Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Telemedizin-Forschungsprojekt zum selbstbestimmten Wohnen im Alter

11.12.2013
Das UniversitätsSpital Zürich und die Fachhochschule St. Gallen erforschen gemeinsam die Machbarkeit und Akzeptanz telemedizinischer Beratung.

Im Projekt «Long Independent Living Assistant» (LILA) soll während zwei Jahren intensiv zu Monitoring und Beratung auf Distanz im technikgestützten Lebensumfeld geforscht sowie daraus ein Software-Produkt entwickelt werden. Die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) des Bundes unterstützt diese Forschungsarbeiten mit einem Förderbetrag von 400`000 SFr.

Die Lebenserwartung in unserer Gesellschaft steigt – nicht zuletzt dank des medizinischen Fortschritts. Auch im Alter wollen viele Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt leben. Das stellt neue Herausforderungen an die medizinische Versorgung. Dank so genanntem Ambient Assisted Living (AAL), auch umgebungsunterstütztes Leben genannt, können ältere Menschen länger in ihrem gewohnten Umfeld leben. Dazu werden sie im Alltag durch Konzepte, technische Systeme und Produkte unterstützt.

Ein Bestandteil von AAL ist die Telemedizin, d.h. das Monitoring von Vitalwerten (z.B. Blutdruck, Puls, Gewicht) sowie die medizinische Beratung aus der Ferne. In der neuen Studie steht das optimale Zusammenspiel dieser innovativen Beratungsmöglichkeiten „auf Distanz“ im Vordergrund.

Das Interesse der Forscher unter der Leitung von PD Dr. Christiane Brockes und Dr. Sabine Schmidt-Weitmann aus der Klinischen Telemedizin des UniversitätsSpitals Zürich (USZ) konzentriert sich auf Aspekte der Akzeptanz, Nutzeneffekte (unter anderem Einsatzgebiete von Telemedizin und deren Grenzen) sowie erwünschte Wirkungsqualitäten (hierbei stellen sich u.a. Fragen, in welchem Ausmass die Telemedizin die Eigenständigkeit und Lebensqualität im Alter fördern kann). Dies unter Berücksichtigung demografischer Trends sowie der Grenzen der Sozialpolitik und der Ressourcen von Pflegeheimen.

Ausbau des telemedizinischen Angebots

Durchgeführt wird die Studie im Alterszentrum Hottingen, einer Residenz für Menschen, die auch im Alter selbstbestimmt wohnen möchten. Aufgrund der Forschungsergebnisse soll unter anderem das telemedizinische Angebot des USZ ausgebaut werden. Entstehen soll aber auch ein konkretes Produkt. Dieses soll die Eigenverantwortung, das längere autonome Wohnen in den eigenen vier Wänden und die Lebensqualität älterer Menschen umfassend steigern.

Ein interdisziplinäres Forscherteam begleitet das Projekt wissenschaftlich. Es besteht aus Vertretern der Telemedizin des UniversitätsSpitals Zürich sowie zwei Exponenten der Fachhochschule St. Gallen: Prof. Uli Otto, Leiter des «Kompetenzzentrums Generationen» und Beda Meienberger, Co-Leiter des Innovationszentrums/Ambient Assisted Living. Im Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird die langjährige internetbasierte USZ-Onlineberatung um die Kanäle Video, Telefon und Vitaldaten-Telemonitoring erweitert. Hierbei liegt der Fokus auf der Machbarkeit und der Akzeptanz bei den älteren Menschen.

Der Forschungsteil des Projekts wird finanziell von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) des Bundes unterstützt. Von diversen Wirtschaftspartnern (emineo AG als Hauptwirtschaftspartner, Netcloud AG, H-Net AG, Stiftung Diakoniewerk Neumünster –Alterszentrum Hottingen & Rehalp) wird zugleich ein elektronischer AAL-Assistent entwickelt, der das gewünschte Monitoring und die Beratung ermöglicht. Dieser Projektteil wird mit 700`000 SFr. vollumfänglich von den Wirtschaftspartnern finanziert. Insgesamt beträgt das Projektvolumen rund 1,1 Millionen Franken.

Ansprechpartner für Fragen:
PD Dr. Christiane Brockes
Leiterin Klinische Telemedizin, UniversitätsSpital Zürich
Tel.: +41 044 255 54 84 oder +41 076 339 33 82
E-Mail: christiane.brockes@usz.ch

Martina Pletscher | idw
Weitere Informationen:
http://www.usz.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neuer Mechanismus der Gen-Inaktivierung könnte vor Altern und Krebs schützen

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Alge im Eismeer - Genom einer antarktischen Meeresalge entschlüsselt

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor

23.02.2017 | Energie und Elektrotechnik