Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Wege zur Therapie entzündlicher Atemwegserkrankungen

25.09.2012
Freiburger Mediziner wird im Perspektivenprogramm „Plus 3“ der Boehringer Ingelheim Stiftung gefördert
Prof. Dr. Marco Idzko vom Universitätsklinikum Freiburg, Abteilung für Pneumologie, wurde von der Boehringer Ingelheim Stiftung für das Perspektiven-Programm „Plus 3“ ausgewählt.

Der 36-jährige Wissenschaftler leitet die Emmy Noether-Gruppe „Purinerge Signalübertragung in chronisch entzündlichen Atemwegserkrankungen“. In den kommenden drei Jahren erhält er für seine Forschungsarbeiten rund 750 000 Euro.

Der Mediziner und sein Team erforschen Mechanismen, die zur Entstehung der entzündlichen Atemwegserkrankungen COPD und Asthma bronchiale beitragen. Bei beiden Erkrankungen liegen in der Lunge erhöhte Konzentrationen des Moleküls ATP vor, das dem Körper auch als Energielieferant dient. Über die Aktivierung von sogenannten purinergen Rezeptoren (P2-Rezeptoren), den Erkennungsstellen für ATP auf den Zelloberflächen, fördert das Molekül die Entstehung der Atemwegsentzündung. Die Blockade dieser P2-Rezeptoren, die auf sämtlichen Körperzellen zu finden sind, könnte somit eine neue Therapieoption für die COPD und das Asthma darstellen. „Es gibt 21 unterschiedliche P2-Rezeptoren und ich möchte herausfinden, welches die problematischen P2-Rezeptoren sind, die unter bestimmten Umständen die Lungen schädigen“, erklärt Marco Idzko.

Neben Untersuchungen an so genannten Translationsmodellen, die Grundlagenforschung und klinische Entwicklung miteinander verbinden, soll auch die Expression von P2-Rezeptoren und deren Einfluss auf die Zellen von Gesunden, Rauchern, Asthmatikern und COPD-Patienten verglichen werden. „Wir hoffen, dass wir mithilfe der Förderung der Boehringer Ingelheim Stiftung die Grundlagen für neue Therapien der bis heute unheilbaren Erkrankungen schaffen und so die Prognose für unsere Patienten erheblich verbessern können“, sagt der Wissenschaftler.

Marco Idzko studierte in Freiburg, Wien und Kapstad; als Emmy Noether-Stipendiat ging er nach Rotterdam und Siena. 2006 erhielt er die Venia Legendi in Experimenteller Medizin, ein Jahr später wurde er Emmy Noether-Nachwuchsgruppenleiter. Er ist Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie und wurde 2011 zum Außerplanmäßigen Professor an der Universitätsklinik Freiburg berufen. Für seine Arbeit wurde er mehrfach (u.a. mit dem Frerichs-Preis) ausgezeichnet.

Mit ihren Förderprogrammen und Wissenschaftspreisen unterstützt die 1977 errichtete Boehringer Ingelheim Stiftung exzellente Forschung in den Fächern Medizin, Biologie, Chemie und Pharmazie. Für das Perspektiven-Programm „Plus 3“ wählt die Stiftung herausragende Nachwuchsgruppenleiter und –leiterinnen der medizinischen, biologischen und chemischen Grundlagenforschung aus. Ziel des Programms ist es, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darin zu unterstützen, das eigene Forschungsprofil weiterzuentwickeln und die Berufbarkeit für eine Professur zu erlangen.

Kontakt:
Prof. Dr. Marco Idzko,
Universitätsklinikum Freiburg,
Abteilung Pneumologie/Klinische Forschung
Tel.: 0761/270-37310
E-Mail: marco.idzko@uniklinik-freiburg.de

Karin Bundschuh
Universitätsklinikum Freiburg
Pressesprecherin
Tel.: 0761/270 20060
Fax: 0761/270 19030
E-Mail: karin.bundschuh@uniklinik-freiburg.de

Dr. Kerstin Terrenoire
Boehringer Ingelheim Stiftungen
Schusterstr. 46-48
55116 Mainz
Tel.: 06131/27508-16
E-Mail: kerstin.terrenoire@bifonds.de

Doreen Winkler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht CES Innovation Award für kombinierte Blick- und Spracheingabe im Auto
23.01.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungen

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lebensrettende Mikrobläschen

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten

23.01.2018 | Maschinenbau

CHP1-Mutation verursacht zerebelläre Ataxie

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics