Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nobelpreis für Leuchtprotein

09.10.2008
Vielfältige Anwendungen in der Sicherheitsforschung

Für ihre Entdeckung eines grün fluoreszierenden Proteins in einer Qualle erhalten zwei amerikanische und ein japanischer Wissenschaftler den diesjährigen Nobelpreis für Chemie.

Dieses GFP-Protein wird nicht nur in der medizinischen Forschung angewandt, um biologische Prozesse sichtbar zu machen, sondern auch in der Pflanzenforschung. Für die Entwicklung der modernen Biowissenschaften sei die Entdeckung des GFP-Proteins und seiner Anwendungsmöglichkeiten "zwingend erforderlich" gewesen, begründete das Nobelkomitee in Stockholm seine Entscheidung.

Der Japaner Osamu Shimomura, einer der Preisträger, isolierte 1961 in der Qualle Aequorea victoria ein Protein, das bei ultraviolettem Licht grün fluoresziert. Die beiden amerikanischen Forscher Martin Chalfie und Roder Tsien fanden später heraus, dass sich dieses grün fluoreszierende Protein (GFP; green fluorescent protein) auf vielfältige Weise nutzen lässt, um die räumliche und zeitliche Verteilung eines bestimmten Proteins in Zellen oder Organismen direkt beobachten zu können. Wird das GFP-Gen mit dem Gen eines anderen Proteins gekoppelt, wirkt das GFP-Protein als Leuchtmarker für das andere, ansonsten unsichtbare Protein. Im Gegensatz zu anderen fluoreszierenden Proteinen benötigt das GFP-Protein keine weiteren Moleküle, um zu leuchten. Das UV-Licht reicht dazu aus. Zudem ist das GFP-Protein in nahezu allen Zellen nicht-toxisch und hat keine Auswirkungen auf die übrigen Vorgänge in der Zelle.

Vor allem in der Zellbiologie hat diese Markierungstechnik entscheiden dazu beigetragen, Vorgänge in der Zelle, wie den Transport oder die Regulation bestimmter Proteine erkennen zu können. In der medizinischen Forschung kann man damit etwa die Entwicklung von Nervenzellen oder das Wachstum von Krebszellen verfolgen.

Aber auch in der molekularen Pflanzenforschung wird die GFP-Technik vielfach eingesetzt, vor allem bei der Entwicklung neuer Verfahren zur Transformation von Pflanzen. In einigen BMBF-geförderten Projekten der biologischen Sicherheitsforschung wird das GFP-Gen als Testsystem genutzt, um rasch und ohne großen Aufwand erkennen zu können, ob die mit neuen Verfahren eingeführte DNA tatsächlich in der Pflanzenzelle aktiv ist und zur Bildung des entsprechenden Proteins führt. Das GFP-Protein kann aber auch als optischer Indikator signalisieren, wenn ein bestimmtes Gen erfolgreich entfernt wurde, etwa ein nicht gewünschtes Antibiotikaresistenz‑Markergen aus dem Genom herausgeschnitten werden soll.

Bei anderen Forschungsprojekten wurde mit Hilfe des angekoppelten GFP-Gen die räumliche Verteilung eines bestimmten Proteins in der Zelle oder der Pflanze visualisiert.

| Team bioSicherheit
Weitere Informationen:
http://www.biosicherheit.de
http://www.gmo-safety.eu
http://www.biosicherheit.de/de/aktuell/661.doku.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise