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Patrick Cramer erhält Ernst Jung-Forschungspreis

08.01.2009
Professor Patrick Cramer, Direktor des Genzentrums der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, erhält den Ernst Jung-Preis für Medizin 2009 der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung.

"Patrick Cramer erhält den Preis als Auszeichnung für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Transkription, der Umschreibung der DNA in RNA", heißt es in der Begründung. Professor Patrick Cramer, der derzeit auch Dekan der Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU ist, teilt sich die mit 300.000 Euro dotierte Auszeichnung mit dem Mediziner Professor Jens Brüning von der Universität Köln. Der Preis wird am 9. Mai 2009 in Hamburg feierlich überreicht.

Professor Patrick Cramer hat mit seinen Arbeiten wesentlich zum Verständnis der Abschrift von Genen, der so genannten Transkription, beigetragen. Bei diesem elementaren Prozess des Lebens wird das Erbgut DNA abgelesen und in den zentralen Botenstoff mRNA übersetzt. Nur so können alle lebenswichtigen Proteine hergestellt werden.

Zur Aufklärung der Struktur und Funktion dieser zellulären Maschinerie der RNA-Polymerase hat Patrick Cramers Forschung wichtige Erkenntnisse beigesteuert. So gelang ihm die Entschlüsselung der RNA-Polymerase II, eines der größten Enzyme im Zellkern. Dieses Enzym spielt eine zentrale Rolle beim Prozess der Übersetzung genetischer Informationen in Boten-RNA, der Bauanleitung für Proteine. Für diesen wissenschaftlichen Durchbruch erhielt er von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Jahr 2006 den Leibniz-Preis.

Patrick Cramer ist 1969 in Stuttgart geboren. Er studierte Chemie in Stuttgart, Heidelberg, Bristol und Cambridge. Seinen Ph.D. erwarb er 1998 am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Grenoble, danach schloss sich ein postdoktoraler Forschungsaufenthalt an der Stanford University an. 2001 kam er als tenure track-Professor für Biochemie an die Fakultät für Chemie und Pharmazie. Seit 2004 ist er Managing Director am Genzentrum der LMU.

Der Hamburger Kaufmann und Reeder Ernst Jung errichtete 1967 die ab 1976 ausschließlich der Humanmedizin gewidmete Ernst Jung-Stiftung für Wissenschaft und Technologie. Der Ernst Jung-Preis wird seitdem jedes Jahr für bahnbrechende medizinische Forschungen vergeben.

Luise Dirscherl | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenchen.de/

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