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Neuer Schwerpunkt in Medizinischer Chemie - Über vier Millionen Euro für Forschungsverbund

13.12.2012
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung eines neuen Forschungsverbundes bewilligt. Das Graduiertenkolleg GRK 1910 „Medizinische Chemie selektiver GPCR-Liganden“ wird von der Universität Regensburg (Sprecher: Prof. Dr. Armin Buschauer) und von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Sprecher: Prof. Dr. Peter Gmeiner) getragen. Die DFG fördert das Graduiertenkolleg in den kommenden viereinhalb Jahren mit über vier Millionen Euro.

Im Zentrum des Graduiertenkollegs stehen sogenannte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCRs). Dabei handelt es sich um eine große Familie von Proteinen, die als gemeinsames Merkmal sieben – die Zellmembran durchspannende – Abschnitte aufweisen.

Ihre Aufgabe besteht darin, unterschiedliche äußere Signale ins Zellinnere weiterzuleiten. Im menschlichen Körper spielen sie einerseits für die Gewinnung von Sinneseindrücken wie Geruch und Geschmack, andererseits als Andockstellen für Neurotransmitter und Hormone bei der Kommunikation zwischen Zellen und ihrer Umgebung eine wichtige Rolle. Sie sind an einer Vielzahl lebenswichtiger Prozesse im Körper beteiligt. Fehlfunktionen können schwere Krankheiten auslösen. Etwa 30 % der derzeit zugelassenen Arzneistoffe wirken über ihre Bindung an GPCRs.

Die Arbeit im Rahmen des neuen Forschungsverbundes zielt auf die Entwicklung neuer selektiver Wirkstoffe und molekularer Werkzeuge zur Untersuchung von GPCRs auf verschiedenen Ebenen ab. Die Aufklärung der molekularen Mechanismen, die über die Selektivität der Bindung an GPCRs und die Aktivierung oder Hemmung bestimmter Signalwege entscheiden, ist ein wichtiger Beitrag der Grundlagenforschung zur Entwicklung von Arzneistoffen – beispielsweise zur Therapie chronisch entzündlicher, kardiovaskulärer oder neurologischer Erkrankungen. Das Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs ist deshalb stark interdisziplinär ausgerichtet.

Die Bedeutung G-Protein-gekoppelter Rezeptoren wurde mit der Verleihung des Nobelpreises für Chemie an die US-Amerikaner Robert Joseph Lefkowitz und Brian Kent Kobilka unterstrichen.

Mit der Einrichtung von Graduiertenkollegs fördert die DFG vor allen Dingen die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Im Mittelpunkt steht die Qualifizierung von Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen eines thematisch ausgerichteten Forschungsprogramms sowie eines strukturierten Qualifizierungskonzepts. Diese Forschungsverbünde werden für maximal neun Jahre finanziert.

Weiterführende Informationen zum Thema „Graduiertenkollegs“:
http://www.dfg.de/foerderung/programme/koordinierte_programme/graduiertenkollegs
Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Armin Buschauer
Universität Regensburg
Institut für Pharmazie
Tel.: 0941 943-4827
Armin.Buschauer@chemie.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de

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