Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prof. Dr. Johannes H. Schulte erhält Kind-Philipp-Preis 2012

23.05.2013
Prof. Dr. Johannes H. Schulte von der Universität Duisburg-Essen (UDE) erhält am kommenden Freitag (24. Mai) die höchste deutsche Auszeichnung auf dem Gebiet der Grundlagenforschung von Leukämie und Krebs im Kindesalter, den Kind-Philipp-Preis. Die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) würdigt damit die besondere Leistung seiner internationalen Forschergruppe im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Essen.
Sie entwickelt präzise Neuroblastomtherapien, die die molekularen Ursachen der Krankheit angreifen. Das Neuroblastom ist ein Tumor, dessen Zellen im unreifen Stadium verblieben sind. Er ist bei kindlichen Krebspatienten sehr verbreitet. Nach wie vor sterben mehr als die Hälfte aller Kinder mit einem biologisch ungünstigen Neuroblastom. Die Überlebenden leiden häufig lebenslang an den Spätfolgen der aggressiven Therapie.

Der Forschergruppe um Prof. Schulte ist es gelungen, die krebsauslösende Wirkung eines bestimmten Gens (Lin28b) bei der Neuroblastom-Entstehung aufzuklären. Prof. Schulte: „Mich faszinieren vor allem die klinischen Unterschiede der Neuroblastome, die von spontaner Ausheilung des Tumors bis zu raschem Fortschreiten der Krankheit trotz intensiver Therapie reichen.“ Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist die Analyse von kurzen, regulatorischen Nukleinsäuren, den sogenannten microRNAs. Lin28b bindet bestimmte microRNAs und unterdrückt so deren Wirkung. Schon seit längerem wird eine tumorauslösende Wirkung von Lin28b diskutiert.

Um die Bedeutung von Lin28b im Gesamtorganismus zu untersuchen, bauten die Forscher eine Extrakopie des Lin28b Gen in ein Mausgenom ein und aktivierten dieses Gen in der Neuralleiste, dem vermuteten Ursprungsgewebe der Neuroblastome. Tatsächlich entwickelten diese Mäuse aggressive Tumore dieses Typs. Wurden sie jedoch mit einer bestimmten Substanz behandelt (JQ1), führte dies zum programmierten Zelltod und Teilungsstopp der Tumorzellen.

In einem Teil der Neuroblastome befinden sich darüber hinaus auch Mutationen, die das ALK-Protein aktivieren und ihrerseits Tumore verursachen. Werden sie durch spezielle Medikamente unterdrückt, bilden sich auch die entsprechenden Neuroblastome zurück.

Mit diesen Experimenten konnte erstmals nachgewiesen werden, dass Lin28b und ALK wirklich Neuroblastome auslösen können. Außerdem konnte gezeigt werden, dass genau dies die geeignete Stelle für eine zielgerichtete Neuroblastomtherapie ist. Die Vorbereitungen zur Entwicklung entsprechender Therapiekonzepte laufen derzeit auf Hochtouren.

Bildhinweis:
Ein Foto zu dieser Pressemitteilung (Bildbeschreibung: Prof. Dr. Johannes Schulte (Foto: UDE) stellen wir Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung:
http://www.uni-due.de/de/presse/pi_fotos.php

Weitere Informationen:
• Prof. Dr. med. Johannes H. Schulte, Tel. 0201/723-85185, 0170/5824441, johannes.schulte@uni-due.de, http://www.schulte-lab.de
• Pressekontakt am Universitätsklinikum Essen:
Burkhard Büscher, Tel. 02 01 / 723-2115, burkhard.buescher@uk-essen.de
Kristina Gronwald, Tel. 02 01 / 723-3683, kristina.gronwald@uk-essen.de

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie