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Preis für die Intraoperative Strahlentherapie

29.10.2010
Verfahren führt zu kürzerer und schonenderer Behandlung bei Brustkrebs

Professor Dr. Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), wird von der Claudia von Schilling Foundation mit einem Wissenschaftspreis ausgezeichnet.

Der mit 20.000 Euro dotierte Claudia von Schilling Preis wird dem 44-jährigen Srahlentherapeuten im Januar 2011 im Rahmen eines Kongresses in Hannover überreicht. Die Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover e.V. würdigt mit der Auszeichnung die Arbeit von Professor Wenz zur Intraoperativen Radiotherapie (IORT) bei Brustkrebs.

Die IORT zählt zu den innovativsten Behandlungsmethoden der brusterhaltenden Krebstherapie. Professor Wenz hat die Behandlungsmethode vor knapp zehn Jahren an der UMM eingeführt - als erstem Zentrum in Deutschland. Bei dem Verfahren wird noch während der Operation, nachdem der Tumor entfernt wurde, mit hoher Präzision eine einmalige Bestrahlungsdosis direkt im Tumorbett appliziert.

Die Intraoperative Radiotherapie schont das umgebende Gewebe und verringert die Behandlungsdauer. Je nach Befund ist die intraoperative Einmalbestrahlung nach der Entfernung des Tumors als alleinige Strahlenbehandlung ausreichend oder sie verkürzt zumindest die ambulante Nachbestrahlung von außen.

An mehr als 200 Patientinnen konnte das Team um Professor Wenz die Sicherheit und Wirksamkeit des neuartigen Therapieansatzes mit einer anschließenden verkürzten, ambulanten Bestrahlungsserie zeigen. Dieser Therapieansatz ist inzwischen als mögliche Therapieoption in den Leitlinien der Fachgesellschaft verankert worden.

Bei ausgewählten Patientinnen mit niedrigem Risiko – dies sind vor allem ältere Patientinnen mit einem kleinen Tumor – wurde in einer weltweiten multizentrischen Studie an über 2.200 Patientinnen untersucht, ob nicht sogar eine alleinige IORT gleichwertige Ergebnisse wie die Standardbestrahlung über sechs Wochen erreichen kann. Die Studie wurde von Mannheim aus für Deutschland koordiniert. Die ersten Ergebnisse zeigen einen vergleichbaren Erfolg wie bei der Standardtherapie. Die Ergebnisse wurden im Sommer des Jahres im renommierten Fachjournal „The Lancet“ publiziert.

Die IORT ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer personalisierten Therapie bei Brustkrebs, die sehr exakt auf das individuelle Risikoprofil der Patientin zugeschnitten ist. Vor allem für Patientinnen mit niedrigem Risiko ist die IORT eine deutlich schonendere und auch psychisch weniger belastende Therapieoption.

Dr. Eva Maria Wellnitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.umm.de

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