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Otto Hahn-Medaille für jungen Mainzer Aerosolforscher

03.06.2014

Christopher Pöhlker vom Max-Planck-Institut für Chemie erhält die Otto Hahn-Medaille für seine herausragende Arbeit über die Eigenschaften und Quellen von biogenen Aerosolpartikeln.

Pöhlker konnte nachweisen, dass biogene Aerosole einen viel größeren Einfluss auf Wolken und Regen haben, als bisher angenommen. Biogene Aerosole sind kleinste Schwebteilchen, die von Pflanzen, Pilzen und Bakterien stammen.


Erhält die Otto-Hahn-Medaille: Aerosolforscher Christopher Pöhlker.

privat

Ihre Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt sind noch weitgehend ungeklärt. Für seine wegweisende Forschung wird dem 30-jahre alten Chemiker auf der Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft am 4. Juni 2014 die Otto Hahn-Medaille verliehen.

Die Max-Planck-Gesellschaft zeichnet jedes Jahr junge Wissenschaftler mit der Otto Hahn-Medaille aus, um ihre Forschungskarriere zu fördern. In diesem Jahr geht der mit 7.500 Euro dotierte Preis an Christopher Pöhlker für seine herausragende wissenschaftliche Leistung im Rahmen seiner Doktorarbeit.

Aus ihr ergibt sich nach Aussagen der Gutachter eine neue Sicht auf die Rolle von Aerosolen hinsichtlich ihrer Wechselwirkungen mit der Atmosphäre, der Biosphäre und dem Erdklima.

Pöhlkers Ergebnisse zeigen unter anderem, dass der Einfluss von Pflanzen und Pilzen auf die Entstehung von Wolken und Niederschlag im Regenwald größer ist als bisher angenommen.

Sie setzen nämlich kaliumreiche Partikel frei, an die sich Spurengase anlagern. Diese Partikel dienen dann als Kondensationskeime für die Luftfeuchtigkeit, wodurch Wolken und Regen entstehen.

Der Chemiker führte seine Untersuchungen im Amazonas-Regenwald und in einem semiariden Waldgebiet in den USA durch. Er bestimmte die Konzentration der Biopartikel aus Pilzsporen, Pflanzenpollen und Bakterien in der Atmosphäre und charakterisierte ihre Eigenschaften mithilfe verschiedener Techniken wie der Fluoreszenzmikroskopie und -spektroskopie, der Röntgenmikroskopie sowie der Röntgenabsorptionsspektroskopie.

Christopher Pöhlker, der zur Zeit wieder im brasilianischen Regenwald forscht und daher an der Ehrung nicht persönlich teilnehmen kann, studierte Chemie an der Philipps-Universität in Marburg. Während seines Studiums verbrachte er einige Zeit in der Abteilung für organische Chemie an der Universität von Stockholm, Schweden.

Seit Oktober 2009 ist er in der Abteilung Biogeochemie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz bei Meinrat O. Andreae und Ulrich Pöschl tätig. 2013 schloss Pöhlker seine Dissertation erfolgreich mit dem Prädikat „summa cum laude“ ab. Seine Studie wurde im hoch angesehenen Wissenschaftsmagazin SCIENCE publiziert.

Weitere Informationen:

http://www.mpic.de/aktuelles/pressemeldungen/news/otto-hahn-medaille-fuer-jungen...

Dr. Susanne Benner | Max-Planck-Institut

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