Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Norddeutscher Wissenschaftspreis für Oldenburger Meeresforscher

29.11.2012
Die DFG-Forschergruppe BioGeoChemie des Watts der Universität Oldenburg ist heute im Hamburger Rathaus mit dem Norddeutschen Wissenschaftspreis ausgezeichnet worden. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wurde erstmals verliehen und würdigt in diesem Jahr hervorragende norddeutsche Kooperationen in der Meeresforschung.

An der DFG-Forschergruppe BioGeoChemie des Watts sind unter Federführung der Universität Oldenburg das Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen und Senckenberg am Meer (Wilhelmshaven) beteiligt.

Insgesamt lagen der hochkarätig besetzten Jury 14 Wettbewerbsbeiträge aus allen Gebieten der Meersforschung vor, drei wurden für die Endrunde nominiert. Ausgelobt wird der Preis von den Wissenschaftsministerien der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg.

„Die Auszeichnung belegt das nationale und internationale Renommee der Oldenburger Meeresforschung. Die Arbeit von Professor Rullkötter und seinem Team ist charakterisiert durch enge und beispielhafte Kooperationen mit hochkarätigen wissenschaftlichen Einrichtungen“, sagte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Babette Simon anlässlich der Entscheidung.

„Es erfüllt mich mit Stolz, dass unsere Forschergruppe die erste ist, die den Norddeutschen Wissenschaftspreis erhält“, erklärte Prof. Dr. Jürgen Rullkötter, Direktor des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) sowie Sprecher der DFG-Forschergruppe. Er sehe die Auszeichnung als Wertschätzung des hervorragend funktionierenden Netzwerks und der interdisziplinären Forschung.
Die Forschergruppe BioGeoChemie des Watts wurde 2001 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ins Leben gerufen, um mehr über die hydrodynamischen und biogeochemischen Vorgänge im Watt zu erfahren. „Eine tiefgreifende Kenntnis der im Wattenmeer ablaufenden physikalischen, biologischen und chemischen Prozesse ist eine der Voraussetzungen, um die einzigartige Landschaft angemessen schützen und Veränderungen infolge von Klimawandel und steigendem Meeresspiegel besser abschätzen zu können“, betonte Rullkötter.

In intensiven Gelände- und Laborarbeiten haben die WissenschaftlerInnen im Rückseitenwatt der Insel Spiekeroog die Strömungssysteme erforscht. Zudem untersuchten sie den Transport von partikulärem und gelöstem Material in der Wassersäule, die Produktion von Biomasse durch Plankton und die Umsetzung abgestorbener Biomasse durch Mikroorganismen. Markantestes Forschungsinstrument der Gruppe: der gelbe Forschungsmesspfahl – eine Dauermessstation im Seegatt südwestlich von Spiekeroog.
Die WissenschaftlerInnen konzipierten die Messstation so, dass sie bei jeder Wetterlage – auch bei extremen Stürmen und Eis – verlässliche Messdaten aus dem Spiekerooger Watt übermittelt. Sie liefert ozeanographische und meteorologische Daten und misst ‒ einmalig für das deutsche Wattenmeer ‒ seit ihrer Errichtung im Jahr 2002 auch chemische Daten wie beispielsweise Nährsalzgehalte im Wasser.

Die erhobenen Daten flossen unter anderem in hochauflösende mathematische Modelle wichtiger ökologischer Prozesse ein – wie Vorhersagen zu Strömungsverhältnissen oder Sedimenttransporten.

Den Erfolg der Forschergruppe sieht Rullkötter vor allem in der engen Zusammenarbeit der beteiligten Institute: „Wir konzipierten die Gruppe von Anfang an so, dass sich die Wissenschaftler und Forschungsinstitutionen gegenseitig inspirieren.“ So entwickelte die Arbeitsgruppe Meeresphysik der Universität Oldenburg innovative Forschungsgeräte, die beiden geochemischen Arbeitsgruppen des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) untersuchten die anorganischen und organischen Proben. Das Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie beschäftigte sich mit Stofftransporten und mikrobiellen Prozessen. So fanden die ForscherInnen im Spiekerooger Watt hohe mikrobielle Umsatzraten im Sediment. Damit ist die Sandplate ein hochgradig aktiver Bioreaktor zur Remineralisierung abgestorbenen organischen Materials. Zugleich entdeckten sie eine hohe Anzahl und Vielfalt von Mikroorganismen, die giftige Schwefelverbindungen an der Sedimentoberfläche neutralisieren und sogar zum Wachstum nutzen können. Senckenberg am Meer mit seiner langjährigen Expertise von Arbeiten in Gezeitenbecken nordwestdeutscher Rückseitenwatten widmete sich der Erforschung der Sediment- und Morphodynamik im Rückseitenwatt von Spiekeroog. „Ohne das perfekte Zusammenwirken aller Beteiligten, die ihre jeweiligen Kompetenzen in das Forschungsfeld einbrachten, wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen“, so Rullkötter.

Kontakt: Prof. Dr. Jürgen Rullkötter, Institut für Chemie und Biologie des Meeres, Tel.: 0441/798-5359, E-Mail: juergen.rullkoetter@uni-oldenburg.de

Dr. Corinna Dahm-Brey | idw
Weitere Informationen:
http://www.watt.icbm.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie