Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Pionierarbeit bei der Entwicklung von Erdsystem-Modellen”: EGU ehrt Forscher

07.04.2011
Für seinen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Mechanismen eiszeitlichen Klimawandels ist Andrey Ganopolski vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ausgezeichnet worden.

Die Europäische Vereinigung der Geowissenschaftler (European Geosciences Union, EGU) verlieh ihm auf ihrer an diesem Freitag in Wien zuende gehenden Jahrestagung die Milutin Milankovitch Medaille. Ganopolski werde geehrt „für seine Pionierarbeit bei der Entwicklung von Erdsystem-Modellen mittlerer Komplexität“, erklärte die EGU.

Diese Modelle – Systeme mathematischer Gleichungen, die Vorgänge in der Atmosphäre, den Ozeanen und so weiter abbilden – bieten hohe Recheneffizienz, also relativ geringe Kosten. Im Gegensatz zu Erdsystem-Modellen höchster Komplexität erlauben es jene mittlerer Komplexität, mehr und längere Projektionen rechnen zu lassen. Erstmals konnten dank der Arbeit von Ganopolski und seinen Mitarbeitern wichtige Aspekte der Übergänge zwischen Warmzeiten und Eiszeiten realistisch simuliert und erklärt werden. Die Ergebnisse helfen, den menschgemachten Klimawandel unserer Tage besser einschätzen zu können.

„Das Geheimnis der Eiszeitzyklen zu lösen, womit sich in den vergangenen zwei Jahrhunderten viele Wissenschafter beschäftigt haben, dient nicht nur der Befriedigung der menschlichen Neugier”, erklärt Ganopolski. „Es ist auch wichtig als Beleg dafür, dass wir Klimaveränderungen verstehen und vorhersagen können.“ Die Eiszeitzyklen stellen die dramatischste natürliche Klimaschwankung in den letzten paar Millionen Jahren dar. Zu den beteiligten Faktoren gehören der Kohlenstoffkreislauf, Staub in der Atmosphäre, die Instabilität von Eisschilden und Ozeanströmungen.

Der Physiker Ganopolski, geboren 1960 in Russland, arbeitet als leitender Wissenschaftler im Forschungsbereich Erdsystem-Analyse des PIK. Er ist außerdem Leitautor des Kapitels zu Paläoklima für den fünften Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC (2013/14). Die Milankovitch Medaille ist eine der angesehensten internationalen Auszeichnungen im Feld der Klimaforschung.

Mit der „Auszeichnung als herausragender junger Wissenschaftler“ ehrte die EGU auch Reik Donner vom PIK. Er entwickelt nichtlineare Methoden der Zeitreihenanalyse und deren Anwendung auf Klimafragen. Dieser „hoch innovative“ Ansatz, so die EGU, dient beispielsweise dem Erkennen von Kipppunkten im Klimasystem, auf der Basis erdgeschichtlicher Klimadaten. Die Analyse komplexer Netzwerke ist auf den ersten Blick sehr abstrakt – aber könnte „ein neues Denkmuster für die geowissenschaftliche Analyse und Modellierung“ bieten, sagt Donner. Der 1977 geborene Physiker arbeitet im Forschungsbereich „Transdisziplinäre Konzepte und Methoden” des PIK.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die PIK-Pressestelle:

Telefon: +49 (0) 331 288 2507
E-Mail: presse@pik-potsdam.de
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49 331 288 25 07
Fax: +49 331 288 25 70
E-Mail: presse@pik-potsdam.de
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V.
Telegraphenberg A 31
Postfach 60 12 03
D-14412 Potsdam

Jonas Viering | idw
Weitere Informationen:
http://www.pik-potsdam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Illegal geschlagenes Holz in Alltagsprodukten aufspüren
21.11.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

nachricht DFG-Förderung für weltweit größte Studie zu Einzel-Implantaten im zahnlosen Unterkiefer
21.11.2017 | Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie