Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Phase der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder startet

12.03.2010
DFG und Wissenschaftsrat veröffentlichen Ausschreibung / Wissenschaftsgeleiteter Wettbewerb zwischen alten und neuen Projekten / Entscheidung im Juni 2012

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrates (WR)

Start der zweiten Phase der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat (WR) haben jetzt die offizielle Ausschreibung für die neue Phase des Programms veröffentlicht, mit dem die Spitzenforschung an den Universitäten in Deutschland weiter gestärkt werden soll. Damit wird die Vereinbarung umgesetzt, in der die Regierungschefs des Bundes und der Länder am 4. Juni 2009 die Fortführung der Exzellenzinitiative beschlossen hatten. Ab sofort können sich zunächst neue Projekte um eine Förderung bewerben, ab Anfang kommenden Jahres dann auch die bereits geförderten Einrichtungen. Die Entscheidung über die Förderung in diesem rein wissenschaftsgeleiteten Wettbewerb fällt nach einem mehrstufigen Begutachtungs- und Auswahlverfahren im Juni 2012. Die erfolgreichen Projekte werden über einen Zeitraum von fünf Jahren gefördert. Hierfür stehen insgesamt gut 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung, die zu 75 Prozent vom Bund und zu 25 Prozent von den Ländern bereitgestellt werden.

Die jetzt veröffentlichten Ausschreibungsmodalitäten wurden in dieser Woche von der Gemeinsamen Kommission von DFG und Wissenschaftsrat in Bonn beraten und beschlossen. Im Anschluss daran informierten der Präsident der DFG, Professor Matthias Kleiner, und der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider, die für Wissenschaft und Forschung verantwortlichen Ministerinnen und Minister aus dem Bund und den Ländern über die konkrete Ausgestaltung des Wettbewerbs.

So wie die erste Phase der Exzellenzinitiative in den Jahren 2006 und 2007 findet auch die neue Phase des Wettbewerbs in drei Förderlinien statt.

Ausgewählt und gefördert werden:

1. Graduiertenschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses,

2. Exzellenzcluster zur Förderung der Spitzenforschung und

3. Zukunftskonzepte, mit denen ganze Universitäten den projektbezogenen Ausbau ihrer Spitzenforschung vorantreiben wollen.

Dabei kommt es gegenüber der ersten Phase zu einigen Modifikationen, die den Erfahrungen der bisher geförderten Einrichtungen und den jeweiligen Belangen der verschiedenen Wissenschaftsgebiete Rechnung tragen. So wird es bei den Fördersummen der beiden ersten Förderlinien eine größere Spannbreite geben. Graduiertenschulen sollen demnach mit zwischen 1 und 2,5 Millionen Euro pro Jahr gefördert werden, Exzellenzcluster mit zwischen 3 und 8 Millionen Euro. Bei den Zukunftskonzepten gibt es keine Vorgaben der jährlichen Fördersumme. Angestrebt wird hier die Förderung von bis zu fünf Neuanträgen bei einer Gesamtzahl von maximal zwölf Zukunftskonzepten.

Der mit der Ausschreibung veröffentlichte Ablaufplan sieht für Universitäten, die sich mit neuen Projekten beteiligen wollen, ein zweistufiges Verfahren vor: Bis zum 1. September 2010 sollen sie zunächst Antragsskizzen bei der DFG einreichen. Die Skizzen für die Graduiertenschulen und Exzellenzcluster werden unter Federführung der DFG begutachtet, diejenigen für die Zukunftskonzepte unter Federführung des Wissenschaftsrates. Im März 2011 trifft die Gemeinsame Kommission von DFG und Wissenschaftsrat unter allen Antragsskizzen eine Vorauswahl. Die hier ausgewählten Hochschulen können dann bis zum 1. September 2011 ihre eigentlichen Förderanträge stellen. Diese treten in Wettbewerb mit den bereits geförderten Einrichtungen, die weiter gefördert werden wollen. Sie können ohne vorherige Antragsskizzen bis zum 1. September 2011 ihre Fortsetzungsanträge stellen. Die Entscheidung fällt im Juni 2012 im Bewilligungsausschuss. In ihm beschließen die Gemeinsame Kommission und die für Wissenschaft und Forschung zuständigen Ministerinnen und Minister aus Bund und Ländern auf Vorschlag der Gemeinsamen Kommission, welche Hochschulen mit welchen Projekten gefördert werden. Förderbeginn ist der 1. November 2012. Einrichtungen, die nicht weiter gefördert werden, können bis zu zwei Jahre lang eine Auslauffinanzierung erhalten, um dem wissenschaftlichen Nachwuchs den Abschluss seiner Forschungen zu ermöglichen.

