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Preis der Commerzbank-Stiftung an zwei Göttinger Nachwuchswissenschaftler

29.09.2008
Universitätsbund zeichnet Dissertationen auf dem Gebiet der Theologie und der Chemie aus

Für ihre mit "summa cum laude" bewerteten Promotionen auf dem Gebiet der Theologie und der Organischen Chemie werden Dr. Hannes Bezzel und Dr. Tom Kinzel mit dem Akademischen Preis der Commerzbank-Stiftung 2007 ausgezeichnet.

Der Commerzbank-Preis ist mit jeweils 1.500 Euro dotiert. Er wird seit 1997 für herausragende Dissertationen an der Georgia Augusta vergeben. Die Jury für die Preisvergabe wird von Prof. Dr. Rüdiger Hardeland geleitet. Der Vorsitzende des Universitätsbundes Göttingen, Prof. Dr. Horst Kern, überreicht die Auszeichnung am 27. September 2008 im Rahmen des Göttinger Alumni-Tages.

Dr. Hannes Bezzel entwickelt in seiner Doktorarbeit eine neue, redaktionsgeschichtliche Herangehensweise zur Deutung poetischer Texte der Hebräischen Bibel. Dabei hat er sich zunächst mit der Rezeptions- und Auslegungsgeschichte in der antiken Textüberlieferung von Jeremia 11 bis 20 befasst und anschließend die Einzeltexte im Kontext des gesamten Jeremiabuches interpretiert. Dr. Bezzel hat einen literarischen Grundbestand der Klagelieder des Propheten herausgearbeitet: Jeremias erscheint als Personifikation des theologischen Konflikts zwischen Erwählung und Leiden und stellt damit nicht den historischen Propheten, sondern eine literarische Fiktion dar.

Die Dissertation an der Theologischen Fakultät wurde von Prof. Dr. Reinhard G. Kratz vom Seminar für Altes Testament betreut. Hannes Bezzel (Jahrgang 1975) studierte Evangelische Theologie in Göttingen, Zürich und München. Von 2003 an gehörte er dem Göttinger Graduiertenkolleg "Götterbilder - Gottesbilder - Weltbilder" an und wurde 2007 an der Georg-August-Universität promoviert. Derzeit lehrt und forscht Dr. Bezzel am Martin-Luther-Institut der Universität Erfurt.

Dr. Tom Kinzel hat sich in seiner Dissertation mit Fragestellungen zu Verfahren der Synthese komplexer organischer Moleküle, zum Beispiel bei der Herstellung von Medikamenten, befasst. Es geht darum, Verfahren zu optimieren, mit denen sich Moleküle einfach und schnell, aber gleichzeitig selektiv und umweltverträglich herstellen lassen. Ein solches Verfahren ist die Addition von Allylsilanen an Carbonylverbindungen, die sogenannte Allylierung. Bei Zugabe eines bestimmten Hilfsstoffes wird eines der beiden Isomeren deutlich bevorzugt gebildet. Ursache und Mechanismus dieser sogenannten Stereoselektivität hat Tom Kinzel im Rahmen seiner Doktorarbeit aufgeklärt. Zudem entwickelte er neue, effizientere Hilfsstoffe für die Synthese. Prof. Dr. Lutz F. Tietze hat Kinzels Forschungsarbeiten am Institut für Organische und Biomolekulare Chemie betreut. Tom Kinzel (Jahrgang 1977) studierte von 1998 bis 2004 Chemie an der Universität Göttingen. Seit Juli 2008 forscht Dr. Kinzel am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA).

| idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/

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