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Neue Forschungsschwerpunkte an FH Südwestfalen

24.09.2012
Interdisziplinäre Forscherteams der Standorte Soest und Iserlohn gewinnen bei landesweiter Ausschreibung "FH Struktur". Zweijährige Förderung in Höhe von 475.000 Euro legt den Grundstein für langfristige Forschung.

Die Zukunftsthemen Bioenergie und alternative Antriebstechniken für Automobile sind Gegenstand der mit jeweils knapp 240.000 Euro unterstützten Forschungsprojekte an der Fachhochschule Südwestfalen. Nach der geförderten Aufbauphase sollen die Forschungsschwerpunkte fortgeführt werden.

Das Soester Team um Prof. Dr. Marc Boelhauve möchte Biomasse systematisch aufwerten und auf diese Weise aus Koppelprodukten und Reststoffen der Landwirtschaft Bioenergie gewinnen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Harald Laser und Prof. Wolf Lorleberg vom Fachbereich Agrarwirtschaft möchte Boelhauve hiermit einen Baustein gegen die Fehlentwicklung bei der Biomasseproduktion und die zunehmenden gesellschaftlichen Vorbehalte gegenüber nachwachsenden Rohstoffen legen. Unterstützt werden die Soester Forscher durch die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dieter Ihrig und Prof. Dr. Klaus Stadtlander aus Iserlohn, die sich in diesem stark interdisziplinär ausgerichteten Forschungsprojekt die Evaluierung geeigneter Algenstämme übernehmen.

Unter dem Namen BIO-EKO-LAB möchte das Forscher-Team bisher wenig in Biogasanlagen verwendete Nebenprodukte aus der landwirtschaftlichen Produktion deutlich besser nutzbar machen. So soll beispielsweise durch die Silierung von Gemengen aus Stroh und Algen ein haltbares und energetisch aufgewertetes Substrat für Biogasanlagen entstehen, das ganzjährig einsetzbar ist. "Unser Leitbild ist ein Bioraffineriekonzept, das in einem möglichst geschlossenen Kreislauf eine möglichst vollständige stoffliche und energetische Nutzung von Biomasse ermöglicht", erläutert Agrarbiotechnologe Boelhauve das umweltschonende und nachhaltige Vorhaben.

Mit der Zukunft des Automobils beschäftigt sich das Standort-übergreifende Forschungsprojekt um Prof. Dr. Jens Bechthold (Soest) und Prof. Dr. Fred Schäfer (Iserlohn). Der Forschungsschwerpunkt "Alternative Antriebstechnik" bündelt sechs neue und bestehende Arbeitsgruppen zu den Themen Elektroantriebe für PKW und Zweiräder, Hybridantriebe und alternative Kraftstoffe, sowie Fahrwerkstechnik und Fertigungstechnologie für alternativ betriebene Fahrzeuge.

Am Standort Iserlohn sollen in Zusammenarbeit mit einem namhaften Hersteller Energieeinsatz und Konstruktion von E-Bikes optimiert werden. Die Arbeitsgruppe Hybride Antriebe und Range-Extender untersucht dagegen die Wechselwirkung von Elektrobetrieb und Verbrennungsmotor mit dem Ziel der Verringerung von Energiebedarf und Abgasemissionen.

Ebenfalls in Iserlohn arbeiten zwei bestehende Arbeitsgruppen, die in den Forschungsschwerpunkt integriert werden: Themen sind die Anpassung des Fahrwerks an die spezifischen Anforderungen des Elektrobetriebs und die Optimierung von Antrieben mit alternativen Kraftstoffen.

Die Soester Arbeitsgruppe "Elektrobetriebene PKW" beschäftigt sich mit steuerungstechnischen Anforderungen sowie der Optimierung von Antriebsstrang und Fahrzeugstruktur. Die Auswirkungen geänderter Herstellungsverfahren und der zu erwartenden höheren Lebensdauer von Elektromobilen untersucht die zweite Soester Arbeitsgruppe Fertigungstechnologie. Hierzu gehören veränderte Wartungssituationen ebenso wie geänderte Fertigungssituationen aufgrund neuer Fahrzeugkonzepte und eingesetzter Materialien.

Neben den eigentlichen Forschungsinhalten legen die Beteiligten auch beim neu installierten Forschungsschwerpunkt Wert auf Nachhaltigkeit: Die darin vereinten neu angestoßenen und laufenden Projekte sind langfristig angelegt und beziehen Unternehmen ein. Über Lehrinhalte, Projekt- und Abschlussarbeiten werden Studierende an den interdisziplinären und anwendungsbezogenen Projekten teilhaben. Über Netzwerke und direkte Kooperation profitiert auch die Wirtschaft in der Region von den neuen Forschungsschwerpunkten.

FH Struktur: Der Förderwettbewerb des Landes NRW
Für die Umsetzung ihrer Forschungsvorhaben stellt das Wissenschaftsministerium bis 2014 insgesamt vier Millionen Euro bereit. An der Förderausschreibung hatten sich landesweit 34 Projektgruppen beteiligt. Davon haben sich 17 interdisziplinäre Forscherteams aus NRW erfolgreich mit ihren Antragsideen behauptet. Die Fachhochschulen Aachen, Dortmund und Südwestfalen sind mit jeweils zwei geförderten Projekten beteiligt.
Liste der Gewinnerteams:
http://www.wissenschaft.nrw.de/forschung_technologiefoerderung/weitere_foerderungen/FH_STRUKTUR/index.php

Birgit Geile-Hänßel | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft.nrw.de
http://www.fh-swf.de/forschung

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