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Peter Grünberg zieht in die Hall of Fame

23.09.2009
Jülicher Nobelpreisträger für die Entdeckung des Riesenmagnetowiderstands geehrt

In einem Festakt wurde Peter Grünberg, Nobelpreisträger für Physik 2007, in die Hall of Fame der deutschen Forschung aufgenommen. Die Jury würdigt damit seine Entdeckung des Riesenmagnetowiderstands, der in Computer-Festplatten Anwendung findet. Die Festrede zu diesem Anlass hielt Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, vor 150 Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in Berlin.

Der Riesenmagnetowiderstands- oder GMR-Effekt (englisch: Giant Magneto­resistance) brachte den Durchbruch zu Giga-Byte-Festplatten, die heutzutage in jedem PC im Einsatz sind. Gemeinsam mit dem Franzosen Albert Fert begründete Grünberg die Zukunftstechnologie Spintronik, die den quantenmechanischen Spin der Elektronen für die Mikro- und Nanoelektronik nutzbar macht. Dank dieser Jülicher Grundlagenforschung gelang es, leistungsfähige Lese-Schreib-Köpfe für Festplatten zu entwickeln.

Grünbergs GMR-Effekt findet man heute in fast jeder Festplatte. Der GMR-Effekt dient zum präzisen Auslesen von Daten. Diese sind auf engstem Raum in winzigen Bereichen unterschiedlicher Magnetisierung gespeichert. Ein Sensor, der den GMR-Effekt nutzt, registriert diese kleinen Unterschiede als große messbare Änderung und arbeitet daher hochempfindlich. Das erkannte auch die Industrie sehr schnell: Bereits 1997 kam der erste GMR-Lesekopf für Computerfestplatten mit Jülicher Know-How auf den Markt. Längst hat der GMR-Effekt in verbesserten Leseköpfen für Festplatten, Videobänder sowie in MP3-Playern weltweite Verbreitung gefunden. Peter Grünberg erhielt dafür bereits 1998 den Zukunftspreis des Bundespräsidenten, 2006 den Erfinderpreis der Europäischen Kommission und 2007 den Nobelpreis für Physik.

Die Hall of Fame der deutschen Forschung ehrt alljährlich Persönlichkeiten, die durch ihre Lebensleistung einen herausragenden Beitrag zur Weiterentwicklung des Forschungsstandorts Deutschland erbracht und somit auch den Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb zukunftsfähiger gemacht haben. Peter Grünberg wird aufgenommen für seine Entdeckung des Riesenmagnetowiderstands und für die daraus abgeleiteten Anwendungen der so genannten Spintronik in Computer-Hardware und Informations-Technologien.

Zusammen mit Peter Grünberg werden ebenfalls in die Hall of Fame aufgenommen: Karlheinz Brandenburg, der Entwickler des mp3-Formats, und als historische Laureaten Werner Heisenberg, einer der Begründer der Quantenmechanik, und Feodor Lynen, der 1964 den Medizin-Nobelpreis für seine Arbeiten über Cholesterin erhielt.

Über die Aufnahme in die "Hall of Fame der deutschen Forschung" entscheidet eine unabhängige 7-köpfige Jury von Wirtschaftsvertretern. Mitglieder sind unter anderem Prof. Jürgen Kluge von McKinsey Deutschland und designierter Vorstandsvorsitzender der Franz Haniel & Cie. GmbH, Dr. Arend Oetker, Präsident des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft und Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik. Nominiert werden die Kandidaten von einem 12-köpfigen wissenschaftlichen Kuratorium. Zu diesem gehören unter anderem Prof. Matthias Kleiner, der Präsident der DFG, Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft, und Prof. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR.

Die "Hall of Fame der deutschen Forschung" ist eine unabhängige Initiative des manager magazins, die in Analogie zur seit über 20 Jahren bestehenden Hall of Fame der deutschen Wirtschaft organisiert ist. Sie würdigt die technologische Innovationskraft der deutschen Wirtschaft und Wissenschaft und führt die Bedeutung dieser Innovationskraft einem breiten Publikum vor Augen.

Pressekontakt:
Kosta Schinarakis, Tel. 02461 61-4771, E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de,
Das Forschungszentrum Jülich...
... betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Energie & Umwelt sowie Information. Kombiniert mit den beiden Schlüsselkompetenzen Physik und Supercomputing werden in Jülich sowohl langfristige, grundlagenorientierte und fächerübergreifende Beiträge zu Naturwissenschaften und Technik erarbeitet als auch konkrete technologische Anwendungen. Mit rund 4 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den größten Forschungszentren Europas.

Kosta Schinarakis | Forschungszentrum Juelich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

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