Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Physiker der Freien Universität erhält hochdotierten Förderpreis

14.11.2012
ERC Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats an Jens Eisert

Der Physik-Professor Dr. Jens Eisert von der Freien Universität Berlin ist mit einem hochdotierten Förderpreis des Europäischen Forschungsrats (ERC) ausgezeichnet worden. Der ERC Consolidator Grant umfasst eine Förderung von rund 1,2 Millionen Euro über fünf Jahre.

Jens Eisert will mit neuen Methoden Fragen der sogenannten Nichtgleichgewichtsdynamik erforschen und neue Quantentechnologien in den Bereich des technisch Möglichen rücken. Jens Eisert wurde 2004 bereits mit dem Förderpreis EURYI für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet, den Vorläufer des ERC Starting Grant.

Im ERC-Projekt will Jens Eisert die Nichtgleichgewichtsdynamik komplexer physikalischer Systeme wie Festkörper erforschen. Wie kommen solche Systeme mit vielen Freiheitsgraden ins Gleichgewicht? Wie entstehen wichtige Eigenschaften dieser Systeme, etwa eine Temperatur aufzuweisen, gewissermaßen von selbst, durch die natürliche Dynamik fernab vom Gleichgewicht? Einerseits werden solche Eigenschaften von der statistischen Physik schlüssig erklärt. Andererseits ist es eines der großen Rätsel der Physik, wie sich diese Gleichgewichtszustände mit den mikroskopischen Grundgleichungen vereinbaren lassen.
Welche Rolle spielen hier Konzepte aus der Festkörpertheorie wie die sogenannte Integrabilität? Neue Methoden sowohl mathematischer als auch numerischer Art versprechen, diese Fragen beantworten zu können. Durch neuartige Experimente mit ultrakalten Atomen können solche Fragen zudem unter präzise kontrollierten Bedingungen im Labor untersucht werden.

Praktisch gesehen, erlauben Systeme fernab vom Gleichgewicht gänzlich neuartige Anwendungen in Quantentechnologien, also Technologien, deren Funktionsweise auf der Theorie der Quantenmechanik basiert – und nicht auf der klassischen Mechanik, auf der die menschliche Alltagsintuition beruht. So versprechen neue Ideen über Nichtgleichgewichtsdynamik, Architekturen von Quantenspeichern entwickeln zu können, also Systemen, die Quantenzustände über eine verhältnismäßig lange Zeit ungestört speichern können und die Daten über weite Distanzen sicher übertragen. Möglich wäre auch die Entwicklung von Quantensimulatoren, also Systemen, die andere Quantensysteme nachstellen, die mit heutigen Superrechnern selbst bei monatelanger Rechenzeit nicht beschreibbar sind.

Mit neuen theoretischen und mathematischen Ansätzen und neuartigen Methoden sowie in Zusammenarbeit mit experimentell arbeitenden Physikern will Jens Eisert – ein führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Quantenphysik – im ERC-Projekt diese Felder bearbeiten. Ein Gutachter des ERC-Antrags verwies in seiner Befürwortung der Förderung darauf, dass Eisert einer der Erfinder der Methoden sei, die auf diesem Gebiet angewendet werden können.
Jens Eisert, Jahrgang 1970, studierte an der Universität Freiburg und an der University of Connecticut (USA) und promovierte an der Universität Potsdam. Er war mehrere Jahre als Lecturer am Imperial College London tätig. 2004 erhielt er als Juniorprofessor an der Universität Potsdam den europäischen Förderpreis EURYI für Nachwuchswissenschaftler, den Vorläufer des ERC Starting Grant. Seit 2011 ist Jens Eisert Professor für Quanten-Vielteilchentheorie, Quanten-Informationstheorie und Quantenoptik an der Freien Universität Berlin.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Jens Eisert, Dahlem Center for Complex Quantum Systems der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 838-53741, E-Mail: jenseisert@googlemail.com

Kerrin Zielke | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie