Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nie mehr warten vor dem Computer - 1,3 Millionen Euro für Forschungsgruppe zur Softwareeffizienz

09.10.2014

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine weitere Emmy Noether-Gruppe am European Center for Security and Privacy by Design (EC SPRIDE). Michael Pradel, Informatiker der TU Darmstadt, wird die Gruppe zum Thema „ConcSys: Reliable and Efficient Complex, Concurrent Software Systems“ leiten.

Pradel erhält von der DFG für die Gründung einer Nachwuchsgruppe eine Fünf-Jahres-Förderung von insgesamt 1,3 Millionen Euro. Ziel seiner Forschung ist es, zukünftige Softwaresysteme effizient, zuverlässig und sicher zu machen.

Computernutzer machen häufig die Erfahrung, dass sie trotz sehr guter Hardware bei gleichzeitig ablaufenden Prozessen auf deren Ausführung warten müssen. Das geförderte Projekt ConcSys entwickelt Programmanalysen, die Programmierern helfen, die Zuverlässigkeit und die Effizienz komplexer Softwaresysteme zu verbessern.

Nutzer werden so auf mehrere gleichzeitige Anfragen, wie zum Beispiel parallel laufende Mail- und Grafikprogramme und Browser, ohne Wartezeiten Rückmeldungen von ihrem System bekommen. Software wird also zukünftig in der Lage sein, das volle Hardwarepotenzial auszunutzen.

„Wir zielen auf Verfahren ab, die auf große Softwaresysteme mit Millionen von Codezeilen anwendbar sind“, erklärt Pradel. „Daher wird das Projekt nicht nur wissenschaftliche Neuerungen bringen, sondern auch einen praktischen Beitrag dazu leisten, zukünftige Softwaresysteme zuverlässiger und effizienter zu gestalten.“

Michael Pradel erhielt bereits im Juli von EC SPRIDE die wissenschaftliche Auszeichnung „Claude Shannon Fellow“. Die durch Pradel damit an der TU Darmstadt vertretene Disziplin „Cybersicherheit für Softwaresysteme“ wächst aktuell schnell, sie wird mittelfristig aus fünf Doktoranden und weiteren studentischen Mitarbeitern bestehen. „Unser langfristiges Ziel ist es, Spitzenforschung zu betreiben und diese auf real existierende Softwaresysteme anzuwenden“, erläutert Pradel seine Pläne.

Nach Erlangung des Doktortitels an der ETH Zürich folgte Pradel einem attraktiven Angebot der ebenfalls renommierten University of California, Berkeley. Die ihm durch EC SPRIDE gebotenen Forschungsfreiheiten lockten Pradel nun allerdings nach Darmstadt zurück, wo er 2006 während des Studiums bereits ein Praktikum am Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT absolvierte.

EC SPRIDE ist das größte der drei vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Cybersicherheitskompetenzzentren. Es wird von der TU Darmstadt und dem Fraunhofer SIT gemeinsam getragen. Die EC SPRIDE-Forscherinnen und -Forscher untersuchen, auf welche Weise IT-Entwicklerinnen und -Entwickler Software und IT-Systeme vom Entwurf an – also „by Design“ – und über den gesamten Lebenszyklus optimal absichern können.

MI-Nr. 70/2014, Sandra Wittrin/sip

Silke Paradowski | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE