Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Norddeutscher Vorentscheid Falling Walls Lab für junge talentierte Forscher und Unternehmer

18.08.2014

Proteine, also Eiweiße, sind ein wichtiger Bestandteil unserer Ernähung. Wie lässt sich die Proteinversorgung weltweit sicherstellen?

Mit dieser Frage hat sich Anubha Garg befasst. Für ihre Forschungsideen wurde sie nun mit dem ersten Platz beim norddeutschen Vorentscheid zum diesjährigen internationalen Ideenwettbewerb »Falling Walls Lab« im Bohnenkamp-Haus des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück ausgezeichnet. Den zweiten Platz sicherte sich Prof. Dr. Mehul Bhat von der Universität Bremen.

Zum Hintergrund: Das Falling Walls Lab wurde 2011 von der Falling Walls Foundation und der Unternehmensberatung A.T. Kearney initiiert. Ziel ist es, zukunftsorientiert denkenden jungen Menschen ein Forum für die Präsentation ihrer Ideen zu geben. Bewerben konnten sich Nachwuchsforscher und Jungunternehmer.

Das Falling Walls Lab Osnabrück wurde von der Universität Osnabrück und dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) und mit finanzieller Unterstützung der RWE Vertrieb AG, ausgerichtet. Vorentscheidungen finden in diesem Jahr neben Osnabrück unter anderem in Kopenhagen, Edinburgh, Wien, Kairo und Sendai (Japan) statt.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern blieben jeweils drei Minuten Zeit, um ihre Forschungsarbeit, ihre Geschäftsmodelle, innovativen Projekte oder Ideen einer Jury vorzustellen. Die zuständige Vizepräsidentin der Universität Osnabrück Prof. Dr. May-Britt Kallenrode betonte bei der Präsentation des Jury-Ergebnisses die beeindruckenden Leistungen der elf Kandidatinnen und Kandidaten.

Sie hätten in ihren Forschungen durchweg die traditionellen disziplinären Grenzen überwunden: »Dies ist etwas, was wir auch an der Universität Osnabrück auf zahlreichen Forschungsfeldern praktizieren: nämlich bei der Suche nach Antworten auf wissenschaftliche Fragen die Mauern zwischen den Disziplinen abbauen – ganz im Sinne des Falling Walls-Gedankens.«

Anubha Garg vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) Quakenbrück und der TU Berlin wurde 1987 geboren. 2011 absolvierte sie ihren Bachelorabschluss im Agrar- und Lebensmittelingeneurwesen beim Indian Institute of Technology (IIT) Kharagpur, Indien. Zwei Jahre später folgte der Masterabschluss in Getreidewissenschaften und –wirtschaft an der Kansas State University, USA. Seit Oktober 2013 ist sie Doktorandin im Bereich Lebensmittelverarbeitung.

Die Wissenschaftlerin überzeugte die Jury mit ihren Ideen, wie man die Proteinversorgung sicherstellen kann. Dabei wies sie darauf hin, dass bei der Züchtung von Tieren ein weitaus höheres Maß an pflanzlichen Proteinen aufgewendet werden müsse als an tierischem Protein gewonnen werde und insofern für die menschliche Ernährung verloren gingen. Die junge Wissenschaftlerin plädierte für eine neuartige proteinhaltige pflanzliche Nahrung, die geschmacklich kaum von Fleisch zu unterscheiden sei.

Prof. Dr. Mehul Bhatt von der Fakultät für Informatik/Mathematik der Universität Bremen wurde 1980 geboren. 2001 machte er seinen Bachelorabschluss in Betriebswirtschaftslehre und Management am Narsee Monjee College of Commerce & Economics, Mumbai University, Indien. 2004 folgte der Masterabschluss in Künstlicher Intelligenz an der La Trobe University, Melbourne, Australien, wo er 2008 auch promovierte.

Bis 2010 war er als Alexander von Humboldt Post-Doctoral Fellow an der Universität Bremen tätig, wo er heute als Juniorprofessor und Projektleiter des Forschungsprojekts »Project Design Space« forscht und lehrt. Mehul Bhatt hat sich mit der Frage befasst, wie bei der architektonischen Planung von Gebäuden, die am Computer konstruiert werden, menschliche Wahrnehmung und menschliche Verhaltensweisen stärker berücksichtigt werden können.

Als Beispiel erwähnte er den Neubau eines Hallenbades, bei dem Zuschauer auf dem Tribünenbalkon ein nur unzureichendes Sichtfeld auf das Schwimmbecken hatten. Ein weiteres Beispiel betreffe die Planung von Fluchtwegausschilderungen. Auch hierbei seien, nach Meinung des jungen Wissenschaftlers, die menschliche Kognition stärker zu berücksichtigen.

Beim Finale am 8. November in Berlin werden Garg und Bhatt gegen rund 100 Jungforscher aus bis zu 75 Ländern vor eine internationale Expertengruppe treten. Im vergangenen Jahr konnte der Osnabrücker Kognitionswissenschaftler Tarek R. Besold den zweiten Platz für sich entscheiden.

Er hatte den diesjährigen Wettbewerb in Osnabrück gemeinsam mit einer weiteren Finalistin des Vorjahres, Erika Georget vom DIL in Quakenbrück organisiert. »Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr so hochqualifizierte und innovative Nachwuchswissenschaftler für den Osnabrücker Vorentscheid gewinnen konnten«, so die beiden nach der Veranstaltung.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Tarek R. Besold, Universität Osnabrück
Institut für Kognitionswissenschaft
Albrechtstraße 28, 49076 Osnabrück
Tel. +49 541 969 7181
E-Mail: tbesold@uni-osnabrueck.de

Dr. Oliver Schmidt | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-osnabrueck.de

Weitere Berichte zu: Bachelorabschluss DIL Lab Lebensmitteltechnik Masterabschluss Vorentscheid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie