Neue prognostische Marker u. neue Therapieansätze zur Einschränkung der Metastasierung bei Prostatakrebs und weiteren Krebsarten

Bereits im zwölften Jahr vergaben die Freunde des Universitätsklinikums des Saarlandes e.V. einen der mit 20.000 Euro höchstdotierten Forschungspreise in Südwestdeutschland.

Der Fachbeirat des Vereins hat dafür vier Forschungsvorhaben ausgewählt. Eines davon wird von Dr. Markus Greiner betreut (Medizinische Biochemie und Molekularbiologie, Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes).

Die Funktion des ER-Membranproteins Sec62 in der Tumorprogression und Metastasierung

Das Prostatakarzinom ist der häufigste Tumor des Mannes und die dritthäufigste tödliche Tumorerkrankung des Mannes. Durch verbesserte Diagnosemöglichkeiten (z.B. PSA) werden immer mehr Tumoren erkannt – auch solche, die möglicherweise nicht therapiebedürftig wären. Daher ist es wichtig, Tumoren nicht nur frühzeitig zu erkennen, sondern insbesondere auch ihr Risiko einzuschätzen. Der Gehalt an Sec62 ist im Krebsgewebe deutlich, aber auch schon im Normalgewebe der Krebs enthaltenden Prostata erhöht.

Der erhöhte Sec62-Gehalt findet sich insbesondere in fortgeschrittenen Tumoren und solchen Tumoren, die aggressiv andere Organe (z.B. die Samenblase) befallen haben. Das bedeutet, dass Sec62 als „prognostischer“ Marker eingesetzt werden kann und das Sec62 möglicherweise eine Funktion bei der Metastasierung hat. In unserem Labormodell konnten wir zeigen, dass ohne Sec62 kein invasives Wachstum der Krebszellen möglich ist.

Zudem haben unsere Untersuchungen gezeigt, dass Sec62 die Krebszellen vor der wachstumshemmenden Wirkung eines möglichen neuen Therapeutikums schützt. Patienten mit erhöhtem Sec62-Gehalt im Tumor würden daher von einer solchen Therapie nicht profitieren. Die Kenntnis des Sec62-Gehalts ist daher wichtig für eine personalisierte Therapie. Die Aufklärung der zellulären Zusammenhänge, über die Sec62 die Metastasierung ermöglicht und die Zellen vor der Therapie schützt, bietet mögliche neue therapeutische Ansatzpunkte.

Kontakt:

Dr. Markus Greiner
Medizinische Biochemie und Molekularbiologie
(AG Prof. Richard Zimmermann)
Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
66424 Homburg
Gebäude 44
Tel. (06841) 16-26515
Fax: (06841) 16-26280
E-Mail: m.greiner@uks.eu

Media Contact

Marion Ruffing idw

Weitere Informationen:

http://www.uks.eu/biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Mikroplastik im Meer: Neue Methode

Mikroplastik im Meer könnte größtenteils auch aus Beschichtungen sowie Farbanstrichen von Schiffen und Bauwerken im Meer stammen. Daten dazu gibt es allerdings kaum. Das Helmholtz-Zentrum Hereon und das Bundesamt für…

Fachwerk neu interpretiert

Nachhaltige Architektur mit digitalen Bautechnologien. Die Emissionen im Baugewerbe steigen, ebenso die Rohstoffpreise. Auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft und einer umweltbewussteren Architektur sind innovative Ansätze nötig. Architektinnen und Architekten des…

Wie Produktionstechnik Leben retten kann

Auf der Hannover Messe präsentiert das Fraunhofer IPT vom 22. bis 26. April an gleich zwei Ständen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Lasertechnologien in der Produktion: Ein »tierisches« Exponat verdeutlicht am…

Partner & Förderer