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Präventionspreis Stiftung Kindergesundheit 2008

30.09.2008
Preisverleihungen von und an die Stiftung Kindergesundheit 2008

Präventionspreis der Stiftung Kindergesundheit für Prof. Dr. med. Bernhard Liebl

Professor Dr. Bernhard Liebl, Leitender Ministerialrat im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz erhielt am 13.09.2008 in München den „Meinhard von Pfaundler Präventionspreis 2008“ der Stiftung Kindergesundheit in Anerkennung seiner Verdienste zur Förderung der kindlichen Gesundheit durch Prävention.

Der Stiftungsvorsitzende, Professor Dr. Berthold Koletzko, würdigte die Verdienste des Preisträgers um die Kindergesundheit: „Professor Bernhard Liebl hat im Laufe der letzten zwanzig Jahre eine Reihe von wichtigen Beiträgen zur pädiatrischen Prävention geleistet. So war er in Bayern maßgeblich an der Etablierung und Erweiterung des Neugeborenen-Screenings auf angeborene Stoffwechselstörungen und Hörstörungen beteiligt und hat wesentliche Beiträge zu Umweltmedizin, gesunder Ernährung, Infektionsschutz und zur Bekämpfung von Übergewicht bei Kindern erzielt“.

Als eindrucksvollen Beweis für die erfolgreiche Arbeit Professor Liebls führte Professor Koletzko bei der Preisverleihung folgende Beispiele an:

O In einem wegweisenden Modellprojekt wurde der Umfang des Stoffwechsel-Screenings von früher 3 auf 12 Erkrankungen erweitert und die Technik der „Tandem-Massenspektrometrie“ erprobt. Mit Hilfe eines sog. „Tracking-Systems“ wurde die Vollständigkeit des Screenings sichergestellt und die adäquate Behandlung aller betroffenen Kinder sichergestellt. Das Modell wurde 2005 bundesweit in die Regelversorgung übernommen. Im Dezember 2007 wurde die Zahl von einer Million untersuchter Kinder erreicht, d.h. es wurden mehr als 99% der bayerischen Neugeborenen untersucht (früher nur bei ca. 80% dokumentiert). Praktisch alle Kinder mit auffälligem Screening-Befund wurden endgültig abgeklärt. Insgesamt 799 betroffene Kinder wurden früh entdeckt und rechtzeitig behandelt, davon allein 30 nur durch das Tracking-System. Das bedeutet die Abwehr von Leid und Behinderung in sehr vielen Familien und gleichzeitig eine immense Einsparung von Folgekosten für Behandlungs-, Rehabilitations- und Pflegemaßnahmen (in ca. zweistelliger Millionenhöhe pro Jahr in Bayern)

O Des Weiteren initiierte Professor Liebl ein Modellprojekt zum Neugeborenen-Hörscreening, das im nächsten Jahr ebenfalls flächendeckend zur Regelleistung wird.

O Seine Untersuchungen zum Nachweis von Moschus-Duftstoffen in der Muttermilch trugen wesentlich zum freiwilligen Verzicht der Industrie auf den Einsatz dieser Schadstoffe bei.

O Unter der maßgeblichen Beteiligung von Professor Liebl entstanden weitere Initiativen zur Prävention und Gesundheitsförderung, so z.B. eine Interventionsstudie zur Verbesserung der Stillrate in Bayern; die Aktion Gesunder Babyschlaf: eine seit 2005 Bayernweit laufende, wissenschaftlich begleitete SIDS-Präventionskampagne; die Bayerische Folatinitiative sowie die Entwicklung und Umsetzung des „Bayerischen Impfkonzepts“.

O Auch an der erfolgreichen Etablierung eines Präventionsprojektes gegen Übergewicht im Kindergartenalter war Professor Liebl wesentlich beteiligt. Der Namensgeber des Präventionspreises, Professor Meinhard von Pfaundler, war von 1906-1939 Direktor der Univ.-Kinderklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital der Univ. München. Er hat sich als einer der führenden Kinder- und Jugendärzte des deutschsprachigen Raumes besondere Verdienste um die Prävention erworben und trug wesentlich zur Verhütung von Infektionskrankheiten und Ernährungsstörungen im Kindesalter bei.

Ehrenpreis für die Stiftung Kindergesundheit

Zum vierten Mal verlieh die Fachzeitschrift PharmaBarometer eine Auszeichnung für herausragendes gemeinnütziges Engagement im Gesundheitswesen: Der Ehrenpreis ging in diesem Jahr an die in München ansässige Stiftung Kindergesundheit. Mit der Auszeichnung würdigte die Redaktion von PharmaBarometer den Einsatz der Stiftung für die Gesundheitsvorbeugung bei Kindern.

Der PharmaBarometer Ehrenpreis unterstützt und ehrt insbesondere Stiftungen, die sich für die Prävention und Bekämpfung schwerer Krankheiten engagieren. Die bisherigen Gewinner waren die Aktion Knochenmarkspende Bayern, die Felix Burda Stiftung (für die Förderung der Darmkrebs-Prävention), sowie die Deutsche Parkinson Vereinigung. Dank der Spendenunterstützung von zahlreichen Arzneimittelherstellern konnten die Auszeichnungen in den letzten Jahren mit Preisgeldern von bis zu 45.000 Euro dotiert werden.

Die gemeinnützige und unabhängige Stiftung Kindergesundheit setzt sich seit zehn Jahren für eine verbesserte Gesundheitsvorbeugung bei Kindern ein. Sie fördert die Forschung und die Verbreitung wissenschaftlich gesicherter Informationen für Ärzte und Familien mit Kindern. Die Stiftung Kindergesundheit hat entsprechend ihrer Mission bereits eine Reihe wichtiger Initiativen zur Vorbeugung und Behandlung von kindlichen Erkrankungen auf den Weg bringen können: So engagiert sie sich unter anderem für die Allergieprävention, für die Ursachensuche und die Vorbeugung von Fehl- und Überernährung, für den Schutz der Kinder vor Tabakbelastung sowie für die Verhütung von Infektionen und angeborenen Fehlbildungen. Alle Spenden an die Stiftung kommen in voller Höhe den geförderten Projekten zu Gute.

Die Auszeichnung fand am 9. September 2008 im Rahmen des Pharma Trend Image & Innovation Award im Deutschen Museum in München statt. Die Stiftung Kindergesundheit bedankt sich ganz herzlich für diese Spende, die direkt den Präventionsprojekten zugute kommt.

Hildegard Debertin | Stiftung Kindergesundheit
Weitere Informationen:
http://www.kindergesundheit.de

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