Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Otto von Guericke-Preis 2013: Neues Verfahren zur frühzeitigen Wirkstoffvalidierung

13.06.2013
Die Entwicklung neuer Wirkstoffe in der Pharmaindustrie ist extrem aufwändig und langwierig.

Dr. Tobias May vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig hat die Grundlagen für ein in-vitro Testverfahren entwickelt, das die Kosten für die Entwicklung neuer Medikamente deutlich reduzieren kann.

Dafür wurde er von der AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen im Rahmen einer Leistungsshow am 12. Juni in Berlin mit dem Otto von Guericke-Preis 2013 ausgezeichnet. Er wird einmal im Jahr für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert.

Die vorwettbewerbliche IGF wird im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer 100 Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln gefördert.

In der Regel vergehen zehn bis zwölf Jahre vom ersten Ansatz im Labor bis zur Vermarktung eines Medikaments und nur ein geringer Teil der Wirkstoffkandidaten – durchschnittlich rund 10 Prozent – übersteht den Weg durch die klinischen Studienphasen.
„Das ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Zahl der neuen medizinisch wirksamen Substanzen, die auf den Markt gelangen, in den letzten Jahren abgenommen hat. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stellen die Entwicklungs- und Zulassungsverfahren eine hohe Hürde dar.“, erläutert Tobias May die Ausgangslage.

Die hohe Ausfallquote von 90 Prozent der neuen Wirkstoffkandidaten deutet darauf hin, dass der derzeitige Wirkstoffidentifizierungsprozess ineffizient ist. In dem ausgezeichneten IGF-Vorhaben, das vom AiF-Mitglied DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie koordiniert wurde, hat May Zellsysteme entwickelt, die einen gänzlich neuen Ansatz in der Entwicklung von Medikamenten erlauben.

„Zukünftige Medikamentenkandidaten können mit den neuartigen Zellsystemen erstmals in der Petrischale unter Bedingungen getestet und optimiert werden, die gewebsähnlich sind. Dadurch können bereits zu einem deutlich frühen Zeitpunkt der Wirkstoffentwicklung als bisher – noch bevor die zeit- und kostenintensiven präklinischen und vor allem klinischen Phasen beginnen – deutlich genauere Vorhersagen zur Wirksamkeit der Wirkstoffe getroffen werden.“, erklärt May.

Durch diese präzisere und realitätsnähere Testmethodik und die damit einhergehende Reduzierung von erfolglosen klinischen Tests werden die Kosten für die Entwicklung neuer Medikamente deutlich gesenkt. Hierdurch könnten gerade forschende KMU ein Anreiz erhalten, wieder in die Entwicklung innovativer Medikamente einzusteigen oder ihre laufenden Entwicklungsprogramme zu optimieren und so die Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen.

Die in dem IGF-Projekt erzielten Ergebnisse wurden durch Tobias May bereits in die industrielle Praxis umgesetzt, indem er als Mitgesellschafter in das Start-up Unternehmen inSCREENex GmbH, Braunschweig, wechselte und dort die neuartigen Zellsysteme bis zur Marktreife weiter entwickelte. „Durch seine bahnbrechenden Entwicklungen und insbesondere die Überführung der Ergebnisse in die Praxis sind Tobias May und das von ihm bearbeitete Projekt Paradebeispiele für erfolgreiche Gemeinschaftsforschung.“, erklärt Professor Kurt Wagemann, Geschäftsführer der DECHEMA.

Ansprechpartner zum Projekt
InSCREENeX GmbH, Dr. Tobias May, tobias.may@inscreenex.com, Telefon: + 49 531 61815080

Über die AiF
Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. ist ein 1954 gegründetes, industriegetragenes Innovationsnetzwerk zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Mittelstand. Es verknüpft die Interessen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Aufgabe ist es, als Dachverband von rund 100 branchenspezifischen Forschungsvereinigungen die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Die AiF als gemeinnütziger Verein ist Träger der Industriellen Gemeinschaftsforschung und betreut gemeinsam mit der AiF Projekt GmbH und der AiF F∙T∙K GmbH, ihren einhundertprozentigen Tochtergesellschaften, weitere Förderprogramme der öffentlichen Hand. Im Jahr 2012 setzte die AiF rund 485 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln ein.

Pressekontakt
AiF e.V., Alexandra Dick, presse@aif.de, Telefon: +49 221 37680-112

Einen dreiminütigen Film zum Projekt sowie das beigefügte Foto in druckfähiger Auflösung (Quelle: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt /pixelio.de) zum Download finden Sie auf unser Website unter www.aif.de.

Alexandra Dick | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie