Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Wirkstoffe gegen CLL - Kooperation wird von Deutscher Krebshilfe gefördert

05.04.2013

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist die häufigste Leukämie-Form. Sie gilt gegenwärtig als nicht heilbar und kann innerhalb weniger Jahre trotz Therapie zum Tod führen. Daher werden nach wie vor neue Therapiemöglichkeiten gesucht. Eine solche Möglichkeit könnten spezielle Aspirin-Derivate sein. Diese werden nun mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe an der Uniklinik Köln erforscht.

Als ein Derivat wird in der Chemie ein abgeleiteter Stoff ähnlicher Struktur bezeichnet. Bei dem Stoff, der für die Therapie in Frage kommt, handelt es sich um ein verändertes Aspirin (ASA). Es wird, wie gewöhnlich, oral eingenommen.

Beim Eintritt in den Stoffwechsel kommt es jedoch zur Bildung eines Zwischenproduktes, das Zellen schädigen oder zerstören kann. Ein Vertreter dieser Gruppe – das para-NO-ASA – konnte bereits erfolgreich an CLL-Zellen im Labor getestet werden. Dabei zeigte sich, dass mit diesem speziellen ASA kranke CLL-Zellen selektiv abgetötet werden können.

In dem nun von der Deutschen Krebshilfe geförderten Kooperationsprojekt versuchen Forscher der Organischen Chemie (Arbeitsgruppe Prof. Dr. Berkessel) und der Inneren Medizin (Arbeitsgruppe Prof. Dr. Kreuzer) gemeinsam diese Wirkung gezielt zu verbessern und zu ergründen, wie die NO-ASAs es schaffen, selektiv CLL-Zellen abzutöten. Dazu werden verschiedene Varianten des para-NO-ASA von den Chemikern entwickelt, die dann an CLL-Zellen und gesunden Zellen im Labor der Mediziner getestet werden.

„Basierend auf unseren Vorarbeiten möchten wir neue Derivate von NO-ASA identifizieren, welche eine noch höhere Wirksamkeit haben. Gleichzeitig müssen wir jedoch darauf achten, dass unsere neuartigen ASA-Derivate nicht giftig sind und den Patienten nicht schaden“, erklärt Prof. Dr. Karl-Anton Kreuzer. „Wir hoffen mit unserer Forschung, die Wirkung und Zielgenauigkeit der NO-ASA noch weiter zu verbessern und damit die Grundlagen für einen Einsatz in der CLL-Therapie zu schaffen.“

Nach derzeitiger Vorstellung werden NO-ASA in der Zelle enzymatisch gespalten. Dadurch wird ein Zwischenprodukt freigesetzt (Chinonmethid), welches bei den kranken Zellen den programmierten Zelltod (Apoptose) einleitet. Von Seiten des organisch-chemischen Kooperationspartners werden nicht nur Wirkstoffkandidaten bereitgestellt, sondern auch molekulare Sonden, mit denen der genaue Wirkmechanismus der NO-ASAs in der Zelle aufgeklärt werden soll.

"Moderne organisch-chemische Synthese ist die Grundlage für das Verständnis zellulärer Vorgänge auf molekularer Ebene" erklärt Prof. Dr. Albrecht Berkessel. In seinem Labor werden zum Erreichen des gemeinsamen Ziels modernste Methoden der Synthesechemie und der molekularen Analytik eingesetzt.

Die beiden Arbeitsgruppen werden in der ersten Förderungsperiode zwei Jahre lang von der Deutschen Krebshilfe unterstützt. Erste Ergebnisse sollen bis Ende 2014 vorliegen.

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de

Christoph Wanko | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-koeln.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

nachricht CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen
24.05.2017 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten