit 27 Jahren an der Universität Bielefeld promoviert. Mit 29 Jahren habilitierte er sich an der TU Berlin. Es folgten Stationen in Kanada, Frankreich und den USA. 1988 folgte der Mathematiker dem Ruf auf eine Professur an der Universität Heidelberg. Seit 1997 ist er Professor am Mathematischen Institut der Universität Münster. Er ist mit verschiedenen Forschungsprojekten am münsterschen Sonderforschungsbereich "Geometrische Strukturen in der Mathematik" beteiligt.

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie