Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neutronenforschung in Jülich und Garching gefördert

20.03.2012
650.000 Euro für Instrumentenentwicklung / 1,6 Millionen Euro für wissenschaftliche Nutzung

Das Forschungszentrum Jülich erhält 650.000 Euro Fördergeld aus dem 7. EU-Rahmenprogramm für die Weiterentwicklung von Instrumenten und deren Komponenten für die Forschung mit Neutronen.

Mit weiteren 1,6 Millionen Euro wird der wissenschaftliche Nutzerbetrieb des Forschungszentrums Jülich und der Technischen Universität München an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) in Garching bei München gefördert. Dort betreibt Jülich die meisten seiner Neutroneninstrumente und stellt sie Wissenschaft und Industrie zur Verfügung. Mit dem Fördergeld wird in den kommenden 4 Jahren der Zugang europäischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu den Geräten im Rahmen des europäischen Forschungskonsortiums "Neutron Scattering and Muon Spectroscopy Integrated Initiative" (NMI3) gefördert.

Der Startschuss für die Projekte im Bereich der Instrumententwicklung ist am 12. und 13. März im Rahmen eines Treffens der beteiligten europäischen Partner in Grenoble gefallen. Das erste Projekt der Jülicher Wissenschaftler ist die Kombination von Neutronenexperimenten mit anderen fortschrittlichen Methoden, etwa dynamischer Lichtstreuung. Dies soll es ermöglichen, den Ablauf von chemischen Prozessen in weicher Materie, wie Polymeren oder Eiweißstoffen, genau zu verfolgen. Solche Prozesse sind wichtig, um beispielsweise zu verstehen, wie Medikamente beschaffen sein müssen, um die gewünschte Wirkung an der richtigen Stelle im Körper zu entfalten.

Ein weiteres Projekt verfolgt die Entwicklung einer Methode, mit der die Verteilung der Magnetisierung in winzig kleinen Partikeln bestimmt werden kann. Die Methode kann für die Entwicklung von neuartigen Speichern für die Informationstechnologie ebenso nützlich sein wie für die Suche nach verbesserten Materialien für die Krebstherapie mit Hilfe von streng lokal erzeugter Wärme.

Das dritte Projekt dient der Entwicklung von Komponenten für die geplante stärkste gepulste Neutronenquelle, die Europäische Spallationsquelle (ESS) in Schweden. Neuartige Komponenten zum gezielten Formen von Neutronenpulsen werden entwickelt, um die an der ESS erzeugten Neutronen optimal zu nutzen.

Im vierten Projekt sollen neuartige Neutronendetektoren entwickelt werden als Ersatz für bisher übliche Detektoren, die Helium-3, ein seltenes Isotop des Edelgases Helium benötigen. Helium-3 ist in den letzten Jahren sehr teuer geworden, wodurch auch die Detektorkosten stark gestiegen sind. Die neuartigen Detektoren basieren auf dem Prinzip der Szintillation: Im Szintillatormaterial entstehen beim Auftreffen von Neutronen Lichtpulse. Im zu entwickelnden Szintillationsdetektor werden diese Lichtpulse in speziellen Fasern in ihrer Wellenlänge verändert und an den Empfindlichkeitsbereich eines Photon-Detektors angepasst.

"Uns ist es wichtig, den Wissenschaftlern, die bei uns forschen, stets die optimale Ausrüstung zur Verfügung stellen zu können, insbesondere Neutroneninstrumente, die auf dem neusten Stand sind. Die jetzt gestarteten Projekten und die Förderung durch das NMI3 werden dazu einen wichtigen Beitrag leisten", stellt Prof. Dieter Richter fest, Direktor am Jülich Centre for Neutron Science und am Institute of Complex Systems. "Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren europäischen Partnern.

Denn die Herausforderungen, die vor uns liegen, lassen sich nur mit internationaler und interdisziplinärer Zusammenarbeit lösen."

Weitere Informationen:
Jülich Centre for Neutron Science (JCNS): www.fz-juelich.de/jcns/
Zur Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II):
www.frm2.tum.de
Europäisches Infrastrukturprogramm "Neutron Scattering and Muon Spectroscopy Integrated Initiative" (NMI3): http://nmi3.eu/
Pressekontakt:
Angela Wenzik, Wissenschaftsjournalistin, Forschungszentrum Jülich, Tel.
02461 61-6048, E-Mail: a.wenzik@fz-juelich.de

Angela Wenzik | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/jcns/
http://www.frm2.tum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie