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Preis für Würzburger Informatiker

02.07.2013
Wie können Internet-Anbieter die Zufriedenheit ihrer Kunden steigern? Diese Frage haben Würzburger Informatiker vor drei Jahren in einer Publikation beantwortet. Die fand bislang so große Resonanz, dass sie jetzt mit einem Preis ausgezeichnet wurde.
Beim Telefonieren oder Videosehen per Internet gibt es leicht Ärger – da genügen schon wenige Sprachaussetzer oder ein Ruckeln des Films. Die Internet-Anbieter konnten bislang zwar die Qualität ihrer Dienste rein technisch messen, zum Beispiel das Ausmaß, in dem Datenpakete auf dem Weg zu den Endgeräten verloren gehen. Aber sie konnten nicht messen, wie zufrieden die Kunden mit der gelieferten Qualität sind.

Informatiker der Universität Würzburg haben hier Abhilfe geleistet: Aus subjektiven Teststudien mit Nutzern haben sie für Internet-Anwendungen wie Sprachtelefonie oder Videostreaming ein einfaches mathematisches Modell abgeleitet. Ihm zufolge steigt die Kundenzufriedenheit mit der Qualität der Dienste exponentiell an. Anders gesagt: Ab einer bestimmten Qualitätsstufe können die Anbieter schon durch sehr kleine zusätzliche Verbesserungen die Kundenzufriedenheit sehr stark erhöhen.

Die Wissenschaftler machen auch Vorschläge, wie sich das in der Praxis umsetzen lässt. „Der Verlust schon weniger Datenpakete etwa bei der Internet-Telefonie ist sehr ärgerlich für die Nutzer“, so Tobias Hoßfeld von der Uni Würzburg. Hier könnten die Anbieter gegensteuern, indem sie die Datenpakete ganz einfach doppelt auf den Weg schicken oder adaptive Sprachcodecs einsetzen – beides Maßnahmen, mit denen sich die Zufriedenheit drastisch erhöhen ließ.

Fred W. Ellersick-Preis erhalten

Diese und weitere Ergebnisse haben die Forscher vor drei Jahren veröffentlicht – mit sehr guter Resonanz. Zum einen setzen manche Internet-Anbieter die Erkenntnisse schon um, zum anderen gab es nun einen renommierten Preis für den Artikel: den Fred W. Ellersick Prize der IEEE Communications Society. Das IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) ist ein weltweiter Berufsverband von Ingenieuren.

Ausgezeichnet wurden die Informatiker Tobias Hoßfeld und Phuoc Tran-Gia von der Universität Würzburg sowie Markus Fiedler von der Technischen Hochschule Blekinge in Karlskrona (Schweden). Sie bekamen den Preis am 10. Juni 2013 auf der IEEE International Conference on Communications in Budapest verliehen. Er wird jährlich für den besten Artikel vergeben, der in den vergangenen drei Jahren in einem Magazin der IEEE Communications Society veröffentlicht wurde.
Der prämierte Artikel

“A Generic Quantitative Relationship between Quality of Experience and Quality of Service", Fiedler M., Hossfeld T., Tran-Gia P., IEEE Network, Vol. 24, No. 2, March/April 2010, pp.36-41., DOI: 10.1109/MNET.2010.5430142

Die Würzburger Preisträger

Dr. Tobias Hoßfeld leitet die Forschungsgruppe „Future Internet Applications“ am Lehrstuhl für Kommunikationsnetze der Universität Würzburg bei Professor Phuoc Tran-Gia. Von 2004 bis 2009 fertigte er dort seine Doktorarbeit an, seine Habilitation zum Thema „Modeling and Analysis of Internet Applications and Services“ hat er 2013 abgeschlossen.

Professor Phuoc Tran-Gia ist seit 1988 Leiter des Lehrstuhls für Kommunikationsnetze der Universität Würzburg. Der Lehrstuhl erforscht zukünftige Internet- und Smartphone-Anwendungen und neue Internet-Technologien wie Software Defined Networking und Cloud Computing. Dafür werden Mechanismen zur Netzsteuerung und zum Ressourcen-Management unter Berücksichtigung von QoE (Quality of Experience) und Dynamik der Netze entwickelt.

Kontakt

Dr. Tobias Hoßfeld, Lehrstuhl für Informatik 3 (Kommunikationsnetze), Universität Würzburg,

T (0931) 31-86641, hossfeld@informatik.uni-wuerzburg.de

Gunnar Bartsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

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