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Pflanzenöl kann Meeresfrüchte ergänzen

22.06.2012
Ernährungswissenschaftlerin der Universität Jena wurde OECOTROPHICA-Preis 2012 verliehen

Überfischte Meere, hohe Schwermetallkonzentrationen im Fisch und Arten, die vor der Ausrottung stehen: Der Menschheit drohen Engpässe bei der Versorgung mit Fisch und Meerestieren. Das ist fatal, weil Seefisch besonders hohe Gehalte von Omega-3-Fettsäuren aufweist. Diese ungesättigten Fettsäuren verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, wirken entzündungshemmend und präventiv bei koronaren Herzerkrankungen.

Längst läuft die Suche nach alternativen Quellen. Insbesondere pflanzliche Öle sind in den Fokus der Forschung gerückt. Die Ernährungswissenschaftlerin Claudia Fuhrmann von der Universität Jena hat untersucht, ob sich die Gabe von Echiumöl positiv auf verschiedene Blutfraktionen des Menschen auswirkt. Für ihre Diplomarbeit „Anreicherung von langkettigen n-3-Fettsäuren in verschiedenen Blutfraktionen unter der Supplementation mit vegetabilen stearidonsäurereichem Echiumöl – Ergebnisse einer Humaninterventionsstudie“ hat die 25-jährige Wissenschaftlerin jetzt den OECOTROPHICA-Preis 2012 im Bereich Humanernährung erhalten. Fuhrmann teilt sich den mit insgesamt 750 Euro dotierten Preis mit einer weiteren Preisträgerin. Verliehen wird der Preis vom Verband der Oecotrophologen e. V. (VDOE).

Das Echiumöl wird aus dem Samen von Pflanzen der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) gewonnen. Verwendet werden Arten des sogenannten Natternkopfs (Echium vulgare und Echium plantagineum). „Echiumöl hat seit 2008 die Novel-Food-Zulassung für Europa“, sagt Dr. Katrin Kuhnt. Die Ernährungswissenschaftlerin hat die Diplomarbeit von Claudia Fuhrmann betreut. Die Arbeit gehörte zum Projekt „Metabolismus und kardioprotektive Wirksamkeit von vegetabilen ‚land-based‘ n-3-Fettsäuren“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird.

Claudia Fuhrmann hat mit jungen und gesunden Probanden gearbeitet. Über einen Zeitraum von sechs Wochen haben die Probanden täglich zwei Esslöffel Echiumöl zu sich genommen. In dieser Zeit durften sie keinen Fisch essen und weder Leinöl noch Rapsöl verwenden. Vor, während und nach der Studie wurde den Teilnehmern Blut abgenommen. Der Befund war eindeutig: „Wir konnten zeigen, dass die Intervention mit Echiumöl die Fettsäurenverteilung verschiedener Blutfraktionen positiv beeinflusst“, resümiert Claudia Fuhrmann.

Die EPA gehört zu den Omega-3-Fettsäuren und zeichnet sich durch fünf Doppelbindungen aus. In der Natur kommt sie vorwiegend in Seefischen wie Lachs oder Hering vor.

Wie Claudia Fuhrmann erläuterte, kann das Echiumöl die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren verbessern, die Gaben des Meeres jedoch nicht ersetzen.

Kontakt:
Dr. Katrin Kuhnt
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Straße 24, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949619
E-Mail: katrin.kuhnt[at]uni-jena.de

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

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