Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prof. Fedor Jelezko mit ZEISS Research Award ausgezeichnet: 40 000 Euro für hochkarätige Forschung

12.01.2016

Prof. Fedor Jelezko, Leiter des Ulmer Instituts für Quantenoptik, und Prof. Jörg Wrachtrup (Leiter des 3. Physikalischen Instituts der Universität Stuttgart) sind mit dem ZEISS Research Award 2016 ausgezeichnet worden. Die Forscher erhalten den mit 40 000 Euro dotierten Preis für ihre Leistungen in der Optik/Photonik. Prof. Jelezko ist Experte für die Manipulation von Fremdatomen in Farbzentren künstlicher Diamanten. Dies ist für Technologien wichtig, die auf Quantenkohärenz beruhen. Anwendungsmöglichkeiten reichen von leistungsfähigen Sensoren über bildgebende Verfahren bis zum Quantencomputer.

Für ihre Arbeiten im Bereich Quantentechnologie erhalten Professor Fedor Jelezko, Leiter des Ulmer Instituts für Quantenoptik, und Professor Jörg Wrachtrup (Leiter des 3. Physikalischen Instituts der Universität Stuttgart) den ZEISS Research Award 2016.


Prof. Fedor Jelezko, Leiter des Instituts für Quantenoptik, hat den ZEISS Research Award erhalten

Foto: Eberhardt/Uni Ulm


Im Zentrum von Prof. Fedor Jelezkos Forschung stehen künstliche Diamanten

Foto: Eberhardt/Uni Ulm

Diese Auszeichnung wird an Forscher verliehen, die bereits herausragende Leistungen in der Optik/Photonik erbracht haben, und deren wissenschaftliche Arbeit hohes Potential für praktische Anwendungen hat.

Die Gewinner des Awards, der alle zwei Jahre vergeben wird, bestimmt eine hochkarätig besetzte Jury unter Vorsitz von Professor Jürgen Mlynek, ehemaliger Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Vier frühere Preisträger haben später Nobelpreise erhalten – darunter beispielsweise Professor Stefan Hell (Nobelpreis für Chemie 2002).

Professor Jelezko ist Experte für die Manipulation der kleinsten Teilchen in künstlichen Diamanten. In ihren Farbzentren lassen sich einzelne Fremdatome speichern und kontrollieren. Dies ist für alle Technologien wichtig, die auf Quantenkohärenz beruhen. Mögliche Anwendungsgebiete reichen vom Quantencomputer, der mehrere Berechnungen gleichzeitig und bei ungeahnter Geschwindigkeit durchführen kann, bis zur extrem sicheren Informationsübertragung („Quantenkryptographie“).

Zudem können die künstlichen Edelsteine eingesetzt werden, um Sensoren und etwa bildgebende Verfahren zu verbessern. Diese Ziele verfolgt die Gruppe BioQ, die 2012 mit einem Synergy Grant des Europäischen Forschungsrats über 10,3 Millionen Euro ausgezeichnet wurde, und der neben Jelezko die Professoren Martin Plenio und Tanja Weil angehören.

Erst kürzlich haben die Forscher mit Partnern das EU-Projekt HYPERDIAMOND gestartet, das für vier Jahre mit fünf Millionen Euro gefördert wird. Ihr Ziel: Die Magnetresonanztomographie (MRT) dank hyperpolarisierter Diamanten so zu optimieren, dass Stoffwechselprozesse beobachtet werden können.

Fedor Jelezko (Jahrgang 1971) leitet seit 2011 das Ulmer Institut für Quantenoptik. Zuvor hat der gebürtige Weißrusse, der in Minsk und im französischen Bordeaux promovierte, an den Universitäten Chemnitz und Stuttgart geforscht. Seither arbeitet er eng mit Jörg Wrachtrup zusammen – etwa im Sonderforschungsbereich Transregio 21 „Control of Quantum Correlations in Tailored Matter“ der Universitären Stuttgart, Tübingen und Ulm sowie des Max- Planck-Instituts für Festkörperforschung (Stuttgart). Jelezko wurde unter anderem mit den Walter-Schottky-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet und ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Gemäß der Publikationsanalyse „Highly Cited Researchers 2015“ des Medienkonzerns Thomson Reuters zählt der Physiker zum zweiten Mal in Folge zu den meistzitierten Forschern weltweit in seinem Fachgebiet.

Jörg Wrachtrup (Jahrgang 1961) leitet seit 2000 das 3. Physikalische Institut der Universität Stuttgart und ist seit 2010 Fellow des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung. Hochrangige Auszeichnungen der letzten Jahre umfassen den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, einen ERC Advanced Investigator Grant sowie den Max-Planck-Forschungspreis.

Der ZEISS Research Award wird am 23. Juni beim ZEISS Symposium in Oberkochen verliehen. Bei diesem Symposium diskutieren Experten Trends und Anforderungen in den Bereichen Optik und Photonik, die sich beispielsweise durch die Digitalisierung ergeben. „Der ZEISS Research Award ist eine große Auszeichnung für mich, die Mitarbeiter meines Instituts und unsere Kooperationspartner. Wir sehen den Preis auch als Anstoß, um neue Horizonte in der Quantentechnologie zu erreichen“, sagt Professor Jelezko.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Fedor Jelezko: Tel.: 0731/50-23750, fedor.jelezko@uni-ulm.de

www.uni-ulm.de

Annika Bingmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht IVAM-Marketingpreis würdigt zum zehnten Mal überzeugendes Technologiemarketing
22.08.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht UDE / UK: Verbundprojekt zur Bekämpfung Ras-abhängiger Tumore
22.08.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen