Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Preisgekrönte Erdbebenforschung - Bremer Geologe erhält Hans-Cloos-Preis

02.09.2011
Auf der diesjährigen Jahrestagung der Geologischen Vereinigung e.V., die vom 4. bis 7. September in München stattfindet, wird Dr. Michael Strasser mit dem Hans-Cloos-Preis 2011 ausgezeichnet.

Der Bremer Geologe vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) erhält den mit 10 000 Euro dotierten Preis für seine ideenreichen Beiträge zur Erforschung der Stabilität von Ozeanrändern.

Am 6. September vergibt die Geologische Vereinigung e.V. zum elften Mal den nach dem Geologen Hans Cloos benannten Preis, mit dem junge Nachwuchswissenschaftler in den Geowissenschaften ausgezeichnet werden. In diesem Jahr geht der Preis an den MARUM-Wissenschaftler Dr. Michael Strasser.

Gewürdigt wird seine Forschung auf dem Gebiet der submarinen Rutschungen, die ein Auslöser von Tsunamis sein können. Den Großteil seiner wissenschaftlichen Arbeit auf diesem Forschungsgebiet hat Strasser als Post-Doktorand am MARUM in Bremen durchgeführt. „Hier in Bremen bot sich mir eine einzigartige Kombination aus der akademischen Freiheit meinen Forschungsideen nachzugehen und der großartigen Unterstützung von gestandenen Meereswissenschaftlern“, erklärt der gebürtige Schweizer, der in Kürze eine Assistenz-Professur an der ETH Zürich antreten wird. Besonders habe er die Möglichkeit geschätzt, mit Kollegen aus den unterschiedlichsten Forschungsdisziplinen zusammenzuarbeiten.

Den Preis sieht Strasser vor allen Dingen als eine Auszeichnung der gesamten Arbeitsgruppe, denn „die Forschungserfolge waren nur durch die gute Zusammenarbeit mit meinen verschiedenen Forscherkollegen möglich.“

Im Jahre 2002 wurde der Grundstein für Strassers erfolgreiche Forschung in der Meeresgeologie gelegt: Als Student im achten Semester bekam er einen der begehrten Plätze an Bord des Forschungsbohrschiffs JOIDES Resolution und nahm an einer Tiefseebohr-Expedition des Ocean Drilling Program (ODP) teil. „Seitdem hatte mich dieser Bereich der Forschung richtig gepackt.“ Nach dem Studium der Geologie und seiner Doktorarbeit an der ETH Zürich kam Strasser nach Bremen, wo er seit 2007 als Fellow am MARUM arbeitet. Neben Forschungsprojekten vor Griechenland und Uruguay konzentriert sich seine Arbeit vor allem auf den Nankai-Trog vor der Küste Südwest-Japans. Kürzlich gelang es ihm und seinen Forscherkollegen durch dreidimensionale, seismische Messungen Rutschungen und Sedimentbewegungen nachzuweisen, die auf Beben in der Vergangenheit zurückzuführen sind. „Wenn wir erst einmal verstehen, wie und warum submarine Rutschungen entstehen, halte ich es durchaus für möglich, dass irgendwann auch Gefahrenkarten für Küstenregionen auf Basis dieses Wissens erstellt werden können.“ erklärt der Preisträger.

Die Geologische Vereinigung e.V. ist eine internationale geowissenschaftliche Organisation. Sie verleiht seit 2000 den Hans-Cloos-Preis an Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler, die in der Regel nicht älter als 35 Jahre sind und sich durch eine herausragende, eigenständige, international publizierte wissenschaftliche Leistung in den Wissenschaften von der festen Erde auszeichnen.

Weitere Informationen / Interviewanfragen / Bildmaterial:

Jana Stone
MARUM-Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0421 218 65541
Email: jstone@marum.de
MARUM entschlüsselt mit modernsten Methoden und eingebunden in internationale Projekte die Rolle des Ozeans im System Erde – insbesondere im Hinblick auf den globalen Wandel. Es erfasst die Wechselwirkungen zwischen geologischen und biologischen Prozessen im Meer und liefert Beiträge für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane.
Das MARUM umfasst das DFG-Forschungszentrum und
den Exzellenzcluster "Der Ozean im System Erde".

Albert Gerdes | idw
Weitere Informationen:
http://www.marum.de/

Weitere Berichte zu: ETH Erdbebenforschung Geowissenschaft Hans-Cloos-Preis MARUM Ozean Rutschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 8,2 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie
28.07.2017 | Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e. V.

nachricht Kieler Projekt „FucoSan – Gesundheit aus dem Meer“ erhält 2,2 Millionen Euro
27.07.2017 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Firmen räumen bei der IT, Mobilgeräten und Firmen-Hardware am liebsten in der Urlaubsphase auf

28.07.2017 | Unternehmensmeldung

Dunkel war’s, der Mond schien helle: Nachthimmel oft heller als gedacht

28.07.2017 | Geowissenschaften

8,2 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

28.07.2017 | Förderungen Preise