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Neuer Forschungspreis: Innovationspreis für Lebenswissenschaften

16.10.2014

Neuer Forschungspreis zum Jubiläum der Goethe-Uni

Krebsforscher Florian Greten, Direktor des Georg-Speyer-Hauses, ist mit dem Innovationspreis für Lebenswissenschaften ausgezeichnet worden.

Der mit 100.000 Euro dotierte Preis wurde anlässlich des 100.jährigen Jubiläums der Goethe-Universität von Dr. Jochen Hückmann, Ehrenbürger der Universität, gestiftet. Der Preis soll die Anwendung lebenswissenschaftlicher Grundlagenforschung in der Klinik fördern und damit die Rolle der Goethe-Universität als Innovator für den Medizin- und Pharma-Standort Frankfurt demonstrieren.

Florian Greten, 41, erforscht die Entstehung und Therapie von Darmkrebs. Bislang ging man davon aus, dass nur die eigentlichen Stammzellen des Darms Tumorwachstum auslösen können. Mit seiner Arbeitsgruppe konnte Greten vor Kurzem den genetischen Beweis erbringen, dass im Prinzip jede Zelle im Darm wieder die Eigenschaften von Stammzellen annehmen und damit Krebs auslösen kann.

Das hat wichtige Folgen für Therapien, die spezifisch Tumorstammzellen angreifen. „Wir vermuten, dass solche Therapien möglicherweise nicht erfolgreich sind, da andere Zellen im Tumor wieder zu Stammzellen werden können und damit die eliminierten Stammzellen ersetzen“, so Greten.

Greten hat außerdem ein Tiermodell etabliert, an dem sich die Entstehung von Darmkrebs beobachten lässt. Durch eine genetische Veränderung fehlt den Mäusen ein Tumor unterdrückendes Gen, das Tumorsuppressorgen p53. Greten untersuchte auf der zellulären und molekularen Ebene, wie der Verlust von p53 zu einer akuten Entzündungsreaktion führt, welche essentiell ist für die Invasion und Metastasierung von Tumorzellen. An den Mäusen testet seine Arbeitsgruppe auch neue endoskopisch gesteuerte, bildgebende Verfahren sowie neue Medikamente zur Therapie von Darmkrebs.

Florian R. Greten ist seit August 2013 Direktor des Frankfurter Georg-Speyer-Hauses, das 1904 durch eine Spende von Franziska Speyer, der Witwe Georg Speyers, gegründet wurde. Sein erster Direktor, der Nobelpreisträger Paul Ehrlich, widmete sich dort der Krebsforschung und entwickelte erste Chemotherapien.

Der Krebsforscher Florian Greten kam von der Technischen Universität München nach Frankfurt. Er hat bereits einige Preise und Auszeichnungen erhalten: 2005 ein Emmy-Noether-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 2011 den begehrten „ERC Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrats und 2012 den Deutschen Krebspreis.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/52417640

Informationen: Prof. Florian R. Greten, Georg-Speyer-Haus, Paul-Ehrlich-Str. 42-44 Tel.: (069) 63395-183, Greten@gsh.uni-frankfurt.de.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet.

Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.“

Mehr Informationen unter http://www2.uni-frankfurt.de/gu100

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation Telefon (069) 798 – 2 92 28, Telefax (069) 798 – 763 12531, E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de
Internet: www.uni-frankfurt.de

Dr. Anne Hardy | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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