Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Erfolg für die Hochschule OWL: 320.000 Euro für die Getränkeverfahrenstechnik

28.10.2014

Ob Limonaden, Saftgetränke oder Milch – viele der Getränke, die wir tagtäglich trinken, sind Emulsionen, also Gemische aus einer wässrigen und einer fetthaltigen Komponente, die eigentlich nicht mischbar sind. Ein Forscherteam der Hochschule OWL entwickelt nun in den kommenden drei Jahren ein innovatives Verfahren, das beide Komponenten durch eine direkte Homogenisierung mit Hilfe einer Gegenstrom-Injektion ohne hohen Zeit- und Energieaufwand zu einer Emulsion verbindet. Dafür erhalten sie rund 320.000 Euro aus der Förderlinie FHprofUnt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Emulsionen können Getränken die gewünschte Trübung geben, eine ansprechende Farbe und den richtigen Geschmack. „So sind zum Beispiel ätherische Öle wesentliche Bestandteile von Limonaden – erst durch sie erhält das Getränk die typische Trübung, wenn die Tropfengröße stimmt, und das gewünschte Aroma“, erklärt Professor Ulrich Müller, Leiter des Projekts und Mitglied des Instituts für Lebensmitteltechnologie.NRW (ILT.NRW) an der Hochschule OWL.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Professor Jan Schneider aus der Getränketechnologie und den beiden wissenschaftlichen Mitarbeitern Sören Rossmann und Roland Pliske will er nun eine Technik zur direkten Homogenisierung für die Herstellung von Getränkeemulsionen entwickeln, deren Prinzip aus der Kunststofftechnologie stammt.

„Mit Hilfe der Gegenstrominjektion werden die zwei Komponenten Öl und Wasser mit mittleren Druck in eine Mischkammer gedüst und prallen dann unter Nutzung ihrer kinetischen Energie gegeneinander“, erklärt Professor Müller. „Wir wollen zum einen wissenschaftlich untersuchen, was bei diesem Prozess genau passiert, um den Prozess weiter optimieren zu können. Zum anderen erhoffen wir uns, bisherige Emulsionstechnologien zu verbessern und sie insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen anwendbar zu machen.“

Gängige Verfahren zur Herstellung von Emulsionen sind bislang mehrstufig und daher energetisch, zeitlich und apparativ aufwendig. Die Gegenstrominjektion hingegen ist durch die sofortige, direkte Emulsionsherstellung sowie den vergleichsweise niedrigen Drücken und die dadurch nur geringen Reibungseffekte energie- und materialschonend. „Dies kommt vor allem kleinen und mittleren Getränkeherstellern zugute.

Das Verfahren, das in einer Anlage sowohl kleine Chargen zur Produktentwicklung, als auch eine Produktion im industriellen Maßstab zulässt, erleichtert die Entwicklung und Einführung neuer Getränke. Als einstufige Homogenisierung spart es Investitions- sowie Betriebskosten. Außerdem können dank der niedrigen Verarbeitungstemperaturen neue empfindliche, funktionelle Zusatzstoffe in den Getränken Verwendung finden“, erklärt Sören Rossmann, der im Rahmen des Projekts seine Doktorarbeit anfertigt.

In den kommenden Monaten werden zunächst marktübliche Emulsionsrezepturen, später auch angepasste Rezepturen mit schnell stabilisierenden Emulgatoren und mit funktionellen Zutaten – wie zum Beispiel Vitamine oder Mineralstoffe – entwickelt. Darüber hinaus werden Kriterien zur Beurteilung der Produkte (zum Beispiel die physikalische Stabilität, die Tröpfchengröße sowie die Sensorik) erarbeitet und der Einfluss der verfahrenstechnischen Parameter auf die Emulsionseigenschaften anhand dieser Kriterien untersucht und das Verfahren optimiert.

„Ein Vergleich der optimierten Getränkeemulsionen mit einem in einem klassischen Mehrstufenverfahren hergestellten Produkt soll dann die Leistungsfähigkeit des Verfahrens unter Beweis stellen“, so Rossmann.

Das Projekt wird im Rahmen der Förderlinie FHprofUnt mit 320.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. In diesem Programm werden Verbünde von Fachhochschulen und Unternehmen gefördert. Wesentliche Ziele sind ein intensiverer Wissens- und Technologietransfer in die Unternehmen sowie forschungsnahe Qualifizierungsmöglichkeiten für Studierende und Forschungspersonal.

Partner des Forscherteams aus dem Institut für Lebensmitteltechnologie.NRW an der Hochschule OWL sind der Anlagenbauer Cannon aus Hanau, die Liebhart‘s Privatbrauerei aus Detmold, die Symrise AG aus Holzminden, die Duft- und Geschmackstoffe entwickelt und herstellt, sowie Prof. Dr. Reinhard Kohlus von der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Julia Wunderlich | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.hs-owl.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics