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Pionier der Nanowissenschaften gewürdigt

13.02.2009
Die Minerals, Metals & Materials Society (TMS) verleiht Professor Herbert Gleiter während ihrer Jahrestagung vom 15. bis 19. Februar in San Francisco den angesehenen Robert Franklin Mehl Award.

Der frühere geschäftsführende Direktor des KIT-Instituts für Nanotechnologie ist erst der vierte deutsche Wissenschaftler, der den seit 1922 verliehenen TMS-Award erhält.

Der Preis würdigt herausragende Erkenntnisse in der Materialwissenschaft, die als Meilensteine in einzelnen Teildisziplinen gelten.

Der Robert Franklin Mehl Award ist der höchste Preis, den die TMS verleiht. Er soll jene Qualitäten anerkennen, die wirklich herausra-gende Wissenschaftler im Bereich der Natur- und Technikwissen-schaften charakterisieren: Originalität und Brillanz des Denkens kombiniert mit wissenschaftlichen Visionen, die über die Grenzen der einzelnen Disziplinen hinwegreichen.

Herbert Gleiter gilt als Initiator und Wegbereiter der Erforschung der so genannten nanokristallinen Materialien, aus denen Werkstoffe mit gänzlich neuen und zum Teil planbaren Eigenschaften hergestellt werden können. Gleiter wird wegen seiner grundlegenden Arbeiten auf dem Gebiet der Nanomaterialien heute oftmals als Pionier der nanostrukturierten Materialien angesehen.

Mehrere Jahre vor allen anderen Wissenschaftlern haben er und seine Mitarbeiter die Existenz und das Potenzial dieser neuen Art von Materialien erkannt; einer Materialklasse, die heute zu der am schnellsten wachsenden Klasse gehört. Gleiter fand darüber hinaus Wege, die es ihm erlaubten, als Erster Stoffe mit dieser neuen Atomstruktur zu erzeugen und Untersuchungen über die neuartigen Eigenschaften durchzuführen sowie die Vorstellungen zu der neuar-tigen Atomstruktur zu bestätigen. Professor Gleiter hat außerdem durch mehrere neue und visionäre Konzepte die Fundamente für einige andere Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Materialforschung gelegt. Seine Arbeiten im Bereich der Teilchenhärtung von Legierungen sowie auf dem Feld der atomaren Struktur und der Eigenschaften von Korn- und Phasengrenzen in kristallinen Substanzen gehören zu den klassischen Grundlagen, die in die modernen Lehrbücher eingegangen sind.

Seine Arbeiten sind seit 1988 über 10 000-mal zitiert worden und wurden durch zahlreiche nationale sowie internationale Ehrungen, Berufungen in mehrere deutsche und ausländische Wissenschaftsakademien sowie durch die Verleihung mehrerer Ehrendoktorate gewürdigt.

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Herbert Gleiter, geboren 1938, promovierte in Physik an der Universität Stuttgart. Danach ging er als Postdoc an die Universität Göttingen, bevor er auf Professuren an der Universität Bochum, der Harvard University und am Massachusetts Institute of Technology berufen wurde. Anschließend war er Lehrstuhlinhaber für Materialwissenschaften an der Universität des Saarlandes. Von 1994 bis 1998 war er als Vorstandsmitglied des Forschungszentrums Karlsruhe zuständig für Grundlagenforschung und neue Technologien. Ab 1998 bis zu seinem Ruhestand 2004 war er - zusammen mit den Professoren Lehn und Fenske - Gründer und geschäftsführender Direktor des Instituts für Nanotechnologie. Seine wissenschaftlichen Leistungen sind in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet worden. Unter anderem erhielt er die Goldmedaille der Federation of European Materials Societies - die höchste wissenschaftliche Auszeichnung, die in Europa auf dem Gebiet der Materialforschung vergeben wird -, den "Von Hippel Award" der Materials Research Society - den bedeutendsten internationalen Preis für Materialforschung -, außerdem den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, den Max-Planck-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung und viele weitere wissenschaftliche Anerkennungen. Gleiter ist außerdem Mitglied mehrerer in- und ausländischer Wissenschaftsakademien; unter anderem ist er Präsidiumsmitglied der deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften, Leopoldina.

Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schließen sich das Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft und die Universität Karlsruhe zusammen. Damit wird eine Einrichtung international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften aufgebaut. Im KIT arbeiten insgesamt 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation.

Die Karlsruher Einrichtung ist ein führendes europäisches Energieforschungszentrum und spielt in den Nanowissenschaften eine weltweit sichtbare Rolle. KIT setzt neue Maßstäbe in der Lehre und Nachwuchsförderung und zieht Spitzenwissenschaftler aus aller Welt an. Zudem ist das KIT ein führender Innovationspartner für die Wirtschaft.

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

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