Wie DFG-Präsident Kleiner und Wissenschaftsrats-Vorsitzender Strohschneider anlässlich der Veröffentlichung der Ausschreibung betonten, soll auch die Fortsetzung der Exzellenzinitiative rein wissenschaftsgeleitet sein. "Über Förderung oder Nicht-Förderung entscheiden allein wissenschaftliche Inhalte", erklärten die Spitzen der beiden Organisationen, die vom Bund und den Ländern mit der Durchführung der Exzellenzinitiative betraut wurden. Als wichtigste Förderkriterien nennt die Ausschreibung "die Exzellenz von Forschung und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf mindestens einem breiten Wissenschaftsgebiet; ein Gesamtkonzept zur Vernetzung der Disziplinen und zur internationalen Vernetzung in der Forschung; die universitätsübergreifende beziehungsweise außeruniversitäre Kooperation, in der Regel belegt durch konkrete und verbindliche Kooperationsvereinbarungen". Darüber hinaus sollen die Maßnahmen der Hochschulen und Projekte zur Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen in der Wissenschaft berücksichtigt werden. Bei der Formulierung und der Begutachtung von Zukunftskonzepten wird der Gesamtbereich der Lehre künftig einen deutlich höheren Stellenwert haben.

Kleiner und Strohschneider unterstrichen zudem die bisherigen Erfolge der Exzellenzinitiative, in der 39 Graduiertenschulen, 37 Exzellenzcluster und neun Zukunftskonzepte mit insgesamt 1,9 Milliarden Euro gefördert werden: "Die Exzellenzinitiative hat zu einer so nicht erwarteten und nicht erwartbaren Aufbruchstimmung im deutschen Wissenschaftssystem geführt und viele Ideen und Forschungsprojekte von höchster wissenschaftlicher Qualität hervorgebracht. Diese werden nicht zuletzt im Ausland sehr deutlich wahrgenommen, wo sich die Sichtbarkeit der deutschen Wissenschaft durch die Exzellenzinitiative noch einmal deutlich verbessert hat." Zudem seien durch die Exzellenzinitiative mehr als 4000 zusätzliche wissenschaftliche Stellen an Hochschulen und Forschungsinstituten entstanden und durchweg hochkarätig besetzt worden. "Das kommt dem Ausbau der Spitzenforschung, aber auch der akademischen Lehre zugute", betonten Kleiner und Strohschneider.

Beide dankten erneut dem Bund und den Ländern, die im Frühjahr vergangenen Jahres nicht nur die Fortsetzung, sondern auch die deutliche finanzielle Aufstockung der Exzellenzinitiative um mehr als 30 Prozent beschlossen und damit "mitten in der Finanzkrise ein starkes Zeichen für Wissenschaft und Forschung in Deutschland" gesetzt hätten. Dieser Mut, so zeigten sich Kleiner und Strohschneider überzeugt, werde in der nun beginnenden Fortsetzung des Wettbewerbs belohnt werden: "Auch die neue Phase der Exzellenzinitiative wird die Spitzenforschung an den deutschen Universitäten weiter stärken und weltweit noch sichtbarer machen."

Weiterführende Informationen
Der vollständige Text der Ausschreibung zur neuen Phase der Exzellenzinitiative sowie ausführliche Hintergrundinformationen zum Programm inklusive Merkblättern zu den einzelnen Förderlinien, Ablauf- und Zeitplan, Begutachtungsverfahren, Zusammensetzung der Kommissionen etc. finden sich auf den Internetseiten von DFG und Wissenschaftsrat unter:
www.dfg.de/exzellenzinitiative
www.wissenschaftsrat.de/exini_start.html
In den Geschäftsstellen von DFG und Wissenschaftsrat stehen als verantwortliche Kontaktpersonen zur Verfügung:
Dr. Beate Konze-Thomas, 0228 885-2254, Beate.Konze-Thomas@dfg.de
Dr. Sabine Behrenbeck, 0221 3776-234, Behrenbeck@wissenschaftsrat.de
Die jetzigen Einrichtungen der Exzellenzinitiative werden auch in einem Internet-Videoportal der DFG mit jeweils einem Kurzfilm sowie aktuellen Dokumenten und Downloads vorgestellt:

www.exzellenz-initiative.de

Pressekontakt:
Dr. Eva-Maria Streier, 0228 885-2250, Eva-Maria.Streier@dfg.de
Marco Finetti, 0228 885-2230, Marco.Finetti@dfg.de
Dr. Christiane Kling-Mathey, 0221 3776-243, Kling-Mathey@wissenschaftsrat.de

Marco Finetti | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/exzellenzinitiative
http://www.wissenschaftsrat.de/exini_start.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet
11.12.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Alle Details im Blick – jederzeit und in Echtzeit
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit