Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Strategien gegen Dickdarmkrebs

09.03.2012
Dr. Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung bewilligt Arbeitsgruppe der Justus-Liebig-Universität Gießen rund 304.000 Euro für ein Forschungsvorhaben zur Entstehung von Dickdarmkrebs
Darmkrebs ist die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache in der westlichen Welt. Mit Gewebsveränderungen im Magen-Darm-Trakt, die zu Dickdarmkrebs führen können, beschäftigt sich die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Elke Roeb, Leiterin des Schwerpunkts Gastroenterologie am Zentrum für Innere Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), schon seit Jahren. Für diese Grundlagenforschung zur Tumortherapie hat die Dr. Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung den Gießener Forscherinnen und Forschern nun rund 304.000 Euro bewilligt.

Im Fokus der Gießener Arbeitsgruppe stehen so genannte Matrix-Metalloproteinasen. Das sind Enzyme, die Eiweiße im Gewebe spalten können. Tumorzellen dringen mit Hilfe von Metalloproteinasen in gesundes Gewebe ein und bilden dort Metastasen. Tumoren des Dickdarms produzieren in großem Maße die Matrix-Metalloproteinase 9. Den Gießener Forscherinnen und Forschern ist es gelungen, in Bakterien einen Teil der Matrix-Metalloproteinase 9 künstlich herzustellen und aufzureinigen. Diese so genannte Hämopexindomäne (MMP-9-PEX) hindert Tumorzellen an einer Wanderung ins Gewebe.

Ob dies auch im lebenden Organismus funktioniert und ob MMP-9-PEX noch andere Funktionen hat, soll in dem von der Dr. Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung geförderten Forschungsprojekt analysiert werden. Darüber hinaus wollen die Forscherinnen und Forscher die Signalwege in den Tumorzellen charakterisieren, die durch die Matrix-Metalloproteinase 9 und deren Teilstücke aktiviert werden. An Zellen von Leukämiepatienten konnte die Arbeitsgruppe bereits zeigen, dass MMP-9-PEX wesentliche Überlebensmechanismen im Zellkern beeinflusst. Die Arbeiten sollen zudem den Effekt von MMP-9-PEX auf die Entstehung von Dickdarm-Tumorzellen im Mausmodell klären und die Entwicklung neuer antitumoraler Strategien ermöglichen.

Kontakt:
Prof. Dr. Elke Roeb
Leiterin Schwerpunkt Gastroenterologie
Zentrum für Innere Medizin
Klinikstraße 33, 35385 Gießen
Telefon: 0641 985-42338 oder -42337

Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine moderne Hochschule mit über 400-jähriger Geschichte. Sie verbindet ein breites Angebot der Rechts-, Wirtschafts-, Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften mit einer in Deutschland einzigartigen Fächerkonstellation. Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Veterinärmedizin sind Fächer, die in dieser Kombination nur an sehr wenigen deutschen Hochschulen vertreten sind. Gemeinsam mit der Biologie und Medizin ermöglichen sie eine besondere Schwerpunktbildung im Bereich der Lebenswissenschaften. Mit über 25.200 Studierenden ist die JLU die zweitgrößte Universität in Hessen.

Charlotte Brückner-Ihl | idw
Weitere Informationen:
http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_pne/7720.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie