Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Forschergruppe in der Physik

19.02.2013
Fakher Assaad, Professor für Theoretische Physik an der Uni Würzburg, ist der Sprecher einer neuen Forschergruppe. Sie untersucht so genannte Vielteilchensysteme und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit zunächst 1,5 Millionen Euro gefördert.
Der Würzburger Physiktheoretiker Fakher Assaad und seine Mitarbeiter untersuchen Materialien, in denen Unmengen von Elektronen stark miteinander gekoppelt sind. Das ist zum Beispiel in Hochtemperatur-Supraleitern und anderen Festkörpern der Fall.

Solche Vielteilchensysteme sind sehr komplex und können aus einer Quadrillion Teilchen bestehen – das sind 10 hoch 24 Stück, die alle miteinander wechselwirken. „An ihnen lässt sich eine große Vielfalt überraschender physikalischer Phänomene beobachten“, sagt Professor Assaad.

Diese „korrelierten Elektronensysteme“ sind nicht nur für die Grundlagenforschung spannend. „Ihre starke Reaktion auf Temperaturunterschiede, Magnetfelder oder andere Einflüsse verspricht neue technische Anwendungen“, so Assaad. Vorrangig geht es dem Theoretiker aber darum, diese Systeme von Grund auf zu verstehen. Dafür werden unter anderem komplexe Computersimulationen an modernsten Hochleistungsrechnern durchgeführt. Ziel der Forschergruppe ist es, effiziente Algorithmen weiter zu entwickeln.

Geld für Nachwuchsforscher

Seit Anfang 2013 läuft diese Forschung in einem neuen Expertennetzwerk, in der Forschergruppe 1807 („Advanced Computational Methods for Strongly Correlated Quantum Systems“). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Gruppe in den kommenden drei Jahren mit 1,5 Millionen Euro. Das Geld wird fast komplett für Stellen von Doktoranden und Postdocs verwendet. Aber auch Sommerschulen, Tagungen und Seminare werden damit finanziert.

Sprecher und Gruppenmitglieder

Die neue Forschergruppe vereint die führenden Wissenschaftler, die es im deutschsprachigen Teil Europas auf dem Gebiet der Vielteilchensysteme gibt. Professor Assaad ist ihr Sprecher, der Co-Sprecher kommt von der Universität Marburg (Professor Reinhard M. Noack).

Beteiligt sind außerdem Teams von der ETH Zürich, der Universität Innsbruck, der LMU München, der RWTH Aachen sowie von den Universitäten Göttingen und Hannover.
Kontakt

Prof. Dr. Fakher Assaad, Institut für Theoretische Physik und Astrophysik, Universität Würzburg, Tel. (0931) 31-83652, assaad@physik.uni-wuerzburg.de

Gunnar Bartsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de
http://www.physik.uni-wuerzburg.de/~assaad/FOR1807/FOR1807.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